Wirtschaft

Wolfgang Brandl zeigt, wie auch kleinere Akteure – wie die Stadtwerke Eichstätt – von der Energiewende profitieren können. (Foto: Schweinfurth)

17.01.2014

„Aigners Vorschlag hätte einen gewissen Charme gehabt“

Der Vorsitzende des Verbands der bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft über den Windkraftstopp, Speichertechnologien und Stromsparen

Die Energiewende kommt nicht recht vom Fleck. Wir sprachen mit Wolfgang Brandl, Vorsitzender des Verbands der bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (VBEW) und Geschäftsführer der Stadtwerke Eichstätt, über die Weichenstellungen, die die Politik hierzulande jetzt vornehmen muss.

BSZ: Herr Brandl, was muss passieren, damit die Strompreise hierzulande nicht noch weiter steigen?
Brandl: Wir brauchen eine grundlegende Reform des EEG, also des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, in Richtung Bezahlbarkeit der Strompreise. Denn schon jetzt machen Steuern, Umlagen und Abgaben über 50 Prozent aus. Darum brauchen wir eine echte Marktintegration des EEG-Stroms. Außerdem muss der Erzeuger mehr in die Verantwortung für die sichere Bereitstellung von Strom genommen werden.

BSZ: Hat er die nicht?
Brandl: Nein, derzeit liegt die gesamte Verantwortung beim jeweiligen Übertragungsnetzbetreiber und beim Netzbetreiber vor Ort, der auch noch verpflichtet ist, jede neue EEG-Anlage anzuschließen und den EEG-Strom abzunehmen.

BSZ: Was sagen Sie in diesem Zusammenhang zu Wirtschaftsministerin Aigners Vorschlag, einen Fonds zu etablieren, um den Strompreisanstieg via Kreditaufnahme zu dämpfen?
Brandl: Das hätte schon einen gewissen Charme gehabt und eine längere Diskussion verdient. Denn man hätte sofort einen entlastenden Effekt für alle Verbraucher gehabt. Aber eine Kreditfinanzierung ist derzeit wohl politisch nicht umsetzbar.

BSZ: Wie sieht es denn bei den Stromnetzen aus? Brauchen wir wirklich die Nord-Süd-Trassen? Können wir nicht mit Biomasse so viel Strom in Bayern erzeugen und auf den Offshore-Windstrom verzichten?
Brandl: Nein, das geht leider nicht. Dafür haben wir die Flächen nicht zur Verfügung. Laut einer Untersuchung, die unser Verband gemeinsam mit den bayerischen Industrie- und Handelskammern in Auftrag geben hat, brauchen wir zumindest die so genannte Thüringer Strombrücke – unabhängig davon, ob Grafenrheinfeld planmäßig vom Netz geht...(Interview: Ralph Schweinfurth)

(Lesen Sie das vollständige Interview Artikel in der gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung am 17. Januar 2014)

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