Wirtschaft

Flughafen-Chef Michael Hupe freut sich über neue Rekordzahlen. (Foto: Pelke)

13.04.2018

Flughafen Nürnberg atmet wieder Höhenluft

Mit einem satten Wachstum von 20 Prozent konnte der Dürer-Airport die Zahl der Fluggäste auf rund 4,2 Millionen steigern

Höhenflug für den Albrecht-Dürer-Airport in Nürnberg: Flughafen-Chef Michael Hupe hat „Rekordzahlen“ bei der Vorstellung der Jahresbilanz am Mittwoch in Nürnberg präsentiert. Zum ersten Mal habe der Flughafen einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro erzielt.

Kein anderer Flughafen in Deutschland sei im letzten Jahr so rasant wie das fränkische Tor zur Welt gewachsen, freute sich Hupe am Mittwoch in Nürnberg. „Mit einem Rekordwachstum von 20 Prozent auf 4,2 Millionen Passagiere nahm der Airport Nürnberg den Spitzenplatz unter den zehn größten deutschen Verkehrsflughäfen ein“, sagte Hupe und erklärte, dass das hohe Verkehrsaufkommen das gute Ergebnis in erster Linie ermöglicht habe. Damit knackte der Flughafen seit 2010 erstmals wieder die Vier-Millionen-Marke. Hupe unterstrich den Wert dieses Rekords. Früher hätten Umsteigepassagiere die Bilanz geschönt. Heute würden 4,2 Lokalpassagiere in Nürnberg auch tatsächlich ein- und aussteigen. Dadurch bringt der Flughafen mehr Kaufkraft in der Region. Besonders der heimische Tourismusmarkt hat davon zuletzt profitieren können.

Über 2,5 Millionen Euro Gewinn


Das Geschäftsjahr am Flughafen konnte mit einem Gewinn von über 2,5 Millionen Euro abgeschlossen werden. Das ist bemerkenswert, weil die Investitionen im vergangenen Jahr um rund 2,8 auf insgesamt knapp zehn Millionen Euro gestiegen sind. Geld wurde dabei hauptsächlich in die Modernisierung des Terminals investiert. Im laufenden Jahr will der Airport auf einen Konsolidierungskurs setzen. „Wir wollen in diesem Jahr nicht mehr ganz so stark wachsen“, sagte Hupe zum Ausblick und erklärte, dass er heuer mit einem Wachstum in Höhe von drei Prozent rechne. Langfristig will Hupe den Flughafen weiter nach oben steuern. Dafür sieht der Airport-Chef im Hinblick auf die hohe Kaufkraft in der Metropolregion gute Chancen. Außerdem sei das Reisen mit dem Flugzeug weiterhin sehr beliebt. Hupe glaubt nicht, dass die Digitalisierung diesen Trend stoppen wird. Der Mensch wolle weiterhin mit eigenen Augen fremde Länder, Städte und Strände entdecken, ist sich Michael Hupe sicher.

Die weltweite Finanzkrise hatte den Airport Nürnberg vor zehn Jahren in Turbulenzen gebracht. Im Jahr 2009 sank die Zahl der Fluggäste erstmals um sieben Prozent auf unter vier Millionen. Am Ende des langen Sinkfluges hatte der Airport nur noch knapp 3,3 Millionen Passagiere. Schuld daran war besonders das Aus des Drehkreuzes der mittlerweile untergegangenen Fluggesellschaft „Air Berlin“ im April 2014. Im Sommer des gleichen Jahres wurde Michael Hupe als neuer Chef nach Nürnberg geholt.

Für neuen Aufwind sorgen


Der Nachfolger von Karl-Heinz Krüger sollte mit neuen Flugzielen für neuen Aufwind sorgen. Kurze Zeit später wurde der 150-tausendste Passagier der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair in Nürnberg gefeiert. Seit dem Jahr 2015 befinden sich die Fluggastzahlen im Steilflug. Der größte Sprung bei den Passagierzahlen hat im letzten Jahr von 3,5 auf 4,2 Millionen Fluggäste stattgefunden. Allein Ryanair hat mit rund 900.000 Passagieren im Jahr 2017 mehr als dreimal so viele Kunden in Nürnberg abgefertigt als im Vorjahr. Mit der Lufthansa-Tochter Eurowings flogen fast 500.000 Passagiere. Das entspricht einem Plus von 58 Prozent. Insgesamt 18 neue Ziele bereicherten den Flugplan. Damit konnte der Marktaustritt der „Air Berlin“ mit rund 240.000 Fluggästen mehr als kompensiert werden.

Michael Hupe erwartet in Zukunft allerdings geringere Wachstumsraten. Fünf Millionen Passagiere hält er in naher Zukunft für nicht realistisch. Diesem Ansturm würden Infrastruktur und Mitarbeiter nicht standhalten. Apropos Mitarbeiter: Auch bei der Zahl der Beschäftigten konnte Hupe am Mittwoch in Nürnberg erfreuliches berichten. Die Zahl der Mitarbeiter am Standort kletterte auf rund 4100 Beschäftigte. Allein der Flughafen bietet derzeit Jobs für knapp 1000 Menschen.
(Nikolaus Pelke)

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