Wirtschaft

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler steht nach der Bilanz-Pressekonferenz in Ingolstadt neben einem Audi Q7 e-tron quattro. (Foto: dpa)

10.03.2015

Audi nimmt sich viel vor

Weltweite Krisen, schwächelnde Wachstumsmärkte und mögliche neue Konkurrenten - Ingolstädter richten sich auf schwierigere Zeiten ein

Audi peilt trotz Unsicherheiten in diesem Jahr einen weiteren Absatzrekord an und will bereits vor 2020 die Marke von zwei Millionen verkauften Autos knacken. Dabei werde das Umfeld für die Nobelmarke weiter herausfordernd bleiben, sagte Audi-Chef Rupert Stadler heute in Ingolstadt bei der Vorlage der Bilanz der Volkswagen-Tochter.
"Wir zielen auf ein neues Rekordjahr." Der Start ins Jahr sei gelungen, im Februar legten die Verkäufe um 7,4 Prozent zu. "Allein im ersten Quartal fahren unsere Standorte in Ingolstadt und Neckarsulm 19 Sonderschichten", sagte Stadler. Für die Konzernmutter bleibt Audi der wichtigste Ertragsbringer.
Stadler will bis 2020 den Erzrivalen BMW an der Spitze der Oberklassehersteller ablösen. Das Ziel, bis 2020 auch die Marke von zwei Millionen verkaufter Autos zu knacken, zieht Stadler vor - auch wenn er nicht verrät, wann es soweit sein soll. Der Branchenprimus BMW hatte bereits im vergangenen Jahr mehr als zwei Millionen Autos verkauft. Die Münchner legen kommende Woche die Zahlen für 2014 vor.
Aber bereits 2014 sei kein Selbstläufer gewesen, warnte Stadler. So habe die Weltwirtschaft Rückschläge erlitten, in Wachstumsmärkten wie Brasilien, Indien oder Russland laufe es nicht rund. "Strukturelle Probleme, schwächelnde Rohstoffmärkte und - zum Beispiel im Falle Russlands - geopolitische Konflikte machen den wirtschaftlichen Hoffnungsträgern bis heute zu schaffen", sagte Stadler.
Insgesamt werde die Welt komplizierter. Es gebe mehr Wettbewerb, mehr Geschwindigkeit, die Verflechtungen würden enger. Dazu kommen Krisen, Konjunkturschwankungen und Währungsrisiken. "Im Ergebnis entsteht: weniger Sicherheit, weniger Planbarkeit und insgesamt weniger Unabhängigkeit", sagte Stadler. Wer als Unternehmen dabei im Spiel bleiben wolle, müsse möglichst viele Variablen einkalkulieren. "Und doch ist jedes Wirtschaften immer eine Wette auf die Zukunft."
Im vergangenen Jahr ist diese Wette für Audi aufgegangen. "Wir haben mehr geliefert als wir versprochen haben", sagte Stadler. Audi hatte 2014 weltweit rund 1,74 Millionen Autos verkauft und einen neuen Absatzrekord erreicht. Das trieb den Umsatz auf den Bestwert von fast 54 Milliarden Euro - ein Plus von fast 8 Prozent verglichen mit 2013.
Der operative Gewinn legte angesichts hoher Investitionen in neue Fabriken und Modelle nicht ganz so deutlich zu und stieg um etwas mehr als 2 Prozent auf knapp 5,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich steht ein Gewinn von gut 4,4 Milliarden Euro, 10 Prozent mehr als 2013. Weltweit beschäftigt Audi mehr als 80.000 Menschen, 58.000 davon in Deutschland. 2015 plant der Autobauer weltweit 6000 Einstellungen.
Die Beschäftigten an den deutschen Audi-Standorten erhalten allerdings trotz der guten Zahlen bereits zum zweiten Mal in Folge eine geringere Erfolgsbeteiligung. Im Durchschnitt bekommt jeder Tarifbeschäftigte 6540 Euro. Bereits vor einem Jahr war die Zahlung angesichts eines geringeren Gewinns von 8030 auf 6900 Euro gesunken.
2014 sei aber ein anderer Grund ausschlaggebend gewesen: Die "Zahl der Anspruchsberechtigten" sei angesichts von vielen Neueinstellungen "um rund 4000 gestiegen, während das operative Ergebnis nur leicht über dem Vorjahreswert liegt". Die Bezüge des Vorstands allerdings stiegen im vergangenen Jahr - vor allem dank höherer Boni. Die Mitglieder bekamen im vergangenen Jahr knapp 25 Millionen Euro, nach 23,4 Millionen im Jahr zuvor. Anders als vergleichbare Unternehmen weist Audi die Vorstandsbezüge nicht für einzelne Mitglieder aus. (Sebastian Raabe, dpa)

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