Wirtschaft

Band durchschnitten – Einrichtung eröffnet: Ministerpräsident Horst Seehofer, Wirtschaftsminister Martin Zeil (l.), Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (r.) und Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel (ganz l.) freuen sich über das Haus der Forschung in Nürnberg. (Foto: Schweinfurth)

02.07.2010

Bayern setzt auf Wachstum durch Innovationen

In Nürnberg wurde Bayerns „Haus der Forschung“ eröffnet

Bayerns Forschung hat eine neue Adresse. Ministerpräsi-
dent Horst Seehofer (CSU), Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) haben in Nürnberg das „Haus der Forschung“ eröffnet. Es soll zentraler Anlaufpunkt für Wirtschaft und Wissenschaft in Sachen Forschungsförderung sein.

Bayern ist laut Seehofer zwar in vielen Bereichen Spitze, doch bei der Abrufung von europäischen Fördermitteln für die Forschung rangiere der Freistaat bisher nur auf dem zweiten Platz im Bundesvergleich. Das soll sich jetzt ändern. Immerhin stünden für den Zeitraum von 2007 bis 2013 für die Forschung 54 Milliarden Euro an Fördermitteln seitens der EU zur Verfügung. Davon will Bayern laut Seehofer noch mehr profitieren: „Wir wollen Wachstum aus Innovation.“ Laut Wissenschaftsminister Heubisch haben Bayerns Universitäten im vergangenen Jahr 65 Millionen Euro an Fördermitteln eingeworben, 24 Prozent mehr als 2008. 52 Millionen Euro davon stammten aus EU-Töpfen.


Bayern ist auf Platz eins bei den Ausgaben für Forschung


Schon jetzt belege der Freistaat laut Stifterverband der deutschen Wirtschaft Platz eins bei den Ausgaben für Forschung. „Bayern soll zu den besten Forschungsregionen der Welt werden“, erklärte Wirtschaftsminister Zeil das Ziel Bayerns. Schon jetzt würden 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Freistaats in Forschung und Entwicklung investiert. Dieser Wert solle bis 2013 auf 3,2 Prozent und bis 2020 auf 3,6 Prozent steigen. „Dank des bayerischen Landtags hat das Haus der Forschung eine finanzielle Grundlage erhalten“, so Zeil. In den ersten fünf Jahren werden 20 Millionen Euro zur Verfügung stehen.
„Unser wichtigster Rohstoff sind Ideen“, betont der Ministerpräsident. Deshalb sollen vom Haus der Forschung wichtige Impulse für die bayerische Innovations- und Technologiepolitik ausgehen. Die neue Anlaufstelle der Forschungsförderung werde ein wichtiger Baustein für das Zukunftsprogramm „Aufbruch Bayern“ sein und dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft Bayerns weiter zu steigern.
Seehofer betonte, dass das Haus der Forschung bewusst in Nürnberg angesiedelt ist, weil dies die Vielfältigkeit und Breite des Technologiestandorts Bayern belege. Unter dem Dach des neuen Hauses sind Bayern Innovativ, die Bayerische Forschungsallianz, das Innovations- und Technologiezentrum Bayern und die Bayerische Forschungsstiftung vereint. Für den südbayerischen Raum wird das Haus der Forschung eine Dependance in München unterhalten. „Aber die Musik im Haus der Forschung wird in Nürnberg gemacht“, betont Seehofer. Dies spiegele sich auch in der Personalausstattung wider: 84 Mitarbeiter werden in Nürnberg und 39 in München mittelständischen Unternehmen und bayerischen Hochschulen umfassend, qualifiziert und unbürokratisch über Fördermöglichkeiten beraten und bei EU-Förderanträgen begleiten.
Wissenschaftsminister Heubisch betonte, dass sich Bayern noch deutlicher als bisher in die europäische Wissenschaftspolitik einbringen will. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise sei ein Zulauf von Wissenschaftlern in den Freistaat zu spüren. Denn Länder wie die USA und Großbritannien hätten ihre Forschungs- und Entwicklungsetats gekürzt. Somit sei es jetzt der richtige Zeitpunkt für Bayern, sich stärker um die Forschung als Instrument der Wohlstandssicherung für die Zukunft zu engagieren.
Unterstützt wird das Haus der Forschung auch von Bayerns wichtigsten Wirtschaftsorganisationen. Die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) und die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern setzen auf die Forschungsförderung und den Technologietransfer. „Bayerns Zukunft ist von der Innovationskraft der Betriebe abhängig“, betonte vbw-Hauptgeschäftsführer Betram Brossardt am Rande der Veranstaltung in Nürnberg. Wissenschaft und Wirtschaft müssten noch enger miteinander verzahnt werden. Deshalb mache die neue Institution das breite Förderangebot transparenter, habe eine Navigationsfunktion für aktuelle Trends und künftige Forschungsentwicklungen sowie eine Koordinationsfunktion, um die Forschungsaktivitäten bayernweit stärker zu vernetzen.
BIHK-Chef Peter Driessen betonte, dass der Wirtschaftsstandort Bayern seine Stärke vor allem den innovationsfreudigen Unternehmen verdanke. „Aber der Wettbewerb um innovative Produkte und Dienstleistungen nimmt zu und wir müssen uns nicht nur national, sondern auch mit den führenden Innovationsstandorten weltweit, sowie zunehmend mit Aufsteigerländern wie China messen.“ Darum habe das Haus der Forschung eine wichtige Funktion als Informationsdrehscheibe.
Lothar Semper, Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern, erklärte: „Innovationen entstehen, wenn die Ergebnisse von Forschung und Entwicklung in neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen umgesetzt werden.“ Deshalb profitierten auch Handwerksbetriebe, wenn das umfangreiche Spektrum bayerischer, nationaler oder europäischer Förderprogramme genutzt wird und wenn es gelte, die richtigen Partner aus Forschung und Wirtschaft zu finden.
(Ralph Schweinfurth)


www.haus-der-forschung.de
Telefonhotline: 0800-0268724

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