Wirtschaft

20.04.2012

Förderorientierung statt Gewinnmaximierung

LfA Förderbank Bayern erzielte 2011 einen Rekord bei der Förderleistung und Bilanzsumme

Die beste Förderbilanz in der Unternehmensgeschichte der LfA Förderbank Bayern konnte deren Vorstandsvorsitzender Otto Beierl für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 verkünden. Man habe ein Fördervolumen in Höhe von 3,145 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,049 Milliarden Euro) erreicht. Der Großteil dieser Summe seien Kredite: 2,678 Milliarden Euro (+ 9 Prozent). Diese dienen laut Beierl vor allem der Finanzierung des Wachstums kleinerer und mittlerer Unternehmen sowie Existenzgründern. Der kleinere Teil des Fördervolumens in Höhe von 467 Millionen Euro sind Risikoübernahmen, die die LfA den Unternehmen und ihren Hausbanken zur Absicherung neuer Kredite zugesagt habe.
Beides, Förderkredite und Risikoübernahmen, seien die wesentlichen Finanzierungsinstrumente, mit denen die LfA den Mittelstand und den Wirtschaftsstandort Bayern mit bankmäßigen Mitteln unterstützt. Mit dieser Förderung erfülle man den gesetzlichen Auftrag als staatliche Spezialbank, die Wirtschafts-, Verkehrs- und Umweltstruktur in Bayern zu stärken. „Förderorientierung und nicht Gewinnmaximierung lautet unser Geschäftsprinzip“, betonte Beierl.
Die Bilanzsumme erreichte mit 21,945 Milliarden Euro (2010: 20,455 Milliarden Euro) einen neuen Höchstwert, erklärte der LfA-Chef. Der Jahresüberschuss sei auf 59 Millionen Euro gewachsen (Vorjahr: 45 Millionen Euro; + 31 Prozent). Gleichzeitig habe sein Haus das Eigenkapital weiter gestärkt. „Wir erfüllen bereits heute mit einer Kernkapitalquote von 16,8 Prozent die ab 2019 geltenden strengeren Eigenkapitalvorschriften aus Basel III.
Der Schwerpunkt des LfA-Förderangebots liegt bei kleinen und mittleren Unternehmen. Damit gleiche man strukturelle, in erster Linie größenbedingte Finanzierungsnachteile im Vergleich zu Großunternehmen aus. „Der Zugang zum Kapitalmarkt ist in der Regel großen Unternehmen vorbehalten, kleine und mittlere Unternehmen müssen aber im globalen Wettbewerb ebenso mithalten“, erklärte Beierl. Gefragt seien vor allem zinsgünstige und langfristige Förderkredite mit tilgungsfreien Anlaufjahren auf der Basis des bewährten Mittelstandskreditprogramms gewesen.
8200 neue Arbeitsplätze
Kleinen und mittleren Unternehmen wurden 1,890 Milliarden Euro (+ 13 Prozent) zugesagt. Damit konnten laut Beierl 6100 Mittelständler ihre Finanzierungen zu attraktiven Konditionen auf eine stabile Basis stellen und Vorhaben in Höhe von über 2,8 Milliarden Euro stemmen. Über 90 Prozent der Förderkredite dienten der Finanzierung von langfristigen Investitionen. Betriebsmittel seien nur in sehr geringem Umfang benötigt worden. Finanzierungszweck seien dabei vor allem Modernisierungen, Betriebserweiterungen, Energieeffizienzprojekte sowie Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen gewesen. Unter Mithilfe der LfA konnten die geförderten Unternehmen 8200 neue Arbeitsplätze schaffen und 144 300 Arbeitsplätze sichern.
Ergänzend zum Kernfördergeschäft für kleine und mittlere Unternehmen finanziert die LfA im erweiterten Fördergeschäft auch den größeren Mittelstand und Infrastrukturprojekte für den Standort Bayern. Die Kreditzusagen in diesem Bereich beliefen sich auf 788 Millionen Euro (2010: 769 Millionen Euro).
„Der zweite wichtige Ansatzpunkt unserer Mittelstandsförderung neben den Krediten bleiben die Risikoübernahmen. Wir entlasten dabei Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken, die in ihrer Funktion als Hausbank das Kreditrisiko zu tragen haben, von einem Teil des Kreditrisikos. Wir ermöglichen dadurch Kreditvergaben an einen Gründer oder an ein bestehendes Unternehmen auch in den Fällen, in denen diese nicht über ausreichende bankübliche Sicherheiten verfügen“, erklärte der LfA-Vorstandsvorsitzende.
Die Risikoübernahmen wurden 2011 mit einem Volumen von 254 Millionen Euro (- 40 Prozent) wie erwartet als Ausdruck der guten Wirtschaftslage deutlich weniger benötigt als in den Krisenjahren 2009 und 2010, berichtete Beierl. Als Gründe nannte er unter anderem, dass sich die Bonität und Sicherheitenlage im Mittelstand stark verbessert hat.
Wie im Kernfördergeschäft bietet die LfA auch im erweiterten Fördergeschäft Risikoübernahmen an. In 2011 wurden 213 Millionen Euro (+ 19 Prozent) übernommen. „Hier haben wir vor allem das Zustandekommen von Finanzierungen abgesichert und über auftragsbezogene Garantien Unternehmen bei der Inanspruchnahme ihrer Kreditlinien entlastet. Auch das ist ein Weg, den Unternehmen zusätzliche Liquidität zu verschaffen.“
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Förderbank nach dem Ausnahmejahr 2011 mit einer Normalisierung der Nachfrage nach Förderkrediten.
Eingangs hatte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) betont, dass die LfA ein verlässlicher Partner der bayerischen Unternehmen bleibt und die Förderbank auch 2012 ihr Engagement auf hohem Niveau fortführen wird. „Das Institut und seine Förderprogramme sind aus der bayerischen Wirtschaftsförderung und der Strukturpolitik nicht mehr wegzudenken.“ (Friedrich H. Hettler)

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