Wirtschaft

Drehkreuzbetrieb am Münchner Flughafen wird weiter ausgebaut. (Foto: Hennies/FMG)

09.07.2010

Bestes Juni-Ergebnis aller Zeiten

Der Münchner Flughafen ist wieder auf Wachstumskurs

Am Münchner Airport stehen die Zeichen wieder auf Wachstum: Im ersten Halbjahr 2010 wurden über 15,8 Millionen Passagiere gezählt, rund drei Prozent mehr als im Vorjahr. Damit liegt der Zuwachs an Fluggästen deutlich über dem Bundestrend mit lediglich 1,5 Prozent.

Der spürbare Anstieg bei der Passagiernachfrage ist für Michael Kerkloh, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH (FMG), umso bemerkenswerter, als man in der ersten Jahreshälfte eine Vielzahl von negativen Sondereffekten zu verzeichnen hatte, durch die die Verkehrsentwicklung spürbar beeinträchtigt wurde. Als Gründe nannte Kerkloh den hartnäckigen Winter, einen Pilotenstreik bei der Lufthansa und die Auswirkungen des Vulkanausbruchs auf Island, die insgesamt zum Ausfall von rund 9000 Flügen führten. Dies entspricht einem Minus von etwa 800 000 Passagieren. „Ohne all diese Sondereffekte wäre der Anstieg des Passagieraufkommens in München nach unseren Berechnungen mindestens doppelt so stark ausgefallen“, erklärte der FMG-Chef bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz. Aufs ganze Jahr gesehen, rechnet Kerkloh mit einem Passagierzuwachs von rund fünf Prozent.
Für die Verkehrsentwicklung im Verlauf der letzten drei Quartale lasse sich – die Sondereffekte einmal ausgeklammert – eine durchgängige Aufwärtstendenz konstatieren, betonte Kerkloh. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte diese Entwicklung im Juni 2010. Mit 3,2 Millionen Fluggästen konnte nicht nur ein sattes zweistelliges Plus von zwölf Prozent registriert werden, sondern auch das höchste Juni-Ergebnis, das jemals in München erzielt wurde.
Noch stärker als das Passagieraufkommen wuchs der Frachtumschlag. Mit einem Frachtaufkommen von rund 127 000 Tonnen verbuchte der Münchner Airport in den ersten sechs Monaten ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese erfreuliche Entwicklung bei der Luftfracht ist für Kerkloh ein eindeutiges Indiz dafür, dass der wirtschaftliche Aufschwung mittlerweile auf breiter Front eingesetzt hat. Dabei profitiere die Luftfracht natürlich auch vom weiteren Ausbau des Drehkreuzbetriebs am Münchner Flughafen und hier insbesondere des Langstreckenverkehrs. Etwa drei Viertel der gesamten Luftfracht, die von oder nach München befördert wird, ist laut FMG-Chef als so genannte Beiladefracht auf den Interkontinentalstrecken unterwegs.
In der laufenden Sommerflugplanperiode wurden am Münchner Flughafen gleich sechs wichtige neue Langstrecken eingerichtet, berichtete Kerkloh. So nahm die Lufthansa Fernstrecken nach Miami, Riad und Taschkent in ihr Münchner Programm auf. Die Lufthansa-Partner Singapore Airlines, Continental Airlines und All Nippon Airways eröffneten Verbindungen nach Singapur, New York und Tokio. „All diese neuen Langstreckenverbindungen bieten nicht nur attraktive Reisemöglichkeiten für Passagiere, sondern darüber hinaus auch zusätzliche Kapazitäten für den Gütertransport.“
Während es beim Passagier- und Frachtaufkommen signifikante Zuwächse gibt, ist nach Kerklohs Worten die Anzahl der Flugbewegungen im aktuellen Halbjahresergebnis noch rückläufig. 185 000 Starts und Landungen in den ersten sechs Monaten bedeuten ein Minus von 5,7 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2009. Dass bei weniger Flügen mehr Passagiere und mehr Frachtgut transportiert werden konnte, führt Kerkloh darauf zurück, dass der Trend zu größeren Flugzeugen in München auch im ersten Halbjahr 2010 anhielt. Die durchschnittliche Sitzplatzauslastung stieg von 69 auf 71 Prozent.
Inzwischen mehren sich laut FMG-Chef jedoch die Anzeichen dafür, dass künftig auch bei den Starts und Landungen wieder mit Zuwächsen zu rechnen ist. „In dem bereits erwähnten verkehrsreichen Monat Juni ist diese Trendwende bereits zu erkennen, hier ergibt sich bei den Flugbewegungen eine Steigerung von rund zwei Prozent gegenüber dem Juni 2009.“ (Friedrich H. Hettler)

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