Wirtschaft

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, EZD-Leiter Felipe Wolff-Fabris (r.), der Selber Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch (ganz links) und SKZ Institutsdirektor Professor Martin Bastian (2. von links) beim Rundgang durch das neue Gebäude. (Foto: BSZ)

06.05.2014

Eine Vision wird Wirklichkeit

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner nimmt in Selb Europäisches Zentrum für Dispersionstechnologien (EZD) in Betrieb

Bei strahlendem Sonnenschein und nach nur knapp neun Monaten Bauzeit konnte  vor Kurzem in Selb das EZD von Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) feierlich in Betrieb genommen werden. Es gilt als europaweit einmaliges Projekt, das vom SKZ in enger Kooperation mit der Industrie und erheblicher Unterstützung des Freistaats Bayern errichtet wurde.

 

Dispersionstechnologien gezielt verbessern - diese Vision wird mit dem EZD in Oberfranken nun Wirklichkeit. Ministerin Aigner sprach in ihrem Grußwort von einem "Aushängeschild", dessen Vorbildcharakter weit über die Grenzen Oberfrankens hinausginge.

"Ein Meilenstein für Selb, Oberfranken und die ganze Region", ergänzte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch (aktive Bürger), der sich besonders darüber freute, dass Selb nach vielen Jahren der Monostruktur nun auch im Bereich Forschung und Wissenschaft Fuß fasse.

In dem zirka 650 Quadratmeter großen Gebäude können alle wesentlichen Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet „Herstellung und Charakterisierung von Dispersionen (Mischungen)“ und auch entsprechende Dienstleistungen für die Industrie angeboten werden. Typische Anwendungsgebiete von Dispersionen sind Kunststoffbauteile, Lacke/Beschichtungen, Druckfarben, Nanokomposite, Keramik/Porzellan, Lebensmittel, Papier und Kosmetika.

Die enorme Vielfalt an Fragestellungen zur optimalen Dispergierung bei Werkstoffen aus den unterschiedlichsten Bereichen ist enorm hoch und wird eine der Herausforderungen für Felipe Wolff-Fabris sein, der das neue Zentrum leitet. „Eine industrienahe Anlaufstelle, an die sich besonders kleine und mittelständische Unternehmen ohne eigene Entwicklungskapazität wenden können, in der dann neue Ideen getestet, Mitarbeiter geschult und firmeninterne Abläufe optimiert werden, existierte nämlich bislang zu dieser immer wichtiger werdenden Thematik noch nicht“, erläutert Wolff-Fabris.

Das bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt das EZD mit Fördermitteln in Höhe von 5,2 Millionen Euro.

„Mit dem EZD wird die Forschungs- und Entwicklungskompetenz Oberfrankens auf dem wichtigen Feld der Dispersionstechnologien weiter gestärkt und es entsteht ein herausragender Innovationspartner für die Unternehmen in der Region und weit darüber hinaus. Damit setzen wir unseren Weg konsequent fort, Oberfranken zu einem Zentrum für neue Werkstoffe zu entwickeln – für Wachstum und sichere Arbeitsplätze in der Region“, so Wirtschaftsministerin Aigner.

Den Betrieb des EZD übernimmt in Abstimmung mit dem bayerischen Wirtschaftsministerium und der ortsansässigen Industrie das SKZ als renommierte Technologietransfer-Einrichtung für den Mittelstand. „Für das SKZ eine konsequente Weiterführung seiner Tätigkeiten in den Bereichen FuE, Analytik, Weiterbildung von Fachkräften und auch der Zertifizierung von Unternehmen“, so Professor Martin Bastian, Institutsdirektor des SKZ. „Mit dem EZD ist eine interdisziplinäre Institution geschaffen, die die Möglichkeiten hat, kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Seite zu stehen und so ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern“ ergänzt Prof. Bastian. In kooperativer Zusammenarbeit mit den Kollegen der anderen SKZ-Standorte, mit wissenschaftlichen Einrichtungen, zum Beispiel den Universitäten in Bayreuth, Erlangen und Würzburg sowie mit Technologietransferzentren, zum Beispiel Cluster Nanotechnologie, Neue Materialien Bayreuth und Fürth und ganz besonders der Industrie können nun Forschung und Entwicklung, Analytikleistungen, die Ausbildung von Studenten und die Fortbildung von Facharbeitern, Meistern, Technikern, Akademikern und Managern aufgebaut werden.

Momentan arbeiten bereits sechs Vollzeitkräfte am EZD. Bis zirka 2017 sollen insgesamt zwölf Forscher tätig sein sowie auch etliche Praktikanten und Studenten, die am EZD beispielsweise ihre Abschlussarbeit schreiben können. Die enge Zusammenarbeit mit Hochschulen und Universitäten sei von hoher Bedeutung, wie Wolff-Fabris betont.

Gerade die bemerkenswerte Verbindung von Theorie und Praxis im Labor und in der Aus- und Fortbildung machen das EZD europaweit zu einer Einrichtung mit absolutem Alleinstellungsmerkmal. (BSZ)

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