Wirtschaft

VAG-Geschäftsbereichsleiter Tim Dahlmann-Resing präsentiert die Logos auf den VAG-Fahrzeugen, die den Einsatz von Ökoenergie der Öffentlichkeit kommunizieren. (Foto: Schweinfurth)

29.06.2012

Busse und Bahnen fahren mit Ökoenergie

Vorreiter für Deutschlands Verkehrsbetriebe: Nürnberger VAG setzt auf Strom aus Wasserkraft und Bioerdgas

Die Nürnberger VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft wird zum ökologischen Vorreiter bei Deutschlands Verkehrsbetrieben. Bereits seit 1. Januar 2012 werden sämtliche U-Bahnen, Straßenbahnen und sonstigen technischen Einrichtungen sowie die Verwaltung der VAG mit Strom aus Schweizer Wasserkraft versorgt. Jetzt sind noch zehn Busse hinzugekommen, die mit Bioerdgas fahren.
Laut Tim Dahlmann-Resing, dem VAG-Geschäftsbereichsleiter Planung, Marketing, Vertrieb und Controlling, sorgt die Umstellung auf Ökostrom für eine CO2-Entlastung von 30.000 Tonnen im Jahr. Denn insgesamt verbraucht die VAG pro Jahr 80 Millionen Kilowattstunden Strom – so viel wie 34.000 Haushalte. Somit sind die Nürnberger Verkehrsbetriebe die größten Energieverbraucher der Frankenmetropole.
Die Mehrkosten für den Ökostrom sind laut Dahlmann-Resing, dem designierten Technikvorstand der VAG, gering. Lediglich mit einem Zwanzigstel Cent pro Kilowattstunde würden sie zu Buche schlagen. Bei 150 Millionen Fahrten, die die VAG jährlich absolviert, entspräche das dann „nur“ 75.000 Euro. Dem stehe aber der enorme Umwelt- und Klimaschutzbeitrag gegenüber, der wiederum die Bilanz des Nürnberger Nahverkehrs verbessere. „Kilmabewusste Mobilität ist somit mit dem ÖPNV möglich“, sagt Dahlmann-Resing. Er hofft darauf, dass durch dieses Ökoengagement der VAG noch mehr Menschen im Großraum Nürnberg auf Busse und Bahnen umsteigen.
Der Bezug des günstigen Ökostroms für die VAG ist vertraglich bis 2015 gesichert. „Wenn es dann die Marktkonditionen zulassen, werden wir wieder Ökostrom einkaufen“, so Dahlmann-Resing. Denn der Preisunterschied zwischen regenerativem und konventionell erzeugtem Strom dürfe nicht zu groß sein, damit sich das Umweltengagement auch betriebswirtschaftlich rechne.
Zudem startet am 1. Juli die Belieferung der VAG mit Bioerdgas. Dann ist der Betrieb der zehn neuen Busse gesichert. Sukzessive sollen bei den Ersatzbeschaffungen von Bussen bis zum Jahr 2018 immer Gasbusse durch Gasbusse ersetzt werden, so Michael Sievers Geschäftsbereichsleiter Buswerkstätten. Ob nach 2018 mit Erdgas-betriebenen Bussen weitergemacht werde, hänge vom Entwicklungsstand der Antriebstechnologie ab. Erdgasbusse seien in der Anschaffung und im Unterhalt teurer, was aber laut Sievers durch den günstigen Kraftstoff kompensiert werde. Von den 180 Bussen der VAG werden 100 mit Erdgas betrieben. Die VAG setzt seit 1996 auf Erdgasbusse. Sowohl das Bioerdgas als auch der Ökostrom sind zertifiziert. „Das bedeutet, dass nachgewiesen ist, dass die Energieunternehmen die von uns bezogenen Strom- und Gasmengen nur einmal verkaufen“, so Dahlmann-Resing. Zudem werde über die Zertifikate sicher- gestellt, dass es sich tatsächlich um regenerative Energie handelt.
Das ist nur ein Baustein für das vielfältige Umweltengagement der Nürnberger Verkehrsbetriebe. So beschafft die VAG zum Beispiel möglichst Fahrzeuge, die im Vergleich zu anderen weniger Kraftstoff verbrauchen. Die Energiebilanz verbessern aber nicht nur richtig dimensionierte Motoren, sondern auch moderne Antriebstechnologien. Beim Bus beispielsweise die Hybridtechnologie, die es erlaubt, Bremsenergie zu speichern und beim Anfahren wieder zu nutzen. Auch bei den Schienenfahrzeugen wird so ein System genutzt. Das hat aber im Gegensatz zum Busbereich bei den Bahnen schon lange Tradition. Derzeit testet die VAG mit Herstellern die Möglichkeit, Bremsenergie zu speichern.
Einen ähnlichen Weg beim Ökostromeinsatz haben die Verkehrsbetriebe von Darmstadt, Freiburg und Ulm begonnen zu beschreiten, so VAG-Pressesprecherin Elisabeth Seitzinger.
(Ralph Schweinfurth)

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