Wirtschaft

2013 lag der Umsatz der bayerischen Maschinenbauer bei 45,5 Milliarden Euro. (Foto: Bilderbox)

27.06.2014

Gut ins neue Jahr gestartet

Die bayerischen Maschinenbauer blicken auf ein durchwachsenes Geschäftsjahr 2013 zurück

Trotz eines Auf und Abs bei den Bestellungen zu Beginn des Jahres blicken die bayerischen Maschinenbauer zuversichtlich auf dieses und das nächste Jahr. „Die Erwartungen an die Konjunktur werden aktuell durch eine weitere Aufhellung der weltwirtschaftlichen Aussichten sowie eine Verfestigung der Impulse aus den europäischen Partnerländern geprägt“, sagte Karl Haeusgen, Vorsitzender des VDMA Bayern.
In den ersten vier Monaten des Jahres konnte die Branche ihre Umsätze real um vier Prozent steigern. Europa ziehe nach längerer Durststrecke langsam wieder an und die US als zweitgrößter Absatzmarkt des bayerischen Maschinenbaus zeige sich stabil und lasse für das laufende Jahr weiter hoffen. „Vorausgesetzt, dass sich die Auftragseingänge im weiteren Jahresverlauf stabilisieren, bestehen gute Chancen, die Umsatzsteigerungen der ersten Monate zu halten“, erklärte Haeusgen. Die VDMA-Prognose für das laufende Jahr von 3 Prozent Produktionsplus bleibe somit auch für Bayern bestehen. Allerdings, so der VDMA-Vorsitzende, werde das kein einfaches Spiel.

Positive Auftragseingangssituation

2013 war laut Haeusgen ein eher durchwachsenes Jahr für die bayerischen Maschinenbauer. Die Branche verfehlte die Produktionsprognose von minus einem Prozent knapp und musste am Ende ein Minus von insgesamt 2,6 Prozent im Vorjahresvergleich hinnehmen. Der Umsatz lag bei 45,5 Milliarden Euro. Die Branche hielt ihre Beschäftigung im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 215.115 Mitarbeitern nahezu stabil und verbuchte ein Plus von 150 Arbeitsplätzen. „Dass der bayerische Maschinen- und Anlagenbau langfristig plant und einen vor allem zyklisch bedingten Rückgang nicht zur Maßgabe seines Handelns macht, zeigt die Beschäftigtenentwicklung“, kommentierte Haeusgen.
Die Exporte im bayerischen Maschinen- und Anlagenbau gingen 2013 gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,5 Prozent zurück. Die Lieferungen in die EU-Partnerländer stabilisierten sich und blieben laut Haeusgen mit 12,5 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Die wichtigsten Exportmärkte für die Branche waren auch 2013 die Volksrepublik China (3,2 Milliarden Euro; - 1,3 Prozent) und die USA (2,8 Milliarden Euro), gefolgt von Frankreich, Österreich und Großbritannien.
„2013 war für China ein Stabilisierungsjahr. Im Fokus des 12. Fünf-Jahres-Plans steht nun vor allem ressourcenschonendes, qualitatives Wachstum und die Förderung des privaten Konsums. China unternimmt große Anstrengungen, um aus eigener Kraft von Low-Tech in High-Tech-Bereiche vorzudringen. Das größte Potenzial für unsere Branche liegt daher im mittleren Technologiesegment“, sagte Haeusgen. Der wirtschaftliche Aufschwung und der Trend zur Re-Industrialisierung hielt auch letztes Jahr in den USA an. Besonders im Energiesektor, der Automobil- und Flugzeugindustrie sowie im Bausektor ist laut Haeusgen der Bedarf an innovativen und Produktivitätsorientierten Produkten nach wie vor hoch.
Die Mehrheit der Unternehmen bewertet die aktuelle Auftragseingangssituation positiv. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter den bayerischen Maschinenbauern. 60 Prozent beurteilen die Lage als gut bis sehr gut. Rund ein Drittel der Unternehmen zeigt sich zufrieden und nur 10 Prozent äußern sich unzufrieden. Für die nächsten Monate erwarten 62 Prozent der Unternehmen keine Veränderung, 27 Prozent eine Verbesserung der Auftragslage. „Für das laufende Jahr geht ein Großteil der Unternehmen von steigenden Umsätzen und Exporten aus und auch für 2015 erwartet die Mehrheit positive Umsatz- und Exportzahlen“, so Haeusgen.

Bessere Marktchancen mit Freihandelsabkommen

Mehrheitlich sehen die Unternehmen die 27 EU-Länder als Hoffnungsträger für die zukünftige Geschäftsentwicklung. Auch den USA räumt die Hälfte der Unternehmen gute bis sehr gute Absatzchancen ein. Das geplante Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen den USA und der EU wird von den Unternehmen überwiegend positiv beurteilt. Derzeit belasten vor allem unterschiedliche Standards und technische Normen und damit einhergehend bürokratische und aufwendige Zulassungsverfahren das US-Geschäft.
„Standardisierte Verfahren und die gegenseitige Anerkennung bestehender Zulassungen im Rahmen eines Freihandelsabkommens wären ein großer Fortschritt für beide Seiten und würden Zertifizierungskosten drastisch reduzieren“, sagte Haeusgen. Zölle und Abgaben verursachen für rund ein Drittel der Unternehmen Belastungen im Geschäft mit den USA. Rund 6 Prozent sehen einen erschwerten Zugang zu öffentlichen Aufträgen, der das Geschäft behindere.
„Erhebliches Verunsicherungspotenzial geht derzeit von den in den letzten Jahren so dynamischen BRIC-Staaten aus. Insbesondere der Russland-Ukraine-Konflikt und seine möglichen geopolitischen Auswirkungen sowie ungelöste strukturelle Ungleichgewichte in China werden als Problem für weiteres Wachstum gesehen“, erklärte Haeusgen. Aber auch der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ist für zahlreiche Unternehmen ein Problem ebenso wie die deutsche Energiepolitik.
Die aktuelle Situation und Zukunftsbewertung spiegelt sich auch in der Beschäftigung wider, 96 Prozent der Befragten planen einen Personalaufbau beziehungsweise keine Veränderungen und lediglich 4 Prozent eine Reduzierung des Personals. (Friedrich H. Hettler)

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