Politik

Ging im Juli an den Start: Die Erstaufnahmeeinrichtung auf derm Gelände der ehemaligen Ledward-Kaserne. (Archivbild: dpa)

11.11.2015

Vier Großunterkünfte für Flüchtlinge

Die Unterbringung in alten Kasernen spart dem Staat Geld. Vor Ort ist man darüber alles andere als glücklich

Die Staatsregierung plant vier Großunterkünfte für Flüchtlinge in ehemaligen Kasernen und Militärsiedlungen. So soll die Aufnahmekapazität der bisherigen "Balkanzentren" für chancenlose Asylbewerber in Manching bei Ingolstadt und Bamberg jeweils verdreifacht werden - auf 1500 beziehungsweise 4500 Plätze. 5000 anstelle der bisher geplanten 2000 Menschen sollen in zwei ehemaligen US-Kasernen in Schweinfurt untergebracht werden. Im schwäbischen Donauwörth sollen 1000 Flüchtlinge in einer alten Bundeswehrkaserne wohnen. Bisher waren dort 600 Plätze vorgesehen, wie das Sozialministerium auf Anfrage mitteilte.

Das Kabinett besprach den Plan am Dienstag. Dass die Unterkünfte in Manching und Bamberg vergrößert werden sollen, war seit vergangener Woche bekannt. Sie sollen künftig auch "Registrierzentren" heißen, aus denen Flüchtlinge möglichst schnell abgeschoben werden. Allerdings sind die Verhandlungen mit den beteiligten Kommunen nicht abgeschlossen. Zum Ausgleich will die Staatsregierung dem Verkauf ehemaligen Militärgrunds an die beteiligten Kommunen zustimmen, so dass diese dort auch Wohnungen selbst bauen können.

Nicht nur in Schweinfurt ist die Großunterkunft umstritten

Die großen Unterkünfte sind vielerorts umstritten, so in Schweinfurt, wo bereits im September die Rede davon war, bis zu 5000 Menschen unterzubringen. Nachdem der Stadtrat protestierte, wurde die Unterkunft zunächst kleiner geplant. Nun sollen es doch 5000 Migranten werden.

Flüchtlingsunterkünfte in alten Kasernen sind für den Staat billiger als die bisher favorisierte dezentrale Unterbringung in kleinen Gebäuden. Da zudem vielerorts die Unterbringungsmöglichkeiten erschöpft sind, hatte die Staatsregierung am Dienstag beschlossen, nun verstärkt Großunterkünfte einzurichten. (dpa)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 49 (2017)

Paragraf 219a: Soll das Werbeverbot für Abtreibungen abgeschafft werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 8. Dezember 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Simone Strohmayr, Vize-Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag

(JA)

Winfried Bausback (CSU), bayerischer Justizminister

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.