Wirtschaft

In den Hosentaschen der heutigen Generation lässt sich mehr Technik finden, als bei der ersten bemannten Raumfahrt eingesetzt wurde. (Foto: dpa)

21.05.2015

Blutdruck messen mit der App

Der digitale Fortschritt der letzten Jahre lässt sich nirgendwo eindrucksvoller ablesen als am Smartphone

Filme schauen, Musik hören, durch das Internet surfen, Mails beantworten, hochwertige Fotos schießen, im Videospiel das nächste Level erreichen – und alles mit einem Gerät, das kaum die Größe einer Tafel Schokolade erreicht. Der digitale Fortschritt der letzten Jahre lässt sich nirgendwo eindrucksvoller ablesen als an den kleinen mobilen Alleskönnern, die schon längst unser Leben bestimmen.

Noch vor wenigen Jahrzehnten wäre es unmöglich gewesen, einige der vorgenannten Aufgaben von Zuhause aus vorzunehmen. Geschweige denn, sie in der Bahn sitzend, bei Spaziergängen und bei allen Unternehmungen dabei zu haben. In den Hosentaschen der heutigen Generation an Bürgern lässt sich mehr Technik finden, als bei der ersten bemannten Raumfahrt eingesetzt wurde. Die modernen Medien sind für jedermann greifbar. Wo einst ein raumgroßer Computer nötig war, um einfachste Daten zu berechnen, befindet sich nun die gesamte virtuelle Welt in den Händen der Benutzer. Und ein Ende der Entwicklung ist noch lange nicht in Sicht.

Eine neue Generation

Schellack, Vinyl oder Magnetbänder haben die Medienvielfalt des letzten Jahrhunderts geprägt. Doch Musik- und Videokassetten sowie Disketten für den Computer sind heute nur noch älteren Personen ein Begriff. Denn mittlerweile hat sich ein Fortschritt eingestellt, der in diesem Umfang nicht absehbar war: Daten werden auf digitalen Geräten gespeichert, verarbeitet, umgewandelt und zur Nutzung bereitgestellt. Auf diese Weise sind nicht alleine Songs oder Filme binnen eines Augenblicks verfügbar. Auf jede Form einer Veröffentlichung kann zurückgegriffen werden und das sogar länderübergreifend sowie zu jeder beliebigen Zeit. Die Medien folgen keinem Nutzungsschema mehr, sondern sie reifen zu einem dauerhaft gebräuchlichen Gut.

Das moderne Leben wird dabei maßgeblich von der Entwicklung des Internets beeinflusst. Schuhe kaufen in England, eine Hausbesichtigung in Amerika, den Strand für das nächste Urlaubsdomizil in Australien begutachten – die virtuelle Welt kennt keine Grenzen. Zu jeder Zeit ist das Wissen an jedem Ort verfügbar. Daten können beliebig transportiert und genutzt werden. In jedem Augenblick wird eine Menge an Wissen über die mediale Autobahn in alle Bereiche des Erdballs gebracht, die jede Bibliothek in ihrem Umfang übersteigt. Fußballspiele können direkt aus dem Stadion auf das Endgerät wie den Computer oder das Smartphone übertragen werden – ohne Verzögerung.

Damit geht auch der Trend einher, nicht mehr auf eine geringe Anzahl von Fernseh- oder Radiosendern angewiesen zu sein. Wer ein bestimmtes mediales Angebot sucht, kann dieses auf jedem beliebigen Kontinent finden – vom internetfähigen Gerät aus. Auch hier sind es zuweilen Kanäle, die rein digital aufgebaut sind: Die Musik und die Filme werden durch technische Unterstützung bereitgestellt und transportiert. Menschliche Fachkräfte sind am Internetfernsehen oder dem Internetradio nicht mehr zwingend beteiligt. Die Technik ist derart weit fortgeschritten, dass sie sich selbst bedient. Vom Server auf den Fernseher oder den Computer des Nutzers. Fast in Lichtgeschwindigkeit.

Neue Kunstbereiche entstehen

Doch noch eine weitere Entwicklung ist erkennbar. War es vor wenigen Jahren nur wenigen Menschen möglich, mediale Formate herzustellen und zu veröffentlichen, so kann heute beinahe jedermann zum Regisseur, Darsteller, Moderator oder Musiker werden. Soziale Plattformen wie Youtube, Facebook und Twitter ermöglichen das Hochladen von Videos, Fotos oder Songs. Das täglich Erlebte wird auf dem persönlichen Blogg mit der Welt geteilt. Auf diese Weise entstehen neue Kunstbereiche, die längst eigene Stars hervorbringen und nicht selten zu millionenschweren Unternehmen heranwachsen. Die Medien liegen somit in den Händen der Nutzer, die selbst ihr Programm bestimmen und auf diese Weise eine neue Form der Unabhängigkeit erreichen.

Die digitale Entwicklung der letzten Jahre ist beeindruckend. Doch sie dürfte lediglich die Basis dessen darstellen, was in den kommenden Jahren an Verbesserungen möglich erscheint. Schon heute sind mobile Geräte wie das Smartphone in der Lage, auf diverse technische Anlagen zurückzugreifen. Mit kleinen Apps wird der Herd aus der Ferne bedient, die Füllmenge des Kühlschranks abgerufen und der Blutdruck gemessen. Ähnliche Programme wie etwa Nest-Thermostat sind zudem bereits jetzt fähig, das Temperatur- und Energieniveau eines Hauses zu regulieren und dabei kostensparend zu arbeiten. Immer mehr Vorteile stellen sich ein. Der Mensch profitiert davon ebenso wie die Umwelt. Die digitalen Medien reifen zu einem Werkzeug moderner Generationen. (BSZ)

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