Wirtschaft

Die bestehende Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Teufelsbruck wird auf den neuesten Stand gebracht. (Foto: Verbund)

10.02.2014

Fischwanderhilfe auf neuestem Stand

155 Meter lange Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Teufelsbruck bietet neuen Lebensraum für Fisch & Co im Inn

Die Verbund Innkraftwerke GmbH hat im Dezember 2013 mit der Erneuerung der seit über 80 Jahren bestehenden Fischwanderhilfe beim Innkraftwerk Teufelsbruck (Landkreis Rosenheim) begonnen: Dabei werden nach den neuesten ökologischen Erkenntnissen die bestehenden Wasserbecken umgebaut, neue Becken errichtet und der Ein- und Auslaufbereich verlagert. Damit sollen zukünftig auch größere heimische Fische wie Huchen, Äschen, Barben und Nasen und viele andere Wasserlebewesen die Möglichkeit bekommen, das Kraftwerk Teufelsbruck einfach zu umgehen. Die Arbeiten werden Ende Juli 2014 abgeschlossen.
Auf der Basis der europäischen Wasserrahmenrichtlinie sollen alle wichtigen Fließgewässer in der Europäischen Union bis 2021 durchgängig gemacht werden. Damit Querbauwerke, wie Wehre und Kraftwerke, für Fische passierbar gemacht werden können, bedarf es sogenannter Fischwanderhilfen, die entweder technisch und/oder naturnah ausgeführt werden können.
Schon bis 2015 will die Verbund Innkraftwerke GmbH ihre Kraftwerke mit derartigen Fischaufstiegshilfen ausstatten und somit die ökologische Durchgängigkeit von Rosenheim bis Stammham wiederherstellen. Mit Ende 2013 wurden beim Kraftwerk Feldkirchen und beim Kraftwerk Neuötting neue Fischaufstiegshilfen in Betrieb genommen, jene beim Kraftwerk Gars ist noch in Bau.
Ende 2013 wurden – als vierte Maßnahme – beim Innkraftwerk Teufelsbruck die Arbeiten zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit in Angriff genommen. Dort besteht zwar seit dem Bau in den 1930iger Jahren bereits eine Fischtreppe, die jetzt auf Basis der neuesten praktischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse komplett erneuert wird. Dabei werden die bestehenden Becken umgebaut und es kommen Schlitzpässe zum Einsatz. Gleichzeitig werden neue Becken gebaut und der Ein- und Auslaufbereich verlagert und optimiert.
Aufgrund der neuen hydraulischen Bemessung ergeben sich über die gesamte Länge von 155 Meter insgesamt 53 Becken die – teilweise dem Bestand folgend – durch das Krafthaus führen. Die Beckenlänge beträgt rund 2,4 m, die lichte Beckenbreite ca. 1,5 m und die Schlitzbreite 35 cm. Die Höhe zwischen den Becken beträgt max.15 cm und die maximal auftretende Fließgeschwindigkeit im Schlitzpass 1,71 m/s.
Das Konzept der Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Teufelsbruck wurde –  wie bei allen anderen ökologischen Maßnahmen der Verbund Innkraftwerke GmbH –  im Vorfeld mit der Naturschutzbehörde, dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, dem örtlichen Fischereiverein und der Fachberatung für Fischerei abgestimmt.
Alle Fließgewässer-Organismen sind auf die Durchwanderbarkeit der Gewässer angewiesen. Fischwanderhilfen sind eine wesentliche Voraussetzung für die Erreichung bzw. Erhaltung des guten ökologischen Zustands oder des guten ökologischen Potentials. Durch sie wird das so genannte Fließgewässerkontinuum an Barrieren wieder hergestellt und so den Fischen und anderen Lebewesen das Passieren technischer Bauwerke wie Wehranlagen zur Wasserkraftnutzung, Hochwasserschutzbauten oder Ähnlichem wieder ermöglicht. Durch diese Maßnahme wird ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung oder Wiederherstellung des natürlichen Fischbestandes geleistet.
Neben der Herstellung der Durchgängigkeit für Wanderfischarten soll ein strukturreiches und ökologisch vielfältiges System geschaffen werden, wo die Wasserlebewesen Nahrung, Standorte zur Fortpflanzung und Rückzugsräume während eines Hochwassers finden können.
Für die Vielzahl an fischfreundlichen und ökologischen Strukturmaßnahmen am Inn erhielt Verbund den Umweltpreis 2013 in der Höhe von 5000 Euro, die im Oktober letzten Jahres von der Vereinigung der Jäger und Fischer im Raum Rosenheim übergeben wurde. Das Preisgeld gab Verbund an die Fischereivereine für ihre Jugendarbeit weiter. (BSZ)

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