Wirtschaft

Besiegelten den Beitritt von C.A.R.M.E.N. e.V. zur Bayerischen Klima-Allianz (v.l.): Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, C.A.R.M.E.N.-Vorstandschef Hermann Meyer und Umweltminster Marcel Huber. (Foto: C.A.R.M.E.N. e.V.)

09.07.2014

Den Klimawandel im Fokus

22. C.A.R.M.E.N.-Symposium mit Teilnehmerrekord in Würzburg

„Erneuerbare Energien – die ökologische und ökonomische Wende“ – unter diesem Titel fand am 7. und 8. Juli auf der Festung Marienberg in Würzburg das 22. C.A.R.M.E.N.-Symposium mit einem neuen Teilnehmerrekord statt. Die über 370 Tagungsgäste aus Deutschland, Österreich und Tschechien hatten Gelegenheit, sich auf den aktuellen Stand in Fragen des Klimawandels und der Umweltauswirkungen der Nutzung fossiler Energien zu bringen sowie sich mit Argumenten für die Energiewende zu rüsten. Über 60 namhafte Referenten diskutierten in verschiedenen Fachblöcken über aktuelle Entwicklungen der Nachwachsenden Rohstoffe, Erneuerbaren Energien und nachhaltigen Ressourcennutzung. Die Veranstaltung richtete sich dieses Jahr an Vertreter von Firmen, Kommunen, Landkreisen sowie Behörden, Land- und Forstwirte, Banken, Stadtwerke, Journalisten, Planungsbüros und alle fachlich Interessierten.

Geballte Information und reger Fachaustausch

Das Fachplenum wurde am Montagvormittag von Manfred Greis, dem Präsidenten des Bundesindustrieverbandes Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V., eröffnet. Dieser betonte, dass es das wichtigste Ziel sei, eine zukunftsfähige Energieversorgung sicherzustellen und stellte neben der Stromversorgung vor allem die Rolle der Erneuerbaren Energien bei der Wärmeversorgung heraus. Einen sehr motivierenden Vortrag über den Beitrag Erneuerbarer Energien zum Klimaschutz hielt im Anschluss Prof. Dr. Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Mit eindringlichen Worten und Bildern zeigte er die Folgen der bisherigen Energieversorgung und erinnerte an die Verantwortung jedes Einzelnen für den Klimaschutz. Oberste Priorität habe die Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2040 auf Null, so Quaschning. Er ist davon überzeugt: „100 Prozent Erneuerbare Energien sind möglich“ und appellierte an die Bürger, sich trotz der aktuellen politischen Entwicklungen in Sachen Energiewende nicht entmutigen zu lassen.

Am Nachmittag folgten vier Fachblöcke, die die Teilnehmer über die aktuelle Klima- und Umweltsituation, die Erneuerbare-Energien-Technik als Exportgut, die Mobilität der Zukunft und die Gestaltung eines Erneuerbare-Energien-Systems informierten. Hier fanden vor allem die Beiträge über die aktuelle Reform und die Neuerungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2014 im Bereich Biomasse, Windenergie und Photovoltaik großes Interesse der Tagungsteilnehmer.

Am Dienstag wurde das Symposium mit zahlreichen informativen Parallelveranstaltungen weitergeführt. Unter anderem wurden zukunftsfähige Energiesysteme, die Nutzungswege Erneuerbarer Energien im Vergleich, die Umweltwirkung von Photovoltaik-Anlagen und der begehrte Rohstoff Energieholz rege diskutiert. Nach einer Mittagspause ging es weiter mit verschiedenen Fachplenen zur Umweltwirkung der Biomassenutzung, den Bausteinen einer dezentralen Energieversorgung und der Umweltwirkung von Windkraftanlagen.

Verleihung des Ernst-Pelz-Preises 2013 und des Förderpreises Nachwachsende Rohstoffe 2013

Vor zirka 250 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung fand am Montagabend in der Würzburger Residenz der traditionelle Festakt statt. Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) betonte in seiner Festrede den hohen Stellenwert der Energiewende in Gesellschaft und Politik und rief dazu auf, nicht darin nachzulassen, sich für Energieeinsparung, Energieeffizienz und den Einsatz Erneuerbarer Energien im ländlichen Raum einzusetzen.

Im Anschluss daran erfolgte die Verleihung des Ernst-Pelz-Preises und des Förderpreises Nachwachsende Rohstoffe, welche jeweils mit 10.000 Euro dotiert sind. Der Förderpreis des Landwirtschaftsministeriums ging dieses Jahr an die Firma Hock GmbH Co. KG aus Nördlingen (Landkreis. Donau-Ries) für die Entwicklung und Markteinführung von Hanffaser-Dämmstoffen. Die Firma Hock produziert seit 1998 Baustoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen und zählt in Europa mittlerweile zu den Marktführern für alternative Dämmstoffe. Die innovativen Produkte zeichnen sich durch beste Dämmwerte bei Hitze und Kälte, gutes Raumklima und einen zeitsparenden Einbau ohne Gesundheitsgefährdung aus. Manche bestehen bereits vollständig aus biobasierten Materialien. Für die Herstellung bezieht die Firma mehrere tausend Tonnen Hanffasern pro Jahr.

Mit dem Ernst-Pelz-Preis 2013 wurde Michael Gass, Geschäftsführer und Gründer der Firma Biowert Industrie GmbH aus Brensbach im Odenwald (Baden-Württemberg) geehrt. In der Firma Biowert wird seit 2005 Wiesengras aus der Region stofflich und energetisch genutzt. Die daraus gewonnenen Fasern sind Grundlage für eine Vielzahl von Produkten, etwa Einblasdämmstoffe für den Baubereich oder mit Naturfasern verstärkte Kunststoffe. Die bei der Verarbeitung des Grases anfallenden Abfälle werden in der angeschlossenen Biogasanlage in Strom und Wärme verwandelt. Die Wärme wird innerhalb des Betriebs genutzt, um Dämmstoffe und Granulat herzustellen. Der Ernst-Pelz-Preis wurde von Unternehmer Peter Pelz in Erinnerung an seinen Vater gestiftet und zeichnet besondere Verdienste um Nachwachsende Rohstoffe aus.

Beitritt von C.A.R.M.E.N. e.V. zur Bayerischen Klima-Allianz

Im feierlichen Rahmen besiegelten Bayerns Umweltminister Marcel Huber (CSU), C.A.R.M.E.N.- Vorstandsvorsitzender Hermann Meyer und Landwirtschaftsminister Brunner den Beitritt von C.A.R.M.E.N. e.V. zur Bayerischen Klima-Allianz mit der Unterzeichnung einer „Gemeinsamen Erklärung für eine Zusammenarbeit zum Schutz des Klimas“. Die knapp 30 durch die Bayerische Klima-Allianz vernetzten Partner verfolgen ehrgeizige Klimaschutzziele und gemeinsame Projekte, die das Verständnis für einen nachhaltigen Umgang mit knappen Ressourcen wecken und klimafreundliches Verhalten fördern sollen.

Das 22. C.A.R.M.E.N- Symposium war ein voller Erfolg. Auch Manfred Greis, Redner des Fachplenums und Präsident des Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V., war begeistert: „Das C.A.R.M.E.N Symposium ist für mich einer der wichtigsten Termine im Jahreskalender, wenn es um Erneuerbare Energien und ihre Rolle bei der Energiewende geht. Hier wird nicht nur der Stand des politischen und öffentlichen Diskurses erörtert und kommuniziert, sondern es werden auch Lösungswege anhand ganz konkreter Konzepte und Projekte aufgezeigt. Im Übrigen bilden die historischen Stätten der Festung Marienberg und der Würzburger Residenz einen sehr würdigen Rahmen für diese stets hervorragend organisierte Veranstaltung.“ (Carolin Pillichshammer)

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