Wirtschaft

Die Preisträger Vlad Stepanov, Thomas Hoefkens von M-Outsourcing Center und Sonja Hüsch nehmen den Münchner Gründerpreis 2011 von Joachim Ebener, Firmenkundenvorstand der Stadtsparkasse München, entgegen. (Foto: SSKM)

15.07.2011

IT-Dienstleister und Blumenfachgeschäft prämiert

Zwei Unternehmen mit dem „Münchner Gründerpreis 2011“ ausgezeichnet

Die Stadtsparkasse München (SSKM) hat den IT-Dienstleister M-Outsourcing Center und Sonja Hüsch als neue Eigentümerin des Blumenfachgeschäfts „mohnblume“ jeweils mit dem „Münchner Gründerpreis 2011“ ausgezeichnet. Die im Rahmen des Deutschen Gründerpreis-Wettbewerbs in zwei Kategorien vergebene lokale Auszeichnung prämiert herausragende Gründer und Unternehmer in der Region und ist mit jeweils 5000 Euro dotiert. Der Deutsche Gründerpreis ist die bedeutendste Auszeichnung für Gründer und herausragende Unternehmer in der Bundesrepublik. Sein Ursprung geht auf den 1997 ins Leben gerufenen StartUp-Wettbewerb zurück. Partner des Gründerpreises 2011 sind die Sparkassen, das Magazin Stern, das ZDF sowie Porsche. Mit dem Münchner Gründerpreis ausgezeichnete Betriebe wurden bisher drei Mal Bundessieger und acht Mal Landessieger im Rahmen des Deutschen Gründerpreises. Von den seit 1997 mit dem Münchner Gründerpreis, der lokalen Prämierung des Deutschen Gründerpreiswettbewerbs, geehrten Betrieben existieren nach Auskunft der SSKM derzeit noch vier Fünftel.
„Trotz der schwierigen konjunkturellen Lage der vergangenen Jahre haben die Gewinner des Münchner Gründerpreises 2011 ihre Bewährungsprobe bestanden und sich während der Krise sehr gut behauptet“, würdigte Joachim Ebener, Firmenkundenvorstand der Stadtsparkasse München, die Leistung der Preisträger.
Allein im ersten Quartal 2011 hat die Stadtsparkasse München laut Ebener im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Stückzahl an Zusagen für Existenzgründungsfinanzierungen um über 30 Prozent ausweiten können. Gleichzeitig hob das SSKM-Vorstandsmitglied die bedeutende Rolle der Sparkassen für den gewerblichen Mittelstand hervor – insbesondere bei der Vermittlung zinsgünstiger Förderkredite. „Von der einen Milliarde Euro, die beispielsweise die LfA Bayern 2010 als Programmkredite mit besonders günstigen Zinssätzen an kleine und mittlere Unternehmen vergeben hat, haben die Institute der Sparkassenfinanzgruppe einen Anteil von 37 Prozent vermittelt“, betonte Ebener.
1993 hat die Stadtsparkasse München ein eigenes ExistenzgründungsCenter eingerichtet, in dem sich Spezialisten ausschließlich um Gründungsvorhaben kümmern. Die Mitarbeiter sind als Fachleute auch gefragte Ansprechpartner für das Münchner Existenzgründungsbüro, die IHK und Handwerkskammer sowie für die Münchner Universitäten. Ziele der SSKM sind laut Ebener das Eingehen langjähriger Partnerschaften sowie das Einbinden von Förderkrediten, um Kunden optimale Finanzierungsstrukturen zu bieten. Dabei konnten bei drei von vier Gründungsfinanzierungen Förderkredite vermittelt werden.
Die M-Outsourcing Center GmbH & Co. KG gewann den Münchner Gründerpreis in der Kategorie „Gründer/Aufsteiger“. Das 2008 gegründete Unternehmen ist ein innovatives Technologie- und Outsourcing-Zentrum und hat sich zum Ziel gesetzt, komplexe IT-Anwendungen in der Telekommunikations- und Medienbranche zu entwickeln und anzupassen. Outsourcing bedeutet dabei, qualitativ hochwertige und kosteneffiziente Dienstleistungen am Standort Deutschland anzubieten.
Die Jury der Stadtsparkasse begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Die vor drei Jahren gegründete M-Outsourcing GmbH & Co. KG zeichnet sich durch exakt auf die Kunden zugeschnittene IT-Lösungen und einen sehr hohen Qualitätsanspruch aus und weist zudem eine rasante Umsatz- und Ertragsentwicklung auf. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass das Unternehmen bereits 36 Mitarbeiter beschäftigt.“ Das Unternehmen konnte seinen Umsatz von 300.000 Euro (2008) auf 8,5 Millionen Euro (2010) steigern.
In der Kategorie „Nachfolge/Übernahme“ erhielt Sonja Hüsch den Münchner Gründerpreis. Nach dem Tod des Inhabers im Jahr 2009 führte Hüsch als Mitarbeiterin des Ladens „mohnblume“ das operative Geschäft vorübergehend weiter, bis sie 2010 offiziell die Nachfolge antrat. Das Blumenfachgeschäft überzeugt Kunden durch hochwertige und frische Ware, die überwiegend von einheimischen Gärtnern und aus regionalem Anbau stammt. Die Kunden schätzen außerdem den hervorragenden Service des Floristik-Teams.
Die Preisträgerin sei, so Ebener, „eine dynamische und herausragende Unternehmerpersönlichkeit“. Als sich das Geschäft nach dem Tod des Eigentümers in einer schwierigen Phase befand, habe sie sich engagiert und schließlich für das Fortbestehen des Unternehmens gesorgt, indem sie die Unternehmensnachfolge antrat. „Mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihrer Kompetenz konnte sie auf diesem Weg den sechs Mitarbeiterinnen der „mohnblume“ weiterhin einen Arbeitsplatz bieten.“
Diese beiden Beispiele zeigen für Kurt Kapp, Stellvertreter des Münchner Referenten für Arbeit und Wirtschaft, dass jede einzelne Gründung, die sich am Markt behauptet, und jede erfolgreiche Unternehmensnachfolge einen wichtigen Beitrag für die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen leistet und zum wirtschaftlichen Erfolg der Stadt beiträgt. Kapp hob auch hervor, dass München seit Jahren ein gutes Pflaster für Existenzgründer, wenn nicht sogar die Gründerhochburg in Deutschland ist. Jährlich gebe es durchschnittlich 240 gewerbliche Neugründungen pro 10.000 erwerbsfähige Einwohner. In diesem Zusammenhang bezeichnete Kapp Neugründungen als „Jungbrunnen der Wirtschaft“.

Gründerfreundliche Rahmenbedingungen

Münchens Ziel sei es deshalb, so Kapp, für nachhaltig gründerfreundliche Rahmenbedingungen zu sorgen. Zentrale Handlungsfelder sind für die Landeshauptstadt dabei die Bereiche Beratung, bezahlbare Flächen, Gründernetzwerke und Finanzierung. Für letzteren Punkt wurde 1998 ein Existenzgründungsprogramm der Stadt in Zusammenarbeit mit der Stadtsparkasse aufgelegt, der München-Fonds. Bis jetzt wurden laut Kapp damit 137 Gründer mit einem Volumen von insgesamt knapp 3,1 Millionen Euro gefördert, was wiederum 250 neue Arbeitsplätze zur Folge hatte. Zielgruppe des München-Fonds sind Klein- und Jungunternehmer. Die Vorteile gegenüber alternativen Angeboten liegen in der höheren Flexibilität, da Kombinationsmöglichkeiten mit anderen öffentlichen Förderprogrammen möglich sind, ferner gibt es keine Begrenzung der Betriebsmittelfinanzierung. Darüber hinaus werden die Mittel unbürokratisch und schnell ausgereicht.
(Friedrich H. Hettler)

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