Wirtschaft

14.11.2014

Industrie 4.0 hat Potenzial

Wachstum durch Digitalisierung

Alfred Gaffal, Präsident der bayerischen Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie bayme vbm, hat auf die Bedeutung der Digitalisierung für die produzierende Industrie hingewiesen. „Ein Drittel des Wirtschaftswachstums in Deutschland geht auf die Digitalisierung zurück. Mensch und Maschine treten in eine neue Form der Kommunikation. So können neue innovative Produkte, neue Dienstleistungen, neue Wertschöpfungsprozesse und neue Formen der Arbeitsorganisation entstehen.“ Der bayme vbm Präsident nannte als Beispiel, dass ein Maschinenbauer heute schon online mit vernetzten Werkzeugmaschinen kommunizieren kann, um Fehler zu diagnostizieren oder Wartungsmaßnahmen vorzunehmen.

100 Megabit sind nötig

bayme vbm bieten ihren Mitgliedsunternehmen ein umfassendes Serviceangebot rund um das Thema „Industrie 4.0“ an. Die Verbände fordern darüber hinaus geeignete politische Rahmenbedingungen. Konkret sieht Gaffal Handlungsbedarf beim Aufbau einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur: „Ziel ist eine flächendeckende Breitbandversorgung mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde bis 2020.“ Der Digitalisierungsgrad, der beispielsweise im Maschinenbau erst bei 20 Prozent liegt, muss erhöht und eine Gründeroffensive im IT-Bereich gestartet werden. „Wir brauchen eine steuerliche Forschungsförderung, die besonders kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommt“, so Gaffal.
Er sieht außerdem die Notwendigkeit, neue arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen für die digitalisierte Arbeitswelt zu schaffen. „Durch die Digitalisierung vermischen sich berufliches und privates Nutzungsverhalten immer stärker. Wir brauchen ein modernes Arbeitsrecht, das auf diese veränderten Bedingungen eingeht und die Eigenverantwortung des Einzelnen stärkt. Mehr Regulierung, etwa im Sinne einer Anti-Stress-Verordnung, ist hingegen nicht zielführend.“
Elementar ist nach Gaffals Worten auch die Stärkung der digitalen Sicherheit. „Wir begrüßen, dass Bayern als erstes Bundesland ein eigenes Cyber-Abwehrzentrum eingerichtet hat. Das geplante IT-Sicherheitsgesetz der Bundesregierung ist eine gute Basis, um einen besseren Schutz vor Attacken aus dem Internet zu gewährleisten.“
Gaffal warb auch für eine stärkere Ausrichtung der Ausbildung an der Digitalisierung. „Die Medienkompetenz muss noch intensiver Eingang in Lehrpläne finden. Auch die Vermittlung der Lerninhalte muss digitaler und vernetzter werden.“ Gaffal forderte einen zügigen Ausbau der IT-Fachbereiche, vor allem beim Betriebswirtschaftsstudium und in den Ingenieurwissenschaften.  (ibw)

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