Wirtschaft

Beschlossen Hilfen für Oberbayern (v.l.): Regierungssprecherin Daniela Philippi, Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch, Wirtschaftsminister Martin Zeil, Ministerpräsident Horst Seehofer, Sozialministerin Christine Haderthauer und Umweltminister Marcel Huber. (Foto: Schweinfurth)

26.04.2013

Auch Oberbayern braucht staatliche Unterstützung

Kabinett beschließt neue Studienangebote für Mühldorf und Altötting

Oberbayern ist der größte Regierungsbezirk im Freistaat und zählt zu den Top-Ten-Regionen Europas“, betont Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nach der Kabinettssitzung in Ingolstadt. Es sei ein wirtschaftliches Kraftzentrum von Weltrang und lebens- sowie liebenswerte Heimat gleichermaßen. Er und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) unterstreichen, dass die Region national und international magnetische Anziehungskraft habe, für Unternehmensansiedlungen genauso wie für Touristen aus aller Welt.
Zeil verweist darauf, dass mit Oberbayern 35 Prozent der Bevölkerung des Freistaats 41 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Bayerns erbringen. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen liege bei 42.000 Euro im Jahr. Und in Eichstätt herrsche bei 1,5 Prozent Arbeitslosigkeit schon mehr als die von den Arbeitsmarktstatistikern bei 3 Prozent definierte Vollbeschäftigung.
Darum sei es besonders schwer, in der Fraktion staatliche Impulse für Oberbayern durchzusetzen, so Arbeits- und Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU). Ihr werde immer wieder gesagt: „Ihr habt die allerbesten Zahlen, also stellt euch mal hinten an!“ Doch der Erfolg Oberbayerns sei kein Selbstläufer. Es gelte auch in diesem Regierungsbezirk, immer wieder zu investieren.
Umweltminister Marcel Huber (CSU) ergänzt, dass gerade seine Heimatregion Südostbayern nicht so rosig dasteht wie der Rest Oberbayerns. Deshalb sei er sehr dankbar, dass es jetzt endlich gelungen ist, neue Studienangebote der Hochschule Rosenheim in Mühldorf und Altötting zu schaffen. Laut Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) wolle man mit dem neuen Studienangebot den dort lebenden Menschen ein ortsnahes Studium ermöglichen und somit positive Impulse für die ganze Region setzen. Denn das Chemiedreieck liegt zwischen den Hochschulen in Rosenheim, Landshut, Deggendorf und Passau. „Und damit in relativ großer Entfernung zu den bestehenden Hochschulen“, so Heubisch.
In Mühldorf sei die Schaffung eines berufsbegleitenden Bachelor-Studiengangs im Fach Maschinenbau vorgesehen. Start des Studienangebots sei für Herbst 2014 geplant. In Altötting soll im Rahmen des Projekts „Studium MINT“ die bessere Verzahnung von Fach- bzw. Berufsoberschule mit der Hochschule Rosenheim erprobt werden. Hierfür sollen die Lehrpläne in der 11. und 12. Jahrgangsstufe optimiert und die Anforderungen eines technischen Studiums transparent gemacht werden. Das modifizierte schulische Angebot soll im Herbst 2013 beginnen und zwei Jahre später sei dann das „Studium MINT“ erstmals möglich.
Am Ort der Kabinettssitzung selbst, also in Ingolstadt, soll der Aufbau der „Bayerischen Tele-medAllianz“ stattfinden. In 2012/2013 sind hierfür vom bayerischen Gesundheitsministerium etwa 288.000 Euro und in 2013/2014 nochmals rund 400.000 Euro an Fördergeldern vorgesehen. „Gerade bei Schlaganfall oder Herzinfarkt ist die Telemedizin entscheidend“, so Gesundheitsminister Huber. Denn die Daten aus dem Rettungswagen könnten auf dem Weg des Patienten in die Klinik übermittelt werden. „Das spart Zeit, und es kann eine optimale Behandlung noch vor Eintreffen des Patienten im Krankenhaus vorbereitet werden“, so Huber. Er verweist darauf, dass es in unterschiedlichen Regionen Bayerns bereits verschiedene telemedizinische Anwendungen gibt und mit dem neuen Zentrum in Ingolstadt ein einheitlicher Standard für den ganzen Freistaat geschaffen werden soll. Von diesem wiederum können alle Regionen Bayerns profitieren.
Beim Sorgenkind Irsching 5, dem zweitmodernsten Gaskraftwerk der Welt, geben sich Seehofer und Zeil weiterhin optimistisch. Das wegen zu geringer Einsatzzeiten unrentable Kraftwerk wollen die Betreiber E.ON, N-ERGIE und Mainova am liebsten stilllegen. „Aber es gibt positive Signale aus den Verhandlungen mit den Kraftwerksbetreibern, den Netzbetreibern und der Bundesnetzagentur“, so Wirtschaftsminister Zeil. Er und Seehofer fordern aber nachdrücklich auf Bundesebene einen Kapazitätsmechanismus zu schaffen, dass sich Investitionen in derartige Kraftwerke lohnen. Denn sie werden für die Energiewende als Notreserve gebraucht, falls Strom aus Solar- und Windkraft nicht ausreichen. „Alte Kraftwerke unter Volllast zu fahren, kann es jedenfalls nicht sein“, so Zeil. Diese Dinosaurier müssten allein schon aus ökologischen Gründen bald schon vom Netz gehen.
Dagegen hätten andere Dinosaurier eine echte Chance im Freistaat. Denn zur Förderung des Tourismus soll im Altmühltal ein Dinosaurier-Freiluftmuseum entstehen. „Und der älteste Dino darin bin ich“, scherzt der gut gelaunte Ministerpräsident bei der Pressekonferenz.
(Ralph Schweinfurth)

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Kommentare (1)

  1. Sahin Cengiz am 27.04.2013
    Die Wohnungswirtschaft braucht nicht zu fürchten !
    Wasser muss sich bewegen, das sagten vor langer Zeit schon die Römer.
    Wir beschäftigen uns als Sachverständige Gebäudetechnik mit der Trinkwasserverordnung seit 2002 noch intensiver als je zuvor.
    Vielmehr sehen wir eine Gefahr bei den großen Arealen, Bürokomplexe, Industrie Immobilien, Krankenhäuser, Schulen, Kindergarten, Altenheime, Sportstätten...soll heißen alle öffentlichen Gebäuden als jetzt die Wohnungswirtschaft. In der Wohnanlage stagniert Trinkwasser im seltenen Fall, hier ist ein besondere Augenmerk auf die richtige technische Einstellung und Parametrierung der Anlagenkomponenten zu richten (z.B. Trinkwarmwassertemperatur , Zirkulationsnetz "55 Grad Celsius, Kaltwassertemperatur"25 Grad Celsius, Rückbau und Stilllegung bzw. Einbau geeignete system Armaturen für Stagnationsstrecken wie Gartenwasseventile, Modifikation Feuerlöschsysteme keine direkte Verbindung mit Trinkwasser).
    Wenn die Wohnanlage besetzt und bewohnt ist, kann von einer bestimmungsgemäßen Betrieb ausgegangen werden, heißt der wasseraustausch findet immer statt. Die Wohnanlagen können deshalb, unter Beachtung der technischen Kriterien als unkritisch angesehen werden. In großen Arealen wie dargestellt ist Legionellen Gefahr deutlich viel größer da meistens auch am Wochenende alles stagniert. Die technische Gebäudeunterhaltung gewinnt immer mehr an Bedeutung.

    Sahin Cengiz, Nürnberg .

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