Wirtschaft

Hier schwebt einer der beiden Elektroheizer in Richtung Kesselhaus des Nürnberger Heizkraftwerks Sandreuth. Dort schraubt sich ein Heißwasserspeicher nach oben. (Foto: Wraneschitz)

25.04.2014

Er wächst und wächst

Am Nürnberger Heizkraftwerk Sandreuth entsteht ein riesiger Wärmespeicher

Zeitplan übererfüllt!“ Beim Bau des 70 Meter hohen Wärmespeichers neben dem Heizkraftwerk (HKW) Nürnberg-Sandreuth (Staatszeitung berichtete) kommt der mittelfränkische Versorger N-ERGIE AG schneller voran als gedacht.
Gerhard Engelhard, der Stellvertretende Projektleiter, ist sichtlich froh über den milden Winter. Denn vor allem der hatte es möglich gemacht, dass der aus Stahlteilen zusammengeschweißte, riesige Heißwasserbehälter bereits jetzt gut 40 Meter in die Höhe gewachsen ist.
Und jeden Tag kommt ein Meter Höhe dazu, sagt Bernhard Fuchs, der Projektleiter der Baufirma Bilfinger VAM Anlagentechnik. Die setzt dafür die „Spiralmontage“ ein: Wie in einer Spindel wird unten Stahlteil um Stahlteil aneinander gefügt und so der ganze Speicher quasi nach und nach hochgeschraubt. Sieben Meter pro Tag dreht sich das ganze Stahlteil – das bedeutet einen Meter Höhe.

Inbetriebnahme Ende 2014

Bereits Ende 2014 soll die Inbetriebnahme beginnen. Zuvor müssen 33.000 Kubikmeter aufbereitetes Fernwärmewasser eingefüllt sein. Dann soll die Wassertemperatur im Speicher auf 113°C steigen – so heiß ist die Vorlauftemperatur im Nürnberger Fernwärmenetz. Damit das Wasser nicht verdampft, ist oben im Speicher ein mit Kaltwasser beschwerter Stahldeckel montiert.
Ist der hohe Boiler erst einmal mit Wärme aus dem benachbarten HKW geladen, könne dieses auch schon mal über ein Sommerwochenende ausgeschaltet bleiben, erläutert Engelhard: 1500 Megawattstunden betrage der Energieinhalt des Speichers, der könne so genau den Bedarf des angeschlossenen Verbraucher für ein Sommerwochenende decken. Die Heizleistung beträgt dabei maximal 94 Megawatt, weil 1500 Kubikmeter pro Stunde Heißwassers entnommen werden kann.
Der Speicher könne zudem alternativ über zwei „Hochspannungs-Elektrodenheizkessel“ mit Wärme beladen werden, jeder mit 25 Megawatt Heizleistung. Deren Funktion erklärt Engelhard so: In den sechs Meter hohen Bottichen mit drei Metern Durchmesser stecken in einer Art Wasserbadewanne Elektroden. „Durch den eigenen Ohm’schen Widerstand heizt sich das Wasser auf“, das im Boiler unter Hochspannung steht.
Wenn immer möglich, will N-ERGIE dafür billigen Öko-Börsenstrom nutzen: Den gibt’s zu kaufen, wenn viel Wind weht oder die Sonne vom Himmel knallt, aber wenig Stromnachfrage herrscht – zum Beispiel an vielen Sommerwochenenden.
Im Rahmen einer Presseführung konnten Journalisten miterleben, wie die beiden Elektroheizer von oben ins Sandreuther Kesselhaus eingelassen wurden. Am 24. Mai bietet N-ERGIE allen Interessierten kostenlosen, tiefen Einblick in das Projekt Wärmespeicher. Doch dafür ist ab 24. April eine Anmeldung im Internet nötig: www.n-ergie.de/waermespeicher. Aber da gilt es, schnell zu sein – denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
(Heinz Wraneschitz)

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