Wirtschaft

Beim Chemieriesen Wacker in Burghausen hat man sich bereits für ein Investment in den USA statt in Bayern entschieden. (Foto: dpa)

23.10.2014

Energiewende bedroht bayerische Industrie

BIHK-Chef Driessen: „Verlagerung von Produktionsstandorten ins Ausland nimmt zu“

Wegen der Energiewende rücken immer mehr Industriebetriebe vom Standort Bayern ab. Bereits zehn Prozent der Industriefirmen im Freistaat haben unter anderem wegen der hohen Strompreise Betriebsteile ins Ausland verlagert oder Kapazitäten abgebaut. Im Vorjahr gaben dies erst drei Prozent an. Weitere 13 Prozent der Industriebetriebe planen Verlagerungen oder setzen diese bereits um, so die bayerische Auswertung des bundesweiten IHK-Energiewende-Barometers 2014.

„Die Wirtschaft stellt der bisher mangelhaft umgesetzten Energiewende ein schlechtes Zeugnis aus“, kommentiert Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), die Umfrage. „Die Betriebe leiden unter den europaweit höchsten Strompreisen. Dazu ist ihnen unklar, wie Bayern seine Stromversorgung sichern will, wenn die Kernkraftwerke bis 2022 vom Netz genommen werden und bis dahin keine Stromtrassen und Gaskraftwerke gebaut sind“, so Driessen weiter. Der BIHK-Chef betont, dass die Industriebetriebe in Bayern direkt für mehr als 1,6 Millionen Arbeitsplätze stehen.

Auch bei der Versorgungssicherheit schlägt die Studie Alarm: Mehr als jeder fünfte Betrieb kämpft mit Stromausfällen, die kürzer als drei Minuten dauern. Solche Kurzzeitunterbrechungen werden aber nicht im Netz-Monitoring der Bundesnetzagentur erfasst. Damit würde nur ein unvollständiges Bild über die Auswirkungen der Energiewende auf die Stromnetze vorliegen, kritisiert der BIHK-Chef. Bei elf Prozent der Betriebe haben Stromunterbrechungen zu Produktionsausfällen geführt. „Bevor weitere bayerische Firmen abwandern, muss die Staatsregierung schleunigst ein belastbares Konzept für eine erfolgreiche Energiewende vorlegen“, fordert Driessen. (BSZ)

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