Unser Bayern

Einer von Johan Baptist Gunetzrhainers wichtigsten Profanbauten ist der Gasthof zu den "Drei Mohren" in Augsburg, hier in einer Außenaufnahme. (Foto: BLFD)

28.03.2013

München und seine Architekten

Gleich von vier bedeutenden Baumeistern Münchens jähren sich heuer die "runden" Geburts- oder Todestage

Aus nahezu allen Epochen der Baugeschichte kann man in München zeittypische Denkmäler entdecken. Jeder Herzog, Kurfürst, König, Regent, Landesvater oder Oberbürgermeister war bestrebt, mit Hilfe namhafter Architekten das Gesicht der ehemaligen Residenz- bzsw Landeshauptstadt nachhaltig zu prägen. Das Jahr 2013 steht im Zeichen von „runden" Geburts- und Todestagen von gleich vier bedeutenden Baumeistern aus rund 250 Jahren.

Vor 250 Jahren starb Hofbaumeister Johann Baptist Gunetzrhainer. Der Münchner, geboren am 3. oder 4. Mai 1692, war das bekannteste Mitglied der Barockbaumeister-Dynastie Gunetzrhainer. Johann Baptist besuchte in seiner Heimatstadt das Gymnasium. Nach seiner Lehrzeit war er seit 1715 unter Joseph Effner am Hofbauamt als Ingenieur mit den Schlossanlagen Fürstenried, Nymphenburg und Schleißheim befasst.Friedrich Bürklein in Burk/Mittelfranken geboren worden. Der künstlerisch begabte junge Mann kam 1828 nach München an die Akademie der bildenden Künste in die Klasse Friedrich von Gärtners. Dieser fand Gefallen an dem mittellosen Studenten. Als einer der besten Schüler durfte Bürklein den Lehrer oft im Unterricht vertreten und bei Bauausführungen in München und Athen unterstützen.Eva Meier)

1726 kaufte er sich ein Haus am heutigen Promenadeplatz 15, das er als nobles Künstlerdomizil umgestaltete. In der Mitte der Fassade aus feinem Stuckdekor thronte eine Madonna des renommierten Künstlers Ignaz Günthers (heute in Kopie). Das im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörte Haus wurde 1960 rekonstruiert.

Gunetzrhainer erhielt immer mehr Aufträge und wurde Schöpfer einer eindrucksvollen barocken Sakral- und Profanarchitektur. Seine Bauten zeichnen sich durch Leichtigkeit und Verspieltheit. Zu seinen wichtigsten Werken gehören der Gasthof zu den „Drei Mohren" in Augsburg, die Kurfürstenzimmer der Residenz und die Damenstiftskirche St. Anna in München. Von außen wirkt St. Anna mit ihrem ganz leicht konkaven Mittelteil eher schlicht. Im Innenraum sind die weit gespannten Bögen typisch für „bayerisches" Raumgefühl seiner Zeit. Seine Sakralbauten in Landshut-Seligenthal (Zisterzienserinnen-Klosterkirche), Sandizell/Schrobenhausen (Hofmarkkirche) und Ruhpolding (Pfarrkirche) zeigen stark zentralisierende Tendenzen. Dort wurde Gunetzrhainer wohl von seinem Schwager Johann Michel Fischer beeinflusst. Wahrscheinlich ist ihm auch das pittoreske kleine Schwabinger Suresnes-Schlösschen an der Münchner Werneckstraße zuzuschreiben.

1745 wurde Gunetzrhainer von Kurfürst Max III. Josef als Nachfolger von Effner zum Hofoberbaumeister ernannt. 1750 stieg er zum Hofkammerrat und Inspektor der kurfürstlichen Hof- und Lustgärten auf. Trotzdem stand er wohl immer mehr im Schatten des aufstrebenden François de Cuvilliés. Jedenfalls verfasste er von nun an vor allem Gutachten, erledigte Verwaltungstätigkeiten und kümmerte sich um den Landstraßenbau. Am 23. November 1763 starb er in München.

Längst war aus dem Kurfürstentum Bayern ein Königreich geworden. München entwickelte sich nach Schleifung der Wälle am Ende des 18. Jahrhunderts immer mehr zu einer modernen Stadt. Mit großem Elan betrieb König Ludwig I. den Umbau seiner Heimatstadt zu einem „Isar-Athen". Sein Sohn, König Maximilian II., wollte nicht nachstehen. Er schrieb 1850 einen Wettbewerb aus, mit dem Ziel, einen einheitlichen zeitgemäßen Baustil zu entwickeln – den sogenanntgen Maximilianstil. Sieger des Wettbewerbs wurde Friedrich Bürklein.

Am 30. März 1813, war

Nach seiner Ausbildung errichtete Bürklein zunächst eine Reihe von Privathäusern in München. Aufmerksamkeit erregte er erst durch den Bau (ab 1840) des Fürther Rathauses, einer Paraphrase des Palazzo Vecchio in Florenz. 1843 wurde Bürk
lein Baukondukteur bei der Eisenbahnbaukommission in Nürnberg; 1846 kam die Versetzung nach München versetzt. Im Auftrag der Regierung reiste er durch Europa, um dort den Eisenbahnhochbau zu studieren. 1847 erhielt er den Auftrag zum Neubau des Münchner Hauptbahnhofes, dem Vorläufer des heutigen. Besonders die hinter einem romanisierenden Portikus verborgene kühn konstruierte Eingangshalle, die als einer der ersten Ingenieurbauten bezeichnet werden kann, machte großen Eindruck in der Fachwelt... (

Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der März-Ausgabe von Unser Bayern!

 

Abbildung:

Mit dem Fürther Rathaus machte Friedrich Bürklein auf sich aufmerksam; der Bau paraphrasiert den PalazzoVecchio in Florenz (Foto: BLFD)

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