Wirtschaft

Markus Söder twittert ein Selfie in die Welt hinaus. Nur leider ist das Dürer-Bild im Hintergrund eine Fälschung. (Foto: dpa)

11.12.2014

"Al-Durer-Runway"

Flughafen-Umbenenner sitzen Fälschern auf

Was hat er sich da gefreut, der Markus Söder: Bei der Namensänderung des Flughafen Nürnberg in „Albrecht-Dürer-Airport“ durfte er selbst den Pinsel schwingen und ein flüssiges „N“ malen. Und das ohne offizielle Funktion: Dem Aufsichtsrat sitzt nämlich der Erlanger Innenminister Joachim Herrmann vor.

Vorne Söder, im Hintergrund ist riesengroß eines der bekanntesten Gemälde des Selbstdarstellers und Flughafen-Namenspatrons zu sehen: Das Selbstbildnis Dürers im Pelzrock.

Seine Freude über das direkte Nebeneinander mit dem berühmtesten Nürnberger des Mittelalters wollte der Nürnberger im Staatskabinett der ganzen Welt sofort mitteilen: Mit einem „Selfie“. Dieses Handyfoto von sich und Dürer twitterte Söder mit Begeisterung in die Welt hinaus. Denn er fühlt sich als Erfinder des revolutionären Namens Albrecht-Dürer-Airport.

Pech nur, dass sich im Nachhinein herausstellte: Zwar hatte Flughafen eine „Eventagentur“ mit der Pressekonferenz teuer beauftragt. Die aber hatte eine schlechte Kopie und nicht das Original-Dürerbild als Vorlage für die Fotowand benutzt.

Nun prasselt jede Menge Hohn und Spott auf Markus Söder und die Flughafenbetreiber herab. Zumal die Namensänderung keine Probleme des seit langer Zeit defizitären Flughafens löst. Und weil in vielen Ländern Umlaute auf keiner Computertastatur zu finden sind, wird im Internet ohnehin geunkt: Der Name werde in Amerika wohl auf „Al-Durer-Runway“ verkürzt werden.

Dass Söder und die Flughafengesellschaft Fälschern aufsitzen, ist übrigens in Kreisen von Luftfahrtfachleuten üblich: Bis heute beharrt der Chef des Münchner Deutschen Museums darauf, die Gebrüder Wright hätten den ersten Motorflug der Welt vollbracht. Dabei war es – wie inzwischen ziemlich sicher nachgewiesen wurde – Gustav Weißkopf aus dem fränkischen Leutershausen (Landkreis Ansbach), der mit einem Motorflieger zwei Jahre vor den Wrights durch die Luft wirbelte. Doch zu einem Gustave-Whitehead-Airport konnten sie die Nürnberger Namensgeber nicht durchringen. (Heinz Wraneschitz)

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