Wirtschaft

Starten die Abens-Donau Energie GmbH in Mainburg (v.l.): Geschäftsführer Jürgen Hitz, Aufsichtsrat Horst Hartmann und Geschäftsführer Christian Kutschker. (Foto: Schweinfurth)

04.07.2014

Kommunen kooperieren

Die neue Abens-Donau Energie GmbH will die Energiewende im Landkreis Kelheim voranbringen

Deutliche Worte fand Kelheims erster Bürgermeister Horst Hartmann (SPD) beim Start der neuen Abens-Donau Energie GmbH mit Sitz in Mainburg. Die 19 kommunale Paratner umfassende neue Gesellschaft soll die ökologische Stromversorgung im Landkreis Kelheim vorantreiben. Denn nur mit dezentralen Lösungen vor Ort sei die Energiewende zu meistern.
Deshalb kritisiert er auch die Länderöffnungsklausel, die Bayern im Bund durchgesetzt hat: „Damit wird die Verantwortung nach unten delegiert. Das ist mir zu einfach. Man muss zu seiner Verantwortung stehen, auch als bayerische Staatsregierung.“
Denn auch die neue Abens-Donau Energie GmbH setzt auf Windkraft. Zehn Anlagen mit Nabenhöhen von 145 Metern sollen im Norden des Landkreises in einem Waldstück bei der Gemeinde Painten entstehen. Doch die 10-H-Regelung, die jetzt über die Länderöffnungsklausel möglich ist, verzögert das Projekt, sagt Christian Kutschker, einer der beiden Geschäftsführer der Abens-Donau Energie GmbH, am Rande des Pressegesprächs in Mainburg zur Staatszeitung. Für ihn ist es unverständlich, weshalb die Staatsregierung die Menschen vor Windkraftanlagen schützen muss, aber die Anlieger von Atomkraftwerken, die zum Beispiel nur 800 Meter entfernt vom Meiler leben, nicht.
Die Abens-Donau Energie GmbH soll als kommunaler Zusammenschluss die Wirtschaftskraft der Region stärken.
An Bord sind Aiglsbach, Attenhofen, Biburg, Elsendorf, Hausen, Herrngiersdorf, Ihrlerstein, Kirchdorf, Painten, Rohr i. NB, Saal a.d. Donau, Siegenburg, Teugn, Train, Volkenschwand, Wildenberg sowie Kelheim über die Stadtwerke Kelheim GmbH & Co KG und Neustadt a.d. Donau mit ihren im Eigenbetrieb geführten Stadtwerken. Zusätzliches energiewirtschaftliches Know-how trägt der regional verwurzelte und in München ansässige Energiedienstleister Energie Südbayern GmbH bei. Ziel des ambitionierten Projekts ist es, den Bürgern vor Ort eine effiziente und zeitgemäße Versorgung mit Ökostrom aus regionaler Hand zu gewährleisten – ganz im Sinne eines eigenständigen, kommunalen Angebots von umweltfreundlicher Energie. „Energie, die uns verbindet“ lautet daher nicht umsonst das Motto der neuen Gesellschaft.
Ab sofort geht sie auf Akquise. Denn der umweltfreundliche Ökostrom aus 100 Prozent Wasserkraft, den in erste Linie Kunden aus dem Landkreis beziehen können, wird für einen Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden rund 80 Euro günstiger sein als die gleiche Strommenge vom bisherigen Versorger. Dies ist laut Mitgeschäftsführer Jürgen Hitz, der gleichzeitig Prokurist bei der Energie Südbayern ist, durch den direkten Einkauf an der Leipziger Strombörse möglich.
Als weitere Schritte nach dem Aufbau des Kundenstamms (der Landkreis bietet mit rund 114.000 Einwohnern genug Potenzial – außerdem können auch Kunden aus den angrenzenden Landkreisen beliefert werden) sollen laut Hitz und Kutschker die Themen Stromproduktion und Netzbetrieb angegangen werden. Im Lauf der kommenden Jahre will man die Abens-Donau Energie GmbH an nahezu allen Wertschöpfungsmöglichkeiten im Stromgeschäft teilhaben lassen. Neben Investments in den Windpark können sich die beiden Geschäftsführer auch Beteiligungen an Solar- und Biomasseanlagen vorstellen sowie den Erwerb von Konzessionen zum Betrieb von Stromnetzen. Konkretere Planungen werden aufgenommen, wenn der Energienutzungsplan für den Landkreis fertig ist. (Ralph Schweinfurth)

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