Wirtschaft

Nürnbergs Bürgermeister Horst Förther (l.) und N-ERGIE-Vorstandschef Josef Hasler erläutern die Bedeutung des Wärmespeichers. (Foto: Schweinfurth)

02.08.2013

Baubeginn für Nürnberger Wärmespeicher

1500 Megawattstunden Wärmekapazität

Es wird einer der höchsten Speicher in Europa: Horst Förther (SPD), Bürgermeister der Stadt Nürnberg, Josef Hasler, Vorstandschef der N-ERGIE AG und Christian Höfurthner, Mitglied der Geschäftsführung der Bilfinger VAM Anlagentechnik GmbH, setzten jetzt den ersten Spatenstich für den Bau des Wärmespeichers auf dem Kraftwerksgelände in Nürnberg-Sandreuth. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 17 Millionen Euro.
Der Wärmespeicher hat die Funktion eines Heißwassertanks, der zur Zwischenspeicherung von Wärme dient und mit dem Nürnberger Fernwärmenetz verbunden ist. Durch ihn kann die Strom- von der Wärmeerzeugung zeitlich entkoppelt werden, was den Einsatz des Heizkraftwerks flexibler macht. „Wenn es an der Börse günstigen Strom gibt, können wir ihn kaufen und damit den Speicher heizen“, erklärt Vorstandschef Hasler. Er erinnert auch daran, dass an der gleichen Stelle schon einmal ein ähnliches Bauwerk stand: ein Gasspeicher mit 100 Metern Höhe und 50 Metern Durchmesser.
Besteht beispielsweise aufgrund einer Windflaute oder stärkerer Bewölkung erhöhter Strombedarf, wird die Stromerzeugung des Heizkraftwerks erhöht und die dabei auch höhere aber nicht direkt benötigte Fernwärme in den Speicher geladen. Die Wärmekapazität des Speichers von rund 1500 Megawattstunden (MWh) reicht zum Beispiel aus, um an Wochenenden in den Sommermonaten die Versorgung der Fernwärmekunden sicherzustellen.
Als Generalunternehmer startet die Bilfinger VAM Anlagentechnik GmbH ab August mit den Bauarbeiten. Bei der Errichtung des Speichers wird ein spezielles Verfahren angewendet: Hierbei werden in einem ersten Schritt zunächst Sockel und Deckel des Stahlbehälters gefertigt und aufeinander gelegt. Anschließend wird der Deckel hydraulisch angehoben und dann laufend gedreht. Gleichzeitig wird die Außenwand des Speichers wie eine Spirale abschnittsweise seitlich eingezogen und verschweißt. Dadurch verkürzt sich die Bauzeit erheblich.
Die Stahlhülle des Speichers wird ein Gesamtgewicht von zirka 1000 Tonnen erreichen. Eine darauf aufgebrachte 50 Zentimeter starke Dämmschicht hält eventuelle Wärmeverluste sehr gering.
Der Speicher wird einen Durchmesser von rund 26 Metern und eine Höhe von 70 Metern haben. Er fasst rund 33.000 Kubikmeter Wasser und wird als Zwei-Zonen-Speicher ausgeführt: Im Innern des Behälters wird im unteren Bereich Wasser auf eine Temperatur von über 100°C aufgeheizt. Damit dieses Wasser nicht ausdampfen kann, befindet sich im oberen Teil des Speichers eine Schicht mit kälterem Wasser, die mit ihrem Eigengewicht wie ein Stempel auf das heiße Wasser drückt.
An die Montage und den späteren Betrieb des Speichers werden höchste Sicherheitsanforderungen gestellt. Die zentrale Leitstelle wird den Speicher laufend überwachen. Sollte wider Erwarten eine Leckage auftreten, wird das ausströmende Wasser über einen Umfassungswall zurückgehalten und über einen großen Kanal abgeleitet.
Als Ergänzung zum Heißwasser-Speicher baut die N-ERGIE zwei Elektroheizer mit einer elektrischen Leistung von je 25 Megawatt (MW), die überschüssigen Strom in Wärme umwandeln und diese in den Speicher leiten. Die Wärme steht bei Bedarf für eine Nutzung in der Fernwärmeversorgung zur Verfügung. Der Brennstoffverbrauch des Kraftwerks in Sandreuth wird so reduziert. (rs)

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