Wirtschaft

Die Konzernzentrale des Immobilienunternehmens in Augsburg. (Foto: Patrizia)

28.03.2013

Europageschäft weiter ausgebaut

Patrizia Immobilien AG steigert Ertragskraft deutlich

Das Geschäftsjahr 2012 der Patrizia Immobilien AG stand im Zeichen der Expansion. Das Augsburger Unternehmen hat nämlich seinen Weg zum führenden vollstufigen Immobilien-Investment-Haus Europas konsequent fortgesetzt. Seit Mai ist Patrizia in London vertreten, so Finanzvorstand Arwed Fischer. Ferner verfügt das Unternehmen seit Juli über einen Standort in Paris, und im September wurde in Kopenhagen eine dänische Tochtergesellschaft gegründet. Damit ist das Immobilienunternehmen nun neben Deutschland auch mit Standorten in Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg und Schweden vertreten. Insgesamt managt Patrizia laut Fischer heute ein Immobilienvermögen von 7,7 Milliarden Euro.
Besondere Bedeutung misst Fischer der Gründung der Tochtergesellschaft Patrizia Nordics in Kopenhagen zu. Nach Stockholm ist das bereits der zweite Standort in den nordischen Immobilienmärkten. Im vergangenen Jahr hat sich das von den Augsburgern betreute Immobilienvermögen in Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden auf 550 Millionen Euro fast verdoppelt. „Die nordischen Märkte sind aber nicht nur für Immobilieninvestments attraktiv, sondern auch für die Gewinnung neuer institutioneller Investoren“, erklärte der Finanzvorstand.
Als weiteren wichtigen Meilenstein auf dem europäischen Expansionskurs bezeichnete Fischer die Übernahme der britischen Tamar Capital Group im Dezember 2012. Das in London ansässige Immobilien-Investment- und Asset-Management-Unternehmen ist neben dem britischen auch auf dem deutschen, französischen, irischen, skandinavischen und belgischen Markt tätig und konzentriert sich ausschließlich auf den Bereich Gewerbeimmobilien mit Schwerpunkt auf Industrie-, Handels- und Büroimmobilien. Insgesamt betreut Tamar ein Immobilienvermögen von rund 700 Millionen Euro.
Patrizia hat 2012 insgesamt 1,1 Milliarden Euro Eigenkapital von institutionellen Investoren eingeworben, berichtete Fischer. Durch den europäischen Expansionskurs erschließe man sich den Zugang zu immer neuen Investorenkreisen. Bereits heute zählen etwa dänische, niederländische und schweizerische Pensionskassen und ein schwedischer Staatsfonds zu den Kunden. Ausländische Investoren würden zunehmend der Immobilienkompetenz der Augsburger vertrauen. So konnte das Unternehmen allein mit Hilfe von in den Nordics eingeworbenem Kapital Investitionen in Höhe von rund 500 Millionen Euro in Wohn- und Gewerbeimmobilien in Deutschland tätigen.


Erfolgreicher Co-Investor


Neue Märkte erschließt sich Patrizia auch im Gewerbebereich. Durch die Übernahme der Tamar Capital Group etwa dringt das Unternehmen in das Segment so genannter Light-Industrial Immobilien (Gewerbeparks) vor. Dieses Segment umfasst vor allem Logistik- und Handelsimmobilien, aber auch Forschungseinrichtungen. Heute entfallen bereits 60 Prozent des insgesamt von Patrizia betreuten Immobilienvermögens auf Gewerbeimmobilien. Die Augsburger gehören mittlerweile zu den größten Playern auf dem Immobilienmarkt. In Europa war das Unternehmen 2012 der viertgrößte Investor. Rund 40 Prozent aller Fondsinvestitionen haben die Augsburger im vergangenen Jahr im Ausland getätigt.
Mit dem Erwerb der heutigen SüDeWo (ehemals LBBW Immobilien) und deren rund 21.000 Wohnungen für 1,435 Milliarden Euro im Februar 2012 hat Patrizia den größten deutschen Immobiliendeal seit der Finanzkrise gestemmt, betonte Fischer. Sein Unternehmen agiere hier als erfolgreicher Investment-Manager für ein Konsortium von institutionellen Investoren und ist darüber hinaus als Co-Investor am Eigenkapital beteiligt.
Als erfolgreicher Co-Investor fungiert das Augsburger Unternehmen auch beim Wohnimmobilienfonds „Wohnmodul I“. Mit diesem in Deutschland einzigartigen Vehikel bietet Patrizia Investoren die Chance, nicht nur in Bestands- und Revitalisierungsobjekte, sondern auch in Projektentwicklungen zu investieren. Das Eigenkapital des 2011 aufgelegten Fonds konnte bereits von 100 auf aktuell über 330 Millionen Euro gesteigert werden. Mithilfe dieses Co-Investments konnte Patrizia ihre Investitionen in Projektentwicklungen auf deutlich über eine Milliarde Euro steigern. Derzeit bauen die Augsburger auf diese Weise rund 2800 Wohnungen in teilweise völlig neu entwickelten Stadtquartieren, unter anderem in Augsburg, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München.
Im vergangenen Jahr hat Patrizia 1709 Wohnungen verkauft und so ihre Eigeninvestments weiter erfolgreich zurückgefahren. Vor fünf Jahren hielt das Unternehmen noch über 13.000 Wohnungen im Eigenbestand, sagte Fischer. Seither wurde der Bestand kontinuierlich abgebaut. Derzeit sind es noch knapp 6000. „Neue Eigeninvestments wurden dementsprechend nicht getätigt. Damit folgt das Unternehmen konsequent der Strategie, bis 2016 alle eigenen Immobilien zu verkaufen und die Erlöse über Co-Investments zu investieren.“
Mit der Konzentration auf das Fonds-, Investment- und Asset-Management erwirtschaftet Patrizia vermehrt stabile, wiederkehrende Erträge, die den Einfluss von Nachfrageschwankungen im Immobilienhandel auf das Konzernergebnis vermindern. Mittlerweile ist der Anteil der Erträge aus Dienstleistungen am operativen Vorsteuerergebnis auf rund 50 Prozent gestiegen. 2011 war es erst ein Drittel.
In diesem Zusammenhang kann man sagen, Patrizia geht den Weg weg vom Wohnungsunternehmen hin zum Immobilien-Co-Investor – Patrizias Eigenkapitalanteil wird dabei zwischen 2,5 und 10 Prozent liegen, abhängig vom jeweiligen Investment sowie Partner – und Dienstleister.
Der Konzernjahresüberschuss stieg um 88,7 Prozent auf 25,5 Millionen Euro (2011: 13,5 Millionen Euro). Die Bankdarlehen verringerten sich um 24,9 Prozent auf 521,1 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote verbesserte sich weiter auf 35,4 Prozent.
Bis zum Jahresende 2013 erfolgt laut Fischer ein weiterer Abbau der Darlehen auf 350 Millionen Euro – bis 2015 sollen alle Verbindlichkeiten zurückgezahlt sein. Als neue Zielgröße für die angestrebte Eigenkapitalquote nannte der Finanzvorstand 45 Prozent bis Ende des Jahres beziehungsweise 80 Prozent oder mehr bis Ende 2015. Gleichzeitig will man 2015 ein Immobilienvermögen von mindestens zehn Milliarden Euro verantworten. Das operative Ergebnis von 2012 in Höhe von 43,9 Millionen Euro stellt für Fischer die Untergrenze der Zielerreichung für das laufende Geschäftsjahr dar.
(Friedrich H. Hettler)

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