Wirtschaft

Freuen sich über den Erfolg der Oberpfalz (v.l.n.r.): Christoph Aschenbrenner, Geschäftsführer des Regionalmarketings Oberpfalz, Wirtschaftsminister Martin Zeil, Europaministerin Emilia Müller, Brigitta Brunner, Regierungspräsidentin der Oberpfalz, und Georg Musiol, Präsident des Deutschen Marketing-Verbands. (Foto Schweinfurth)

29.06.2012

„Einer der dynamischsten Standorte in ganz Deutschland“

Das Regionalmarketing Oberpfalz feiert zehnjähriges Bestehen

„Dank ihrer zentralen Lage in Europa und ihrer Brückenfunktion zu Osteuropa hat die Oberpfalz in den vergangenen Jahren eine großartige Erfolgsgeschichte hingelegt“, sagte Bayerns Europaministerin Emilia Müller (CSU) bei der Jubiläumsfeier zu zehn Jahren Regionalmarketing Oberpfalz im Rahmen des Oberpfalztags 2012. Unternehmen aus den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik, Maschinen- und Anlagenbau, Glas- und Porzellanindustrie sowie Bauindustrie würden für den wirtschaftlichen Erfolg dieses Regierungsbezirks stehen. „Ich bin froh, dass wir vor Jahren nicht nur auf Dienstleistung gesetzt haben, sondern die Oberpfalz weiterhin als Industrieregion positioniert haben“, erläuterte die Ministerin.
Trotz der wirtschaftlichen Dynamik sieht sie in einigen Bereichen für die kommenden Jahre noch Baustellen. „Die Schienenverbindungen müssen besser werden, die Bäder müssen vernetzt werden und auch der Tourismus muss sich neu aufstellen“, sagte sie am Rand der Veranstaltung zur Staatszeitung.
Eine ganz andere Baustelle treibt die Oberpfälzer Regierungspräsidentin Brigitta Brunner um. Ab 2017 läuft die Förderung des bayerischen Wirtschaftsministeriums für das Regionalmarketing Oberpfalz aus. Doch dieses Instrument sei ein wesentlicher Baustein für den Erfolg der Region. Veranstaltungen in Berlin und Brüssel würden auf die Stärken der Oberpfalz überregional aufmerksam machen und somit die wirtschaftliche Entwicklung beflügeln. Darum bat Brunner den anwesenden Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), dass sein Haus doch die Angelegenheit wohlwollend prüfen möge, ob nicht nach 2017 weitere Unterstützung möglich sei. Zeil versprach dies mit den Worten: „Wir werden schon eine kreative Lösung finden.“
Das Regionalmarketing Oberpfalz ist 2002 als Verein auf Initiative von Regierungspräsidentin Brunners Vorgänger Wilhelm Weidinger gegründet worden. Das Regionalmarketing Oberpfalz in Ostbayern e. V., wie es offiziell heißt, bekommt laut Brunner pro Jahr 125 000 Euro Förderung vom Wirtschaftsministerium. Diesen Betrag durch Beiträge der Vereinsmitglieder zu ersetzen sei sehr schwer. Dennoch habe sie Verständnis dafür, dass eine Sache, die erfolgreich läuft, auch irgendwann einmal ohne staatliche Gelder auskommen sollte.
Wirtschaftsminister Zeil unterstrich seinerseits den wirtschaftlichen Erfolg der Oberpfalz: „Der Regierungsbezirk steht hervorragend da und ist einer der dynamischsten Standorte in ganz Deutschland. Die Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent ist noch einmal besser als im gesamten Freistaat mit 3,5 Prozent.“ Zeil lobte, dass die Region aus sich selbst heraus gewachsen ist und der Erfolg „nichts Aufgepfropftes“ ist. Er verdeutlichte auch, dass die niedrige Jugendarbeitslosigkeit von unter 2 Prozent ein Riesenschatz für den sozialen Zusammenhalt ist. „Dennoch muss die Oberpfalz um weiterhin erfolgreich zu sein, immer dranbleiben und neueste Initiativen aufgreifen.“ So stellte Zeil besonders heraus, dass in Sulzbach-Rosenberg für 25 Millionenen Euro ein Fraunhofer-Zentrum für Energiespeicherung entsteht. Das seit 1990 bestehende Applikations- und Technikzentrum für Energieverfahrens-, Umwelt- und Strömungstechnik (ATZ) wird zum 1. Juli in die Fraunhofer-Gesellschaft integriert. Forschungsschwerpunkt an der Einrichtung soll künftig die Entwicklung thermischer und chemischer Energiespeicher sein. Die Wissenschaftler befassen sich dabei mit dem gesamten Spektrum an Speichertechnologien vom Heißwasser-Wärmespeicher bis hin zur klassischen Batterie. Der Freistaat stellt 20 Millionen Euro bis 2017 für das Projekt bereit.
Zeil freute sich auch, dass die Innovationsgutscheine des Wirtschaftsministeriums für mittelständische Betriebe besonders gut in der Oberpfalz angenommen werden. Darum sollten auch die „Innovationsgutscheine 2“ im Wert von je 18 000 Euro besonders gut in diesem Regierungsbezirk ankommen. „Denn diese Gutscheine sind nur für Regionen, die vom demografischen Wandel besonders betroffen sind. Und das ist ja die nördliche Oberpfalz.“

Ein guter Slogan wird gesucht

Karl Georg Musiol, Präsident des Deutschen Marketing-Verbands, würdigte ebenfalls die Erfolge des Regionalmarketing Oberpfalz. Er machte darauf aufmerksam, dass zur Emotionalisierung der Marke Oberpfalz noch ein guter Slogan gehört wie beispielsweise der von Baden-Württemberg: „Wir können alles außer Hochdeutsch“. So einen Werbespruch zu finden, sei jetzt Hausaufgabe des Regionalmarketings in den kommenden Jahren. Da Musiol auf die Charakterstärke der Oberpfälzer, die unmittelbar mit dem wirtschaftlichen Erfolg zusammenhängt, mehrmals einging, drängt sich ja folgender Slogan fast auf: „Charakter setzt sich durch“. (Ralph Schweinfurth)

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