Wirtschaft

26.03.2010

Beruhigungspille für Oberfranken

Ministerpräsident Horst Seehofer auf der Konferenz zur demografischen Entwicklung

Die bayerische Staatsregierung will an der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Teilregionen des Freistaates festhalten. Das hat Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bei einer Konferenz zur demographischen Entwicklung Oberfrankens bekräftigt. Eine Wunderwaffe gegen Überalterung und massenhaftem Wegzug gibt es nach den Worten Seehofers allerdings nicht.
Bayerns kleinster Bezirk ist von den Auswirkungen am stärksten betroffen, hinzu kommt die noch immer höchste Arbeitslosenquote im Freistaat. Nicht zuletzt deshalb hatten oberfränkische Landtagsabgeordnete, auch aus Seehofers eigener Partei, schon im vergangenen Jahr eine „Oberfranken-Konferenz“ gefordert, um das Schicksal der Region zu debattieren.
Das Schrumpfen wird immer rasanter, so soll die Bevölkerung aller Städte und Landkreise in Oberfranken mit Ausnahme von Bamberg und Forchheim abnehmen. Spitzenreiter ist der Landkreis Wunsiedel, der bereits bis zum Jahr 2025 um fast 20 Prozent schrumpfen soll, von 79.000 auf 64.000. Nicht viel besser sieht die Situation in den Kreisen Kronach und Hof aus, wo die Experten einen Einwohnerrückgang um etwa 13 Prozent bis 2025 voraussagen. Ursache: Seit Jahrzehnten sterben kontinuierlich immer mehr Menschen als geboren werden, junge Leute ziehen weg. Der Ministerpräsident war um dramatische Bezeichnungen nicht verlegen: „Wir haben es hier mit dem Ozonloch der Gesellschaftspolitik zu tun“, sagte er, der „größten gesellschaftlichen Herausforderung überhaupt“. Der Freistaat sei deshalb gut beraten, an der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse festzuhalten und in Bildung, Infrastruktur und Dienstleistungseinrichtungen zu investieren. „Ist erst einmal die Infrastruktur weg, sind auch die Menschen weg“, warnte Seehofer.

(Stephan H. Fuchs/André Paul)

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