Wirtschaft

Finanz- und Heimatstaatssekretär Albert Füracker (mit einer Flasche Rapsöl) und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner stellten an der Ölmühle der Juraps GmbH in Mühlhausen (Landkreis Neumarkt/Opf.) das Programm „RapsTrak200“ vor. (Foto: Schweinfurth)

26.09.2014

Genug Flächen für „Teller und Tank“

Der Freistaat hat ein neues Förderprogramm für Rapsölkraftstoffe aufgelegt

Nachdem im Zuge der öffentlichen Debatte über „Teller oder Tank“ Biokraftstoffen nahezu der Garaus gemacht wurde, dürfen die Betreiber von Ölmühlen in Bayern wieder Hoffnung schöpfen. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) stellte diese Woche gemeinsam mit Finanz- und Heimatstaatssekretär Albert Füracker (CSU) ein neues Förderprogramm vor. „RapsTrak200“ heißt es und soll laut Aigner zwei Millionen Liter Diesel ersetzen.
„Mit RapsTrak200 können wir bis zu 200 landwirtschaftliche Geräte fördern“, sagte die Ministerin bei der Vorstellung des Programms an der Ölmühle der Juraps GmbH in Mühlhausen (Landkreis Neumarkt/Opf.) vor knapp 100 Interessierten aus der Land- und Forstwirtschaft. 1,5 Millionen Euro stünden derzeit zur Verfügung. „RapsTrak200“ sei als Anreizprogramm gedacht, damit Rapsöl als Treibstoff wieder eine Chance bekommt, sich auf dem Markt zu behaupten, betonte Aigner. Mit dem Programm würden 4000 Tonnen Kohlendioxid vermieden. Denn laut Aigner habe die Energiewende mehrere Bausteine. Dazu gehörten nicht nur Stromtrassen und Windkraftanlagen, sondern auch Wärmeeffizienzmaßnahmen und alternative Kraftstoffe.
Befürchtungen, dass jetzt wieder eine Konkurrenzsituation zwischen Nahrungsmittel- und Energiepflanzenanbau auf den Feldern entsteht, trat die Wirtschaftsministerin vehement entgegen. Für „RapsTrak200“ würden lediglich 0,04 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen Bayerns benötigt. Steigerte man das Volumen des Biokraftstoffeinsatzes in der Land- und Forstwirtschaft des Freistaats auf 20 Prozent des Gesamtverbrauchs in diesem Sektor, läge die benötigte Fläche bei 0,49 Prozent der bayerischen Äcker und Wiesen.
Das zeigt laut Finanz- und Heimatstaatssekretär Füracker, dass seit 25 Jahren konstant die Wahrheit gesagt werde: „Wir haben genügend Flächen für Teller und Tank.“ Denn aus dem „Rapskuchen“, so heißt der Rest des Rapses, wenn das Öl herausgepresst ist, sei als eiweißreiches Nahrungsmittel für die Viehwirtschaft sehr wichtig. Darüber hinaus werde mit der Förderung des Rapsöleinsatzes die regionale Wertschöpfung erhöht sowie ein Beitrag zum Boden- und Gewässerschutz geleistet.
Befürchtungen der anwesenden Bauern, durch die Verwendung von Rapsölkraftstoff würden die Motoren der Traktoren geschädigt, konnten die Experten des Technologie- und Förderzentrums im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) aus Straubing zerstreuen. Es sei jedoch strikt darauf zu achten, Traktoren einzusetzen, die von den Herstellern für den Betrieb mit Rapsölkraftstoff freigegeben sind.
Das neue Förderprogramm „RapsTrak200“ umfasst Neuanschaffungen und Umrüstungen von Traktoren. Maximal gibt es 7500 Euro pro Maßnahme für 200 Förderfälle. Diese sind begrenzt auf höchstens 80 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben (Netto-Mehrkosten für Investition und Wartung).
In den Genuss der Förderung können land- und forstwirtschaftliche Betriebe, Lohnbetriebe sowie Maschinengemeinschaften kommen, die zur Entlastung von der Energiesteuer berechtigt sind. Ihnen werden pro Liter 45 Cent Energiesteuer erstattet, wenn sie mit Rapsöl fahren (§ 57 EnergieStG). Rechnet man die Energiesteuererstattung heraus, so ergibt sich immer noch eine verbesserte Wirtschaftlichkeit. Denn ab zehn Cent je Liter bietet Agrar-Rapsöl einen Preisvorteil gegenüber Agrar-Diesel, so die Experten vom TFZ.
(Ralph Schweinfurth)

Details zum Förderprogramm unter: www.tfz.bayern.de/rapstrak200

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