Wirtschaft

In Fürth wird um die Trassenführung der S-Bahn gestritten. (Foto: Wraneschitz)

08.07.2011

Kosten-Nutzen-Faktor ist falsch

S-Bahn in Fürth: DB und Bayerns Verkehrsminister schieben Schwarzen Peter hin und her

Ein einstimmiger Beschluss des Bundestags-Petitionsausschusses gibt jetzt den Gegnern des „S-Bahn-Verschwenks“ in Fürth neuen Auftrieb. Die Abgeordneten empfahlen den Regierungen von Bund und Land, für eine „sinnvolle Lösung“ zu sorgen, die „sowohl wirtschaftlich als auch umsetzbar ist“.
Seit 18 Jahren stemmen sich die Stadt Fürth und ein Aktionsbündnis gegen den Verschwenk: Die Bahn will ein Gleis der S-Bahn-Strecke Nürnberg-Bamberg durchs Gemüseanbaugebiet Knoblauchsland führen, wo kaum jemand wohnt und ein einst geplantes Gewerbegebiet seit Langem vom Tisch ist.
Nun wirft der Petitionsausschuss den Planern der Bahn vor, sie hätten „den Kosten-Nutzen-Faktor (KNF) für die Bestands-trasse nicht abschließend ermittelt“. Eine offensichtliche Ohrfeige für die DB, die sich aber laut einem Sprecher nicht getroffen fühlt: „Da ist der Freistaat gefordert.“ Der sei für die S-Bahn-Bestellung zuständig.
Doch aus München heißt es: „Das bayerische Verkehrsministerium ist nicht Auftraggeber des Verschwenks. Es handelt sich um Planungen der DB AG, die auch das Planfeststellungsverfahren für die Maßnahme in eigener Regie betreibt.“ Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) fordert angesichts der Zuständigkeitsschieberei: „Freistaat und Bahn müssen nun mit sofortiger Wirkung alle bisherigen Pläne für eine unsinnige Verschwenktrasse aufgeben und ab heute gemeinsam mit der Stadt die sinnvolle Bestands-Trassenlösung umsetzen.“
Aktuell fand in Fürth der Erörterungstermin zu den Bahn-Plänen statt. Obwohl dort „nur die Einwendungen verhandelt“ wurden, habe der Berliner Beschluss „die Stimmung der Fürther Vertreter positiv beeinflusst“, so Stadtbaurat Joachim Krauße. (WRA)

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