Politik

Obwohl in München ständig gebaut wird, reichen die Wohnungen nicht - vor allem die bezahlbaren Bleiben sind rar. (Foto: dpa)

30.05.2014

Zensus enthüllt dramatische Wohnungsnot

Ergebnisse der Volksbefragung 2011: Wer wie in Bayern lebt - wo die Probleme liegen

Die meisten Münchner, aber auch viele Bewohner anderer bayerischer Großstädte können davon nur träumen: 73 Quadratmeter Wohnfläche stehen einem Einpersonenhaushalt im Freistaat im Schnitt zur Verfügung. In der Landeshauptstadt sind es  gerade mal 58,3 Quadratmeter. Insgesamt bewohnt in einem Münchner Durchschnittshaushalt eine Person 38,8 Quadratmeter. Bayernweit sind es  43,9 Quadratmeter. Den meisten Platz haben die Menschen im Landkreis Rottal-Inn – im Schnitt 47,8 Quadratmeter pro Person.
Vor zwei Jahren haben die Statistiker Deutschland vermessen. Nun liegen auch die endgültigen Ergebnisse zur Wohnsituation und demografischen Struktur von Bayerns Bevölkerung vor. Innenminister Joachim Herrmann stellte sie diese Woche in Fürth vor und verkündete stolz, dass die Zahl der Wohnungen seit 1987 – damals fand die letzte Volkszählung statt – um 31,1 Prozent angewachsen ist. Allerdings nicht in den Städten: In München gibt es gerade mal 16,8 Prozent mehr Wohnungen, in Nürnberg sogar nur 13,1 Prozent. „Insbesondere in den Ballungsräumen brauchen wir deutlich mehr Wohnungen“, folgerte Herrmann. Sein Ziel: bayernweit 70 000 neue Wohnungen pro Jahr. Er hat das Jahr 2014 zum Jahr des Wohnungsbaus ausgerufen. Die Landesmittel für die Wohnraumförderung wurden um 50 Millionen auf 210 Millionen aufgestockt.

Immer mehr Menschen wollen nach Bayern


Neue Wohnungen werden dringend gebraucht, auch weil die Einwohnerzahl in Bayern signifikant gestiegen ist – in knapp 25 Jahren um rund 1,5 Millionen auf fast 12,4 Millionen Einwohner. Und der Freistaat zieht weiterhin viele Menschen an. In den zweieinhalb Jahren nach der Volkszählung gab es noch einmal einen Zuwachs von rund 190 000 Einwohner/innen. Eine Ausnahme bilden hier allerdings Ober- und Unterfranken, dort ist die Bevölkerungszahl um 0,7 beziehungsweise 0,2 Prozent gesunken.
„Statistiken erheben und Ergebnisse berechnen ist die eine Seite eines solchen Großprojektes“, sagt Marion Frisch, Präsidentin des statistischen Landesamts und gibt Herrmann mit auf den Weg: „Wertvoll werden unsere Erkenntnisse jedoch nur dann, wenn sie auch genutzt werden.“ Ein Großprojekt dabei: der Umgang mit dem demografischen Wandel. Seit 1987 stieg das Durchschnittsalter in Bayern von 38,6 auf 42,5 Jahre an. Am jüngsten ist der Landkreis Freising (39,7 Jahre), am ältesten der Landkreis Wunsiedel (46,4 Jahre). Aber immerhin: Im Freistaat sind die Menschen im Schnitt jünger als in Gesamtdeutschland, dort beträgt das Durchschnittsalter 43,9 Jahre.
Deutlich jünger ist die in Bayern lebende Bevölkerung aus dem EU-Ausland. Ihr Durchschnittsalter beträgt 40,7 Jahre. Insgesamt leben knapp eine Million Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Bayern. Rund 418 000 davon kommen aus dem EU-Ausland – „20,8 Prozent haben einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss und 32,8 Prozent einen mit unserem Gymnasium vergleichbaren Abschluss“, freute sich Herrmann. Gut ausgebildete Menschen begrüßt er in Bayern besonders gern.  (Angelika Kahl)

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