Unser Bayern

16.04.2010

Vermittler zwischen Firmen und Wissenschaftlern

Bayerische Forschungsstiftung wird 20 Jahre alt

Sie ist immer noch eine der weniger bekannten Institutionen der Wissenschaftslandschaft des Freistaats, obwohl sie in diesem Jahr schon ihren 20. Geburtstag feiert. Doch die Bayerische Forschungsstiftung verkörpert ein Konzept, mit dem mancher im akademischen Elfenbeinturm beheimatete Hochschullehrer und Student wohl noch sein weltanschauliches Problem hat: die wirtschaftliche Vermarktung von Wissenschaft. „Durch rasche und flexible Förderung anwendungsnaher Forschung den Hochtechnologiestandort Bayern stärken“, lautet das selbstverfasste Ziel, für das jährlich 20 Millionen Euro zur Verfügung stehen, insgesamt verfügt die Stiftung über ein Vermögen von 440 Millionen Euro. „Ein in Deutschland einmaliges Instrument“, lobt auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU).
Davon profitiert derzeit unter anderem ein Projekt, welches sich der Knochenschwundvorbeugung mit pflanzlichen Wirkstoffen verschrieben hat. Partner sind Bionorica aus Neumarkt in der Oberpfalz, das Orthopädische Zentrum für muskuloskelettale Forschung an der Universität Würzburg und das Department für Endokrinologie an der Universität Göttingen. Hintergrund: Knochenschwund ist eine schmerzhafte Volkskrankheit, an der vor allem Frauen nach den Wechseljahren erkranken. Allein in Deutschland sollen 7,8 Millionen Menschen betroffen sein, weltweit gar über 200 Millionen. Ein neues pflanzliches Wirkstoffgemisch, welchem die drei Partner aus Wirtschaft und Uni nun gemeinsam auf der Spur sind, erscheint für die Prophylaxe optimal geeignet. Doch ohne die Vermittlung der Forschungsstiftung wären schlaue Wissenschaftler und ambitionierte Mittelständler wohl nie zusammengekommen. „Jeder Euro, den die Stiftung ausreicht, wird von der Wirtschaft verdoppelt“, versichert Seehofer. Über 500 Projekte für fast eine Milliarde Euro kamen so seit 1990 auf den Weg, außerdem 400 Stipendien. Derzeitige Schwerpunkte sind unter anderem die Lebenswissenschaften („Life Sciences“), Mikrosystemtechnik, Mechatronik und Nanotechnologie. Anträge können gestellt werden von Forschungsverbünden, von denen mindestens einer aus Bayern stammt, bis maximal 2,5 Millionen Euro oder als Einzelanträge – mit einer ausführlichen Begutachtung bis 1,75 Millionen Euro, im vereinfachten Verfahren bis 50 000 Euro, alles begrenzt auf maximal drei Jahre. Um das Niveau zu sichern, gelten hohe Hürden: Jeder Antrag wird sowohl durch externe Fachgutachter – unter anderem hinsichtlich Qualität und Aktualität – als auch durch den eigenen wissenschaftlichen Beirat der Stiftung geprüft. Die Fördermittel gibt es immer nur für drei Monate im Voraus, der Fortgang der Arbeit wird jährlich überprüft.

(André Paul)

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