Wirtschaft

Johann Bögl vermisst Anreize für Innovationen. (Foto: Bögl)

17.04.2014

„Energiewende erfordert einen Langfristplan“

Johann Bögl, Vizepräsident des Bayerischen Bauindustrieverbands, kritisiert die ersten Entwürfe zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes

Die Energiewende stellt in den kommenden Jahren für die Bauindustrie eine enorme Geschäftsmöglichkeit dar. Doch sie birgt auch Risiken für die Branche. Darüber sprachen wir mit Johann Bögl, Gesellschafter der Firmengruppe Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG aus Sengenthal (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) und Vizepräsident des Bayerischen Bauindustrieverbands.

BSZ: Herr Bögl, wie bewerten Sie die gegenwärtigen politischen Diskussionen zur Energiewende?
Bögl: So langsam realisiert der eine oder andere, was Energiewende bedeutet. Und die politischen Auseinandersetzung zeigen, dass es sich um ein Jahrhundertwerk handelt.


BSZ: Wie sehen Sie den in den Medien als Zick-Zack-Kurz kritisierten Weg der Politiker bei der Energiewende?
Bögl: Es scheint, als hätte die Politik zwei Ziele gleichzeitig: Energiewende und Strompreisdämpfung. Und bei beiden hat sie das Problem, dass sie für die Öffentlichkeit sehr schnelle Ergebnisse nachweisen muss. Doch die Energiewende ist ein hochkomplexes Thema.

BSZ: Das heißt?
Bögl: Es gehört mehr dazu, als nur kurzfristig Effekte zu erzielen. Man braucht einen langfristigen Plan.

BSZ: Sind Sie zufrieden mit den ersten Entwürfen zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)?
Bögl: Nur sehr bedingt. Es fehlen Anreize für Innovationen. Das ist ein ganz zentraler Punkt. Denn gerade beim Thema Energiespeicherung sind wir ganz entscheidend auf den Erfindergeist der Unternehmen angewiesen, um dieses Problem zu lösen. Gleiches gilt für die Stromnetze. Auch hier fehlen intelligente Lösungen.

BSZ: Wie müssten denn solche Anreize aussehen?
Bögl: Man könnte zum Beispiel den eingespeisten EEG-Strom unterschiedlich vergüten. So bekäme etwa derjenige, der unkontrolliert regenerativ erzeugten Strom einspeist vielleicht nur 8 Cent pro Kilowattstunde und derjenige, der kontrolliert, also regelbar, Ökostrom einspeist vielleicht 10 Cent pro Kilowattstunde...(Interview: Ralph Schweinfurth)

(Lesen Sie das gesamte Interview in der gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung vom 17. April 2014.)

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