Wirtschaft

02.01.2015

Ein besseres Image für den ADAC entwickeln

Der Automobilclub sucht einen neuen Kommunikationschef

Kurz vor Jahresende sucht der ADAC einen neuen, so die Annoncenformulierung, „Leiter Kommunikation/Presse“ – garniert mit dem bemüht witzigen Spruch „Ein Spurwechsel genügt, um Bewegung in Ihre Karriere zu bringen.“ In der Branche der Öffentlichkeitsarbeiter ist ADAC-Kommunikationschef freilich kein ganz unwesentlicher Job, spricht der künftige Stelleninhaber doch für fast 19 Millionen Mitglieder – trotz sinkender Tendenz immerhin noch das etwa Fünfzigfache der SPD, die sich des Umstands rühmt, die mitgliederstärkste politische Partei im Lande zu sein.
Allerdings gerät die Anzeige etwas versteckt. Nicht etwa im Stellenmarkt auflagenstarker Medien ist sie zu finden, sondern bei der Internetseite jobware.de wurde inseriert. Das nährt den Verdacht, dass der ADAC bereits fündig geworden ist und man nur aus arbeitsrechtlichen Gründen und um des guten Stils willen diese vergleichsweise günstige Anzeige platzierte. Manche Firmen kleben in solchen Fällen ja auch nur einen Zettel ans Schwarze Brett in der Kantine.
Die aktuell andauernde Krise des ADAC, man sollte angesichts des einjährigen Jubiläums des Skandals daran erinnern, war zunächst und vor allem eine Krise der Kommunikationsabteilung: Michael Ramstetter (61), der die Position des Kommunikationschefs fast 16 Jahre bis zum 18. Januar 2014 inne hatte, musste zugeben, bei der kurz zuvor erfolgten Vergabe des Autopreises „Gelber Engel“ manipuliert zu haben und demissionierte kurz darauf; es war ja auch leider nicht seine erste Mogelei, wie später herauskam.
Auf den neuen Amtsinhaber – eine Frau wäre eine echte Überraschung, gibt es doch hierzulande zwar unzählige renommierte Politik-, aber eben kaum gestandene Autojournalistinnen – wartet vor allem die Aufgabe, das Renommee seines Arbeitgebers in der Öffentlichkeit zu reparieren. Mit Ausnahme der Pannenhelfer rangieren ADAC-Beschäftigte imagetechnisch derzeit noch weit hinter den auch nicht eben angesehenen freien Gebrauchtwagenhändlern.
Die gleiche hausinterne Macht wie der gegenüber Untergebenen als Choleriker und Tyrann verschriene Michael Ramstetter soll der Nachfolger nach dem Willen der ADAC-Oberen allerdings nicht haben: Die Chefredaktion der Mitgliederzeitschrift ADAC Motorwelt (monatliche Auflage: 13,6 Millionen Exemplare), die Ram-stetter noch in Personalunion wahrnahm, ist davon mittlerweile entkoppelt und bereits neu besetzt. Finanziell lohnen dürfte sich der Job trotzdem: Insider sprechen von einem Jahresgehalt im sechsstelligen Bereich. (André Paul)

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Kommentare (1)

  1. Roland am 05.01.2015
    """Ist der Ruf erst ruiniert, lebts sichs gänzlich
    ungeniert!""""

    Der ADAC ist keine Verein mehr, sondern ein Konzern,
    mit hochbezahlten Vorständen.

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