Wirtschaft

Das Bankgebäude der Münchener Hypothekenbank am Karl-Scharnagl-Ring. (Foto: Münchenerhyp)

17.04.2015

Kritik an zunehmender Regulatorik

Münchener Hypothekenbank: Rekordergebnis im Neugeschäft

Die Münchener Hypothekenbank eG ist im Geschäftsjahr 2014 in nahezu allen Bereichen weiter gewachsen. Das Neugeschäft erreichte mit 4,4 Milliarden Euro ein Rekordergebnis. Es stieg um 23 Prozent und damit stärker als erwartet. Damit baute die Bank das Wachstum der vergangenen Jahre nochmals deutlich aus. „Das Neugeschäft war im Geschäftsjahr 2014 der Motor unseres Wachstumskurses. Trotz vielfältiger regulatorischer Belastungen haben wir unsere Marktposition deutlich verbessern können. Das sind gute Voraussetzungen, die MünchenerHyp weiter voranzubringen“, sagte Louis Hagen, Sprecher des Vorstands der MünchenerHyp.
Besonders dynamisch entwickelte sich laut Hagen die Finanzierung von privaten Wohnimmobilien. In diesem Geschäftsfeld verzeichnete die Bank ein Wachstum von 28 Prozent auf rund 3,4 Milliarden Euro. Der Großteil davon entfiel auf das Vermittlungsgeschäft mit den Banken der Genossenschaftlichen FinanzGruppe, das stark ausgebaut wurde. „Die private Wohnimmobilienfinanzierung macht uns sehr zufrieden“, erklärte der Vorstandssprecher mit etwas Understatement. In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahrs 2015 liege die MünchenerHyp im Verbundgeschäft bereits jetzt mit 25 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, stellte Hagen sichtlich zufrieden fest.
In der gewerblichen Immobilienfinanzierung – einschließlich dem Finanzierungsgeschäft mit Wohnungsunternehmen – stieg das Neugeschäft um acht Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro. Für die MünchenerHyp ist es nach Hagens Worten „sehr herausfordernd“, in der gewerblichen Immobilienfinanzierung „in den Märkten zu bestehen“. Hier werde die „Luft immer dünner“, denn sein Haus agiere auf diesem Feld bewusst vorsichtig. Die Risikosituation im Kreditgeschäft zeigte sich unverändert stabil. Die Zuführungen zur Risikovorsorge blieben moderat, sagte der Vorstandssprecher.

Bilanzsumme stieg um vier Prozent

Der Refinanzierungsbedarf der MünchenerHyp war 2014 deutlich niedriger, da weniger Fälligkeiten zu bedienen waren. Insgesamt wurden 3,4 Milliarden Euro an gedeckten und ungedeckten Refinanzierungsmittteln am Kapitalmarkt aufgenommen. Sehr erfolgreich platzierte die Bank zwei großvolumige Emissionen. Eine davon war ein nachhaltiger Hypothekenpfandbrief. Damit sorgte die MünchenerHyp für eine Weltpremiere am Kapitalmarkt. Die Resonanz der Investoren auf diesen Pfandbrief war laut Hagen enorm. Darüber hinaus wurde diese Emission mehrfach ausgezeichnet.
Die Bilanzsumme erhöhte sich zum 31. Dezember 2014 um 1,4 auf 36,3 Milliarden Euro. Der Bestand an Hypothekendarlehen wuchs um zwei auf 23,4 Milliarden Euro. Von dem Zuwachs entfielen allein auf die inländische Wohnimmobilienfinanzierung 1,9 Milliarden Euro. Der Bestand im Kreditgeschäft mit Staaten und Banken reduzierte sich entsprechend der Geschäfts- und Risikostrategie von 10,3 auf 9,4 Milliarden Euro.
Die positive Entwicklung des Neugeschäfts der vergangenen Jahre stärkte auch die Ertragslage der MünchenerHyp. Der Zinsüberschuss verbesserte sich um fast 19 Prozent auf 170,6 Millionen Euro. Auch eine Folge des guten Neugeschäfts sind höhere Provisionsaufwendungen, so Hagen. Dennoch verbesserte sich der Zins- und Provisionsüberschuss um 17 Prozent auf 110,5 Millionen Euro. Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich um acht auf 81,5 Millionen Euro. Ursächlich hierfür sind nach den Worten des Bankchefs insbesondere die deutlich umfangreicheren regulatorischen Anforderungen gewesen. Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge stieg um 30 Prozent auf 26,8 Millionen Euro. Nach Zuführung zu den Vorsorgereserven in Höhe von 5,4 Millionen Euro und dem Abzug von Steuern in Höhe von 5,2 Millionen Euro beträgt der Jahresüberschuss 16,1 Millionen Euro (Vorjahr: 6,7 Millionen Euro).
Die MünchenerHyp hat im Geschäftsjahr 2014 ihre Eigenkapitalausstattung sehr deutlich gestärkt. Dies geschah vor allem, um die Anforderungen der Europäischen Zentralbank (EZB) an das harte Kernkapital der von ihr unmittelbar beaufsichtigten Banken zu erfüllen. Hierzu warb die MünchenerHyp Geschäftsanteile in Höhe von insgesamt 415 Millionen Euro ein. Die harte Kernkapitalquote verbesserte sich damit auf 12,5 Prozent (Vorjahr: 6,9 Prozent), die Kernkapitalquote auf 14,2 Prozent (Vorjahr: 11,7 Prozent) und die Gesamtkapitalquote auf 18,3 Prozent (Vorjahr: 16,7 Prozent). „Unsere Eigenkapitalausstattung ist mehr als ausreichend. Wir erfüllen die regulatorischen Mindestanforderungen sehr deutlich und haben zudem genügend Spielraum, um unseren Wachstumskurs fortsetzen zu können“, betonte Hagen.
Im laufenden Geschäftsjahr plant die MünchenerHyp ihr Neugeschäft weiter auszubauen, da die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen unverändert hoch ist. „So wie sich das laufende Geschäft anlässt, werden wir zu neuen Rekorden eilen“, erklärte der Vorstandssprecher. Sorgen bereitet ihm derzeit vor allem die ausufernde Regulatorik. „Gerade für uns als mittelständisches Institut.“ Die damit verbundenen Belastungen will er durch eine weitere Stärkung der Ertragskraft der MünchenerHyp kompensieren. Angestrebt wird daher eine weitere Verbesserung des Zinsüberschusses.
(Friedrich H. Hettler)

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