Wirtschaft

21.06.2013

Gute Nachrichten werden ignoriert

Eine Aktienmarkteinschätzung der Fürst Fugger Privatbank

An den Börsen werden derzeit mehrheitlich gute Nachrichten ignoriert und schlechte Konjunkturmeldungen führen umgehend zu Kursverlusten. Seit Ende Mai ist dieses Verhaltensmuster feststellbar und unweigerlich kommt einem der Altmeister aller Börsianer, André Kostolany, in den Sinn, der behauptete, dass sich Aktienpapiere überwiegend in „zittrigen Händen“ befinden und Anleger sich schneller als notwendig von ihren Beständen trennen.

Was war passiert? Trotz teilweise erfreulich guter Konjunkturdaten aus der Eurozone sowie den USA wurden diese weitgehend ignoriert und eher abverkauft. Lediglich die Kursverluste an den Rentenmärkten minimierten sich dadurch. Der vermeintliche Verursacher der jüngsten Turbulenzen war dabei schnell zu identifizieren: die amerikanische Notenbank Fed und ihr Präsident Ben Bernanke. Seit die Fed massiv Geld in die Märkte pumpt, um die schwächelnde US-Konjunktur zu beleben, dürfte jedem Anleger klar sein, dass die überbordende Liquidität wieder aus dem Markt abgezogen werden muss. Die Zeichen mehren sich, dass dieser Zeitpunkt nicht mehr allzu fern ist. Allerdings dürften die jüngsten Kursverluste vor allem den Wachstumsunsicherheiten in den Schwellenländern zuzuschreiben sein. Enttäuschende Wirtschaftsdaten sowie eine nur halbherzige Geldpolitik Japans sorgten dafür, dass sich Investoren von den dortigen Börsen verabschiedeten und ihr Geld lieber in den USA anlegten. Auch die Schwellenländerwährungen gerieten unter Druck.

Derzeit stecken die Anleger in einer Zwickmühle. Sind es die Schwellenländer, von denen noch die notwendigen Wachstumsimpulse ausgehen, oder ist die US-Wirtschaft bereits wieder stark genug, um als Lokomotive die Weltwirtschaft anzuführen? Wenn ja, dürfte ein Kurswechsel der Fed verkraftbar sein, ansonsten drohen neue Turbulenzen an den Märkten. 

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