Wirtschaft

Damit es Bayern gut geht, muss die bayerische Wirtschaft viele ihrer Produkte in die weite Welt verkaufen. Doch der Erfolg auf dem Weltmarkt unterliegt oft unvorhersehbaren Schwankungen. Da hilft das Instrument Zeitarbeit, um die Personalkosten in den Unternehmen unter Kontrolle halten zu können. (Foto: dpa)

14.06.2013

Fakten statt Vorurteile

Werksverträge und Zeitarbeit sichern Stammarbeitsplätze

Gerade in den Zeiten vor der Wahl leben Reizthemen im Paradies. Zumal, wenn sie von der Wortwahl dem breiten Publikum verständlich sind und dazu ungeprüft jedes ideologische und populäre Märchen erzählt werden kann. Deshalb ist die neue Studie über die Wertschöpfung in der Metall- und Elektroindustrie Bayerns (M+E) so wichtig für eine denkbare politische Entscheidung. Die wissenschaftlich erarbeitete Untersuchung konnte jetzt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., vorstellen.


Wind aus den rot-roten Segeln nehmen


Die Studie – ausgearbeitet von Professor Axel Tuma von der Universität Augsburg – ist bisher einzigartig in der Bundesrepublik und wird sicherlich zur Versachlichung in der politischen Diskussion beitragen. Vor allem dürfte sie den Kräften den Wind aus den rot-roten Segeln nehmen, die schon wieder nach gesetzlichen Einschränkungen zu Werkverträgen und Leiharbeit rufen. So gesehen kann diese Initiative der vbw ein echter Gewinn für alle Unternehmen sein, weil sie die Dispositionsfreiheit bestärkt und damit den immer schnelleren Veränderungen der Auftragslage und der Kundenwünsche vor allem auf den Weltmärkten gerecht wird.
Die wichtigste Botschaft der Untersuchung ist: Hier wird eindeutig ein Thema hochgejubelt gegen jeden ökonomischen und praktischen Sachverstand. Die Firmen können nicht alles selbst produzieren und organisieren. Wenn beispielsweise selbst von den Grünen kontrollierte Großkliniken sinnvollerweise den meist untauglichen Versuch aufgegeben haben, Gastronomen zu spielen und lieber günstige Fremdleistungen nutzen, warum sollen dann Unternehmen eine eigene Kantine betreiben?
Immerhin wird der größte Teil der Wertschöpfung durch Eigenleistungen erbracht. Die Werks- und Dienstleistungsverträge beziehen sich meist auf hochspezialisierte Aufgaben beim IT-Management, beim Werkschutz und in der Logistik. In allen diesen Bereichen gibt es Tarifverträge. Und die Nutzung externer Logistik-Unternehmen liefert sicher auch einen Beitrag zum Umweltschutz, weil eine bessere Auslastung möglich wird.
Bertram Brossardt: „In der modernen Industrieproduktion steigern Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit. So können sie sich besser auf die Kernkompetenzen konzentrieren.“ In 80 Prozent der befragten Betriebe werde über 60 Prozent der Wertschöpfung selbst erbracht.
Auch die Zeitarbeit hilft dem deutschen Arbeitsmarkt aufgrund er ungeheueren und oft unvorhersehbaren Schwankungen auf den Weltmärkten. Sollte sich etwa der Handelskrieg mit China weiter verschärften, der von der selbstherrlichen EU begonnen wurde, dann kann es sehr schnell finster aussehen für die deutschen PKW-Exporte.
Doch man sollte einmal Fakten sprechen lassen: Zeitarbeit dient der Flexibilisierung und ergänzt das Stammpersonal, ersetzt aber keine Stammarbeitsplätze. In der M+E Industrie ist die Zahl der Stammkräfte seit dem Frühjahr 2010 um gut 60.000 gestiegen. Die Zahl der Zeitarbeiter ist hingegen 2012 um 12.000 auf 30.000 gesunken.
Jedenfalls: Mit dieser Studie hat die vbw erneut den Vereinfachern und einer notorisch weitgehend wirtschaftsfeindlichen Medienwelt ein Scheinargument aus der Hand genommen. Und Bertram Brossart versichert: Er werde gegen jede Einschränkung kämpfen, „wie ein Löwe“.
(Karl Jörg Wohlhüter)

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