Wirtschaft

Standortleiter Stefan Holzamer mit einer Motorradverkleidung aus Carbon im Empfangsgebäude des Meitinger Werks. (Foto: Alt)

20.08.2010

Andere Firmen auf Öko trimmen

Umweltkompetenz-Firmen in Schwaben: Carbon-Spezialist im Kreis Augsburg

Nicht Umweltschutz hat sich die SGL Group, deren größtes Werk sich in Meitingen bei Augsburg befindet, in erster Linie auf die Fahnen geschrieben, aber Innovationen, die zur Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxids beitragen. Denn Carbon kann für Energiegewinnung, Wärmedämmung und Mobilität große Bedeutung erlangen. „Carbon ermöglicht nicht nur Leichtbaulösungen, sondern hilft auch, Energie in Lithium-Ionen-Batterien zu speichern und in der Klimatechnik effizienter zu nutzen“, sagt der Meitinger Standortleiter Stefan Holzamer.
Der Konzern hat in seiner langen Geschichte mehrere Eigentümerwechsel, Umfirmierungen und Fusionen hinter sich. In Meitingen werden schon seit 1922 Produkte aus Kohlenstoff oder Graphit hergestellt. Heute sind hier die Forschung und Entwicklung des gesamten Konzerns konzentriert; man will auf diese Weise Synergien nutzen. SGL ist auf dem vergleichsweise kleinen Carbon-Weltmarkt einer der wesentlichen Akteure (knapp 6000 Mitarbeiter und 1,226 Milliarden Euro Jahresumsatz 2009).

Aktiv auch im Bereich erneuerbare Energien

Carbon-Verbundwerkstoffe sind leicht und zugleich sehr stabil, was ihren Einsatz beim Automobil- und Flugzeugbau interessant macht, etwa in Form von Karosserie- oder Flügelteilen oder Bremsscheiben. Kürzlich ging SGL ein Joint Venture mit BMW für das geplante Megacity Vehicle ein, eines der ersten echten Elektroautos, das 2013 auf den Markt kommen soll.
Die SGL Group ist auch in den Bereichen Klimatisierung und erneuerbare Energien aktiv. Graphit-Leichtbauplatten helfen, Räume effektiv und gleichmäßig zu temperieren. Und für die Windenergiebranche stellt SGL Rotec Rotorblätter her, allerdings nicht in Meitingen, sondern in Lemwerder bei Bremen.
Umweltschutz ist aber gerade auch in Schwaben ein wichtiges Thema für SGL. Ende vergangenen Jahres wurde das Werk als „Ökoprofit“-Betrieb im Landkreis Augsburg ausgezeichnet. Die Initiative „Ökoprofit“ strebt nach einer Verbindung von Ökonomie und Ökologie, indem nach kostensparenden und zugleich umweltschonenden Neuerungen gesucht wird. Ein Umweltteam schlug im Rahmen einer SGL Excellence-Initiative Änderungen in der Produktion vor, die Energieeinsparungen von rund 70 000 Euro jährlich erbringen. Unter anderem ging es um die bessere Beseitigung von Abgasrückständen in Ringöfen im Rahmen der Herstellung von Elektroden. SGL teilte dazu mit, dass diese Aktivitäten fortgesetzt werden.
Holzamer stellt aber auch klar, dass er SGL nicht als typische „grüne Firma“ sieht, sondern eher als ein Unternehmen, das es mit seinen Produkten Dritten ermöglicht, Energie zu sparen und damit Ressourcen zu schonen. Gerade Hochtemperaturprozesse seien naturgemäß sehr energieaufwändig. Die SGL Group ist deshalb an niedrigen und wettbewerbsfähigen Energiepreisen interessiert. Ein Beispiel dafür ist das neue Carbonfaserwerk, das zusammen mit BMW in Moses Lake im Staat Washington in USA errichtet wird – wegen des im Vergleich zu Deutschland extrem billigen Stroms, der dort allerdings ausschließlich aus Wasserkraft erzeugt wird.
Zur Umweltkompetenzregion Schwaben sagt der Firmenchef: „Wir könnten, was die Umweltkompetenz angeht, auch an jedem anderen Standort arbeiten.“ Aber SGL profitiere hier vom Austausch mit anderen Firmen, die sich im Umweltschutz engagieren. Insgesamt habe die Region eine „Treiberfunktion“. Er befürwortet ausdrücklich, dass Umweltschutz neben Leichtbau und Mechatronik zu den Leitbildern Bayerisch-Schwabens gehört. Solche Leitbilder seien unverzichtbar, um Schwaben voranzubringen.
(Andreas Alt)

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