Wirtschaft

Ein ICE auf der Bahnstrecke Augsburg-Nürnberg überquert bei Donauwörth die Donau. (Foto: Deutsche Bahn)

03.04.2014

ICE-Verbindungen von Augsburg Richtung Nürnberg erhalten

IHK Schwaben spricht sich gegen Streichungen aus

Das 2015 erwartete Ende der Bauarbeiten auf der Bahnstrecke München-Ingolstadt-Nürnberg bedeutet zugleich das Ende für insgesamt fünf ICE-Zugpaare, die derzeit noch über Augsburg umgeleitet werden. Mit einer unzureichenden Auslastung begründet die für den Fernverkehr verantwortliche Deutsche Bahn AG diesen Schritt. Wie viele Menschen tatsächlich die Strecke über Augsburg nutzen bzw. in Augsburg aus- und zusteigen gibt die DB nicht bekannt.

Macht die DB ihre Ankündigung wahr, dann verbleiben nur noch elf ICE-Zugpaare – also Züge pro Richtung – auf der Strecke München-Augsburg-Nürnberg. Die Nordanbindung der drittgrößten Stadt Bayerns fällt damit zurück auf das „Basisangebot“ der DB aus dem Jahr 2006. Zu wenig, lautet das einhellige Urteil der drei IHK-Regionalvorsitzenden Reinhold Braun (Augsburg Land), Gerd Finkbeiner (Augsburg Stadt) und Thomas Sixta (Aichach-Friedberg) im Wirtschaftsraum Augsburg, deren Gremien sich im März eingehend mit dem Thema befasst haben.

Braun: „Der Wirtschaftsraum Augsburg ist Teil der Technologieachse zwischen Karlsruhe, Stuttgart, Ulm, Augsburg, München und dem bayerischen Chemie-Dreieck. Die Stärke dieses Wirtschaftsraums ist eng mit seiner leistungsstarken Verkehrsinfrastruktur in Ost-West-Richtung verbunden, wie zuletzt die Prognos AG im Auftrag der schwäbischen Wirtschaftskammern festgestellt hat. Diese süddeutsche West-Ost Verkehrs- und Wirtschaftsader braucht in Augsburg einen leistungsstarken ICE-Haltepunkt nach Norden. Die Achse aus der Balance zu bringen, würde den Produktionsstandort Augsburg schwächen.“ Sixta ergänzt: „Das Prognos-Gutachten hat uns aufgezeigt, wie stark unsere heimische Wirtschaft mit den Nachbarregionen verwoben ist. Ohne funktionierende Pendlerströme lässt sich der Fachkräftebedarf unserer Unternehmen in Augsburg oder Nordschwaben nicht decken. Das setzt wiederrum voraus, dass das Bahnangebot auch über die Grenzen Bayerisch-Schwabens hinaus in alle Richtungen leistungsfähig bleibt. Dies gilt ebenso für die wachsenden Pendlerströme Richtung München, von denen auch die Landeshauptstadt aufgrund des im Vergleich relativ preisgünstigen Wohnraums in Augsburg profitiert. Voraussetzung dafür ist allerdings die häufige und schnelle Zuganbindung nach München.“

Auch für die Stadt Augsburg selbst hat die ICE-Nordanbindung einen hohen Stellenwert. In den nächsten Jahren wird der Augsburger Hauptbahnhof im Rahmen des Projektes Augsburg City zu einem leistungsfähigen Scharnier zwischen dem städtischen, regionalen und überregionalen Verkehr ausgebaut. Dazu Finkbeiner: „Der Umbau des Hauptbahnhofs ist nach unserer Überzeugung das zentrale Element des Projekts Augsburg City. Wird die ICE-Nordanbindung im Vergleich zum Status quo um 30 Prozent ausgedünnt, so verringert sich das mögliche und auch wirtschaftlich notwendige Fahrgastpotential, und dies konterkariert den Ansatz der Mobilitätsdrehscheibe, Fern- und Regionalverskehr miteinander zu verzahnen“.
(Natascha Zödi-Schmidt)

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