Wirtschaft

22.07.2011

Enorme Nachfrage junger Kunden

LBS Bayern stellte 2010 einen neuen Rekord bei der Bausparsumme auf: knapp unter 8 Milliarden Euro

Die LBS Bayern ist in diesem Jahr erneut auf Rekordkurs. 2010 war ein Spitzenjahr für unser Unternehmen. Und 2011 werden wir voraussichtlich noch stärker abschneiden. Wohneigentum und Bausparen haben einen Lauf.“ Mit diesen Worten eröffnete Franz Wirnhier, Sprecher der Geschäftsleitung der LBS Bayern, die diesjährige Bilanzpressekonferenz. 2010 hat die LBS Bayern das beste Neugeschäft ihrer mehr als 80-jährigen Unternehmensgeschichte erzielt. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge wuchs gegenüber dem Vorjahr um 12,2 Prozent auf 228.353. Die Bausparsumme stieg um 14,8 Prozent auf 7,95 Milliarden Euro. „Die LBS Bayern hat damit erstmals auch nach Bausparsumme einen Marktanteil von 40 Prozent erreicht. Damit“, so Wirnhier, „ sind wir mit Abstand die führende Bausparkasse im Freistaat“.
Im ersten Halbjahr 2011 wurde das sehr gute Neugeschäft aus den ersten sechs Monaten 2010 abermals deutlich gesteigert. Von Januar bis Juni dieses Jahres erhöhte sich die Zahl der für die LBS vermittelten Bausparverträge um 15,7 Prozent auf 134.947, die Bausparsumme um 11,8 Prozent auf 4,54 Milliarden Euro. Ein wesentlicher Faktor für dieses neuerliche Wachstum ist laut Wirnhier der Jugendmarkt. 36 Prozent der Verträge (48.388 Stück) wurden mit jungen Menschen bis 25 Jahre abgeschlossen, das sind zehn Prozent mehr als vor Jahresfrist. Verantwortlich dafür ist vor allem ein neues Produkt, so der LBS Bayern-Chef. Für die Altersgruppe der unter 16-Jährigen wurde im vergangenen November unter dem Motto „Nase vorn“ ein Juniorbonus eingeführt, der je nach Bausparsumme bis zu 300 Euro ausmacht. „Dieser Bonus kommt im Markt hervorragend an. Die Zahl der Abschlüsse in dieser Altersgruppe hat sich seither etwa versechsfacht. Im ersten Halbjahr 2011 lag sie bei rund 23.500, das entspricht 18 Prozent aller Neuverträge.“ Die durchschnittliche Bausparsumme in diesem Segment liegt bei 20.000 bis 25.000 Euro.


Zinsüberschuss hat sich 2010 verringert

Während sich das Geschäft mit jungen Bausparern besonders im Stück-Wachstum auswirkt, ist das deutliche Plus beim Summen-Wachstum im ersten Halbjahr 2011 vor allem auf die starke Nachfrage nach LBS-Finanzierungen zurückzuführen. „Der Wunsch nach einer Wohnimmobilie“, so Wirnhier, „ist bei den Menschen so groß wie selten zuvor. Sicherheit, Stabilität und inflationsgeschütztes Vermögen sind den Bürgern momentan besonders wichtig.“ Dies zeige sich auch bei den Vermittlungszahlen der Sparkassen-Immobilien-Vermittlungsgesellschaft, der Maklerorganisation von LBS und Sparkassen in Bayern. Nach sechs Monaten verzeichnet sie beim Wert der vermittelten Objekte ein Plus von 5,6 Prozent auf 803 Millionen Euro.
Die starke Nachfrage von Immobilienkäufern habe die LBS bei den Vor- und Zwischenfinanzierungen gespürt, berichtete Wirnhier. Die Zusagen stiegen 2010 um 26,9 Prozent auf 673,5 Millionen Euro. Bauspardarlehen wurden im vergangenen Jahr in geringerem Umfang abgerufen, da wegen des historisch niedrigen Zinsniveaus am Markt günstige Alternativen zu finden waren, erklärte der LBS-Manager. Die Zusagen gingen um 5,0 Prozent auf 471,3 Millionen Euro zurück. Im ersten Halbjahr 2011 habe die Finanzierungsnachfrage noch an Dynamik gewonnen. Die Zusagen stiegen bei den Vor- und Zwischenfinanzierungskrediten um 33 Prozent auf 326,6 Millionen Euro an. Bei den Bauspardarlehen wurde wieder ein Plus erzielt. Die Zusagen nahmen hier um 6,9 Prozent auf 262,8 Millionen Euro zu.
Bedingt durch die niedrigen Kapitalmarktzinsen verringerte sich laut Wirnhier der Zinsüberschuss 2010 gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Millionen Euro auf 189,8 Millionen Euro. Wie angenommen ging das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge 2010 gegenüber dem Vorjahr (75,1 Millionen Euro) zurück. Es habe jedoch mit 56,9 Millionen Euro über den Erwartungen gelegen. Dies liege vor allem an Sondereffekten aus der erstmaligen Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes. Der Jahresüberschuss sank um 4,2 Millionen Euro auf 40 Millionen Euro. „Insgesamt haben wir die Herausforderungen durch ständig sinkende Zinsen in den zurückliegenden zehn Jahren mit stabilen Ergebnissen auf einem guten Niveau gemeistert“, betonte der LBS-Chef.
Die Landesbausparkasse sieht für ihre weitere Entwicklung insbesondere Chancen im Modernisierungs- und Jugendmarkt sowie beim Riester-Bausparen. Die Reaktorkatastrophe von Fukushima habe zu einer Zäsur in der deutschen Energiepolitik geführt, sagte Wirnhier. Die Energiewende komme rasch und werde unumkehrbar sein. Energiesparen werde dabei eine zentrale Rolle spielen. Die größten Energiesparpotenziale eröffne der Lebensbereich Wohnen: Ein Viertel des Energiebedarfs in Deutschland ist dem Verbrauch privater Haushalte für das Wohnen zuzurechnen.
„LBS-Bausparen ist das etablierte Produkt für die finanzielle Vorbereitung und Realisierung von Modernisierungen. Sparkassen und LBS können durch ihre flächendeckende Präsenz in Bayern zum Motor der Energiewende im Wohnen werden“, erklärte der Bausparkassen-Chef. Er begrüßt es sehr, dass die Mittel für das Gebäudesanierungsprogramm des Bundes auf 1,5 Milliarden Euro aufgestockt werden. Zusätzliche Abschreibungsmöglichkeiten, wie sie der Bundestag Ende Juni beschlossen hat, seien eine sehr sinnvolle Maßnahme. Die Kosten von Modernisierungen, die den Energiebedarf von Ein- und Mehrfamilienhäusern erheblich verringern, sollen Immobilienbesitzer vollständig von der Steuer absetzen können. Das soll auch für Hauseigentümer gelten, die ihre Immobilie selbst nutzen. „Dieses kluge Konzept hat das Zeug, eine Welle von Investitionen in die energetische Qualität älterer Gebäude auszulösen“, betonte Wirnhier.


Bei jungen Kunden hervorragend aufgestellt


Leider habe der Bundesrat dem Gesetzentwurf wegen der strittigen Lastenverteilung zwischen Bund und Ländern die Zustimmung verweigert. Unabhängig davon unterstütze die LBS Bayern die Energiewende mit einem neuen Angebot: Für Modernisierungskredite ab einem Volumen von 30.000 Euro wird ab sofort ein Zinsnachlass von 0,10 Prozentpunkten auf die Bestkonditionen gewährt. Voraussetzung ist, dass mit der Maßnahme die Energiebilanz einer Wohnimmobilie verbessert wird. „Unser Beitrag für energieeffizientes Wohnen in Bayern“, so Wirnhier.
Mit dem innovativen Produkt „Nase vorn“ sieht sich die LBS Bayern im Markt für junge Kunden hervorragend aufgestellt. Wirnhier sprach von einer beispiellosen Erfolgsstory. Pro Tag gewinne man derzeit im Schnitt 180 neue Kunden in dieser Altersgruppe. Vor Einführung dieses Produkts seien es nur etwa 30 gewesen. „Wir sind davon überzeugt, dass sich dieses Segment weiter ausbauen lässt.“
Wachsen könne die LBS Bayern auch noch im Bereich Riester-Bausparen. Zum Ende des ersten Halbjahrs 2011 hat die LBS Bayern rund 86.000 Riester-Bausparverträge in ihrem Bestand. „Wir sind davon überzeugt, dass hier noch mehr möglich ist. Gerade die Zahl der Finanzierungen mit Riester-Förderung ist ausbaufähig. Für eine vierköpfige Familie lassen sich Vorteile von 50.000 Euro und mehr erzielen. Günstiger geht es nicht ins Eigenheim“, erklärte Wirnhier.
Die LBS Bayern ist nach den Worten ihres Sprechers der Geschäftsleitung auf dem besten Weg zu einem neuen Rekordjahr. 2011 will man im Neugeschäft in die bislang unerreichte Dimension von 8 Milliarden Euro Bausparsumme vorstoßen. „Und wir sind sehr zuversichtlich, dass uns dies gelingen wird.“ Beim Betriebsergebnis rechnet Wirnhier heuer mit einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Der Zinsüberschuss werde wieder wachsen. „Unsere mittelfristig gültige Zielmarke von 60 Millionen Euro können wir 2011 wieder erreichen.“
Der LBS-Chef geht davon aus, dass die gute Stimmung für Bausparen und Wohneigentum anhalten wird. „Ob mit Blick auf junge Kunden oder den Megatrend Energiewende – wir sind überzeugt: Für das Bausparen und die LBS Bayern sind die Aussichten nach vielen guten und sehr guten Jahren weiterhin ausgesprochen positiv.“ (Friedrich H. Hettler)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 33 (2017)

Soll die elektronische Gesundheitskarte abgeschafft werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 18. August 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:


Wieland Dietrich,
Vorsitzender der Freien Ärzteschaft e.V.

(JA)


Melanie Huml (CSU), bayerische Gesundheitsministerin

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.