Wirtschaft

17.08.2012

Kursfeuerwerk

Eine Aktienmarkteinschätzung der Fürst Fugger Privatbank

Die Investoren wussten nicht so recht, was sie von den jüngsten Ankündigungen von EZB-Präsident Draghi halten sollten. Die Aussicht auf den Ankauf von Staatsanleihen durch die europäische Notenbank sorgte für ein wahres Kursfeuerwerk. Als auf der letzten Sitzung der EZB konkrete Hilfsmaßnahmen ausblieben, ging es mit den Kursen erst nach unten, bevor die Enttäuschung schnell in Hoffnung umschlug, dass die von der Notenbank gestellten Bedingungen den Handlungsdruck auf die Politik hoch halten werden. In der Folge nahmen die Aktienindizes ihre Kletterpartie wieder auf und stiegen auf den höchsten Stand seit Anfang April.

 

Allerdings sind wir skeptisch, ob der mehr als 1000 Punkte Kursanstieg beim DAX auf solidem Fundament ruht. Zwar wurden politisch weitere Schritte zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise in die Wege geleitet. Die Probleme liegen aber bei der Umsetzung und könnten sich als Stolperfalle erweisen. Letztendlich ist die starke Wertentwicklung an den Aktienmärkten nichts anderes als eine Hoffnungsrallye, vor allem, dass die Notenbank anhaltend Liquidität zur Verfügung stellt. Dies führt jedoch zu einer extremen Abhängigkeit von politischen Entscheidungen, weshalb es in der Folge zu einer Fortsetzung der volatilen Börsenphasen kommen dürfte. Hinzu kommt, dass dem Aktienmarkt die konjunkturelle Untermauerung fehlt, wie jüngste Daten aus Spanien und Italien zeigen, welche auch im kommenden Jahr in einer Rezession verharren werden. Zudem enttäuschen die Daten aus China, wodurch zugleich die stützenden Effekte für die deutsche Wirtschaft gedämpft werden. Die Gefahr, dass die Schwäche der Peripheriestaaten auf die Kernunion übergreift, nimmt immer mehr zu. Diese Faktoren sind noch nicht in den Aktienkursen eingepreist und könnten zu stärkeren Korrekturen führen. Die Notenbanken bleiben der Hoffnungsanker.

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