Unser Bayern

Ein Schuppen in Tutzing, der die wenig aufwändige Bauweise dieser "Nebenarchitektur" zeigt. (Foto: Behringer)

22.10.2010

Ein Raum fürs Radl, Werkzeug und manch geheimnisvolles Treiben

Im Schatten der Häuser: Schuppen sind eine „Unarchitektur“, die zwar jeder kennt, aber kaum als schönes Bauwerk achtet

Man kennt ihn, manche haben einen, fast jeder hat ihn schon auf die unterschiedlichste Weise genutzt und vor allem verschiedenste persönliche Erfahrungen mit und in ihm gemacht, von Emotionen ganz zu schweigen. Die Rede ist vom Schuppen: Ein „Gegenstand", der keinen offiziellen Fürsprecher hat, weder in der Architektur, noch der Volkskunde und erst recht nicht in der Kunstgeschichte. Dabei könnte es bei manchem Prachtexemplar ein Thema für mehrere Disziplinen sein. Es gibt ihn seit Jahrhunderten, er war schon immer da und wurde und wird wohl gerade wegen seiner unscheinbaren Selbstverständlichkeit, seiner unzweifelhaften Nützlichkeit sowie seiner unersetzlichen Notwendigkeit nicht besonders wahrgenommen. Dabei prägen Schuppen mit ihrer uneinheitlichen Erscheinungsform und individuellen Nutzung erstaunlich stark das Ortsbild, was nur auffällt, wenn wieder einer verschwindet.

Denn egal wie die Qualität des Haupthauses ist, ob Einfamilienhaus, Geschäftsgebäude, Mietblock oder Villa, ob in der Stadt oder auf dem Land – alle wurden bis vor einigen Jahren noch vom Schuppen flankiert. Meist lag er im hintersten, unattraktivsten Winkel des Grundstückes und bewahrte die nützlichen Dinge des Alltags, wie die entsprechenden Zusätze beschreiben: Geräte-, Werkzeug-, Holz-, Fahrrad- oder Bootsschuppen. Bei wacherem Hinsehen entdeckt man noch so manchen Schuppen. Einige sind echte Schmuckstücke geworden. Liebevoll gepflegt und dekoriert, sieht man ihnen die Wertschätzung an, die ihnen ihre Besitzer täglich entgegenbringen.

Es gibt Unterschiede. Wurde der Schuppen bereits mit dem Bau des Haupthauses geplant, ist er ein Bauwerk, das sich im Stil diesem anpasst. Zwar ist er auch aus Holz gebaut, meist mit Materialresten vom Bau, verfügt aber oft über ein Fundament und eine geplante Funktion für den Primärbau. Zum Beispiel bei Villen um die Jahrhundertwende wurde die Waschküche ins Nebengebäude verlegt, unter dem Dach war die Vorrichtung zum Wäschetrocknen und im hölzernen Anbau hatten Hühner, Kaninchen oder Ziegen ihren Stall. Als die Waschfunktion mit dem Einzug neuer Techniken Jahrzehnte später ins Hauptgebäude verlegt wurde, richtete man in dem gewonnenen Raum die Garage fürs erste Automobil ein. (Anja Behringer)

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der Oktober-Ausgabe von Unser Bayern.

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