Wirtschaft

Das Unternehmen hat aktuell rund 40 000 Mitarbeiter. (Foto: BSZ)

09.08.2017

Bayernwerk lagert gesamtes Versorgungssnetz in neugegründete Gesellschaft aus

Der größte Energieproduzent des Freistaats hofft dadurch auf mehr Spielraum für Expansion in neue Märkte

Das Bayernwerk, Bayerns führender Stromversorger, organisiert sich neu. Das Unternehmen lagert das gesamte Netz, also die Versorgungsinfrastruktur, in eine eigene Gesellschaft aus. Das soll mehr Spielraum für die Expansion in die Energiemärkte der Zukunft schaffen. Mit der Neustrukturierung der Bayernwerk-Unternehmensgruppe als Holding wird 128 Jahre nach dem Bauantrag für das erste große bayerische Wasserkraftwerk in Höllriegelskreuth und 123 Jahre nach Gründung des Bayernwerk-Vorläufers "Isarwerke" ein neues Kapitel in der Geschichte der bayerischen Energieversorgung geschrieben.

Letzter wichtiger Meilenstein in der Zukunftsentwicklung der bayerischen Energieversorgungsstrukturen war 2001 die Verschmelzung der fünf Regionalversorgungsunternehmen Energieversorgung Oberfranken AG, OBAG AG, Überlandwerk Unterfranken AG und Großkraftwerk Franken AG auf die Isar-Amperwerke AG und dann die Integration unter dem Dach der EON AG. Weitere gesetzliche Vorgaben zwangen aber schon kurze Zeit später zur Trennung des Gesamtunternehmens in den Bereich EON Bayern Vertrieb, zuständig für die Strom- und Erdgasversorgung, und die E.ON Bayern AG als Betreiber des weitläufigsten Stromversorgungsnetzes in Bayern. 2013 wurde dann aus der E.ON Bayern AG die Bayernwerk AG, auch dies ausgelöst durch nochmals verschärfte gesetzliche Regelungen zur Trennung von Stromproduktion und Verteilung.

Aufstieg begann mit dem Ausbau der Kernenergie


Mit dem erneuten Namenswechsel erlebte eine Schlüsselmarke in der bayerischen Energiegeschichte eine Renaissance. Die Marke Bayernwerk hat bereits über 100jährige Tradition. Oskar von Miller, "Vater" der bayerischen Stromversorgung, erfand die "Marke" schon 1915. Als Stromlieferant erlangte das dann 1921 gegründete gleichnamige Staatsunternehmen aber zunächst nur regionale Bedeutung. Der Aufstieg des Unternehmens begann mit dem Einstieg in die Kernenergie in den 1960er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Der Schritt in die Privatisierung folgte 1992. Da gab der Bayerische Freistaat seine 58-Prozent-Beteiligung am führenden bayerischen Energieversorger durch Verschmelzung an die VIAG ab, einem seit 1923 existierenden Mischkonzern im Montan- und Energiebereich. 2000 wurde die VIAG dann mit der VEBA zur E.ON fusioniert - darin eingebunden unter dem Markenzeichen E.ON Bayern die fünf bayerischen Strom-Regionalversorger Energieversorgung Oberfranken AG, OBAG AG, Überlandwerk Unterfranken AG und Großkraftwerk Franken AG und Isar-Amperwerke AG.

Aktuell fünf Millionen Kunden


"Mit dem neuen Unternehmensmodell fokussieren wir uns auf der einen Seite auf Versorgungssicherheit und die technologische Entwicklung des intelligenten Netzes. Auf der anderen Seite schaffen wir uns im freien Markt unternehmerischen Spielraum, um Wachstumspotentiale für uns zu erschließen", tönt Reimund Gotzel, der heutige Vorstandsvorsitzende der Bayernwerk AG. Auf die Zahl der Beschäftigten und der Standorte habe diese innere Neuorganisation keinen Einfluss, versichert der Chef.

Die Holding Bayernwerk AG mit ihren Tochtergesellschaften Bayernwerk Netz, Bayernwerk Natur und Bayernwerk Energietechnik versorgt derzeit fünf Millionen Menschen in Bayern mit Strom und anderen Energiedienstleistungen. Mit einem Stromnetz von rund 154.000 Kilometern Länge und einem etwa 5800 Kilometer langen Erdgasnetz ist die Bayernwerk Netz GmbH auch der größte regionale Netzbetreiber in Bayern. Das Netzgebiet erstreckt sich über Unter- und Oberfranken, die Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern. Bestandteil der Versorgungsinfrastruktur sind rund 265 000 regenerative Erzeugungsanlagen, die heute bereits 60 Prozent des Energiebedarfs im Bayernwerk-Versorgungsgebiet abdecken. (OBX)

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