Wirtschaft

Andreas Lippert von Ebay schilderte eindrucksvoll wie die Digitalisierung den Handel verändert, hier im Gespräch mit Initiator Richard Brunner von der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim. (Foto: Weigl)

22.09.2015

IT-Forum Cham: Das Selfie ist die beste Werbung

Neuesten Trends von E-Commerce und E-Tourismus im Fokus

Rund 200 Unternehmerinnen und Unternehmer informierten sich beim IT-Forum der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim in Cham über die neuesten Trends von E-Commerce und E-Tourismus, über Data-Mining, IT-Sicherheit sowie die Chancen und Gefahren bei der Industrie 4.0. Regionale Kompetenz und Grenzen überschreitende Expertise reichten sich die Hand. Dass dabei zahlreiche Unternehmen aus dem IHK-Bezirk selbst die Trends setzen, war umso überraschender.
Stefan Huber von Hubermedia hat die Initiative zur touristischen Grundversorgung gegründet. Was unter einem Logo aus drei Pfeilen in Schwarz, Rot und Gold aussieht wie eine Initiative der Bundesregierung, stammt aus Hubers Content-Strategie-Schmiede in Lam mit 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Hubermedia ist auf die Tourismusindustrie spezialisiert. Internetzugang bis in die letzte Berghütte, alle Wanderwege eingeschlossen, sei die Voraussetzung für erfolgreiches Tourismusmarketing, weil sich jede Destination, die „gefällt“ und die Urlauber teilen, am besten selbst vermarktet. Mit Selfie-Stick auf dem Arber und in jeder anderen Situation mit mobilen Geräten den Daheimgebliebenen die Zähne lang machen, das ist Tourismus-Marketing, das sich selbst generiert, wenn die Technik mitspielt. „Die Technik wird immer günstiger und leichter zu handhaben“, sagt Huber, beste Voraussetzungen für mehr touristische Konjunktur auch für kleine Anbieter.

Omnichannelling 

Andreas Lippert von Ebay weiß, wie wichtig Online-Plattformen und ihre Kooperation untereinander, sowohl für Handel als auch Tourismus sind, gerade für die Kleinen. „Es wird in den nächsten fünf Jahren technologisch mehr passieren als in den letzten 20 Jahren“, sagt er. Der Grund dafür seien mobile Lösungen. Keine Innovation hätte das Konsumentenverhalten so radikal verändert wie das Smartphone. Von Multichannelling mag Lippert gar nicht mehr sprechen, die nächste Stufe nennt er Omnichannelling und lädt Zuhörerinnen und Zuhörer ein, Ebay als Experimentierfeld zu nutzen. Die Versprechen sind verlockend und doch geht in Deutschland nicht alles. Was für den Konsumenten und den Nutzer Chance, bedeutet auf der anderen Seite auch die Preisgabe der eigenen Daten, Bewegungs-, Stimm-, Interessensprofile. 

Daten – Rohstoff der Zukunft 

Die wichtigsten Rohstoffe der Zukunft sind Daten. Heiner Reitmeier ist als Unternehmensberater spezialisiert auf die Erschließung neuer Absatzwege. Die große Chance des digitalen Absatzes liegt in der zielgenauen Ansprache. Je größer die Datensammelmaschinen von Alphabeth – Youtube oder Google Analytics und viele andere Dienste – umso präziser treffen ihre Algorithmen des Geschmack jedes Einzelnen. „Nutzen Sie diese Plattformen“, folgert Reitmeier aus seiner Analyse, weil „die Heiner-Reitmeier-App“ keine Durchdringung hat.
Chancen für mehr Umsatz bestehen. Händler, Tourismusindustrie und Produktion müssten sie nur nutzen. Dabei geht es auch darum die eigene Haut, das eigene Know-how zu schützen. IT-Security war das Thema am zweiten Tag des IT-Forums Cham. Mit der Zollner AG und F.EE waren Industriebetriebe vertreten, die zu den Industrie-4.0-Pionieren gehören. Etliche Dienstleister aus der Region haben sich bereits auf die neuen und steigenden Anforderungen der Produktion spezialisiert und Lösungsansätze vorgestellt. Im Vorgriff auf eine Live-Hacking-Performance – immer wieder beeindruckend, wie geknackt wird, was geknackt werden soll – analysierte IT-Sicherheitsexperte Thomas Hruby, Gründer der Sysob Unternehmensgruppe die Bedrohungslage der mittelständischen Unternehmen.
(Julia Weigl)

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