Wirtschaft

Europas Markt für schwere Lkw dürfte in diesem Jahr um bis zu 15 Prozent einbrechen. (Foto: MAN)

28.10.2014

Lastwagenbauer MAN leidet unter Auftragsflaute

In Europa, dem wichtigsten Markt der Münchner, schrumpft die Lastwagennachfrage

Die schlechte Wirtschaftslage in Europa und Südamerika verhagelt dem Lkw-Bauer MAN das Geschäft. Weil Spediteure angesichts der trüben Konjunkturaussichten weniger neue Lastwagen bestellen und die Werke der Volkswagen-Tochter nicht ausgelastet sind, musste das Unternehmen seine angepeilten Umsatz- und Gewinnziele für 2014 erneut nach unten korrigieren. Der operative Gewinn im dritten Quartal halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr auf nur noch 82 Millionen Euro. Die Kurzarbeit in den Werken im niedersächsischen Salzgitter und im österreichischen Steyr soll aber nicht ausgeweitet werden.
Der operative Gewinn dürfte im Gesamtjahr nur noch leicht über den 309 Millionen Euro aus 2013 liegen. Damals hatte die Sparte für Dieselmotoren und Turbinen aber wegen einmaliger Sonderbelastungen im Kraftwerksgeschäft rote Zahlen geschrieben.  
Immerhin macht Konzernchef Georg Pachta-Reyhofen Hoffnung auf bessere Zeiten: Nach der Präsidentschaftswahl in Brasilien rechne er nun auf dem wichtigen Wachstumsmarkt mit Wirtschaftsreformen und kräftigen Investitionen, sagte er. Das sollte auch die Nachfrage nach Lastwagen wieder ankurbeln. Europas Markt für schwere Lkw dürfte in diesem Jahr allerdings um bis zu 15 Prozent einbrechen. Bei MAN sackten die Aufträge der Nutzfahrzeug-Sparte im dritten Quartal schon ab.
Für 4000 Mitarbeiter läuft in den Werken Salzgitter und Steyr bis Ende des Jahres bereits Kurzarbeit. Diese soll aber trotz der niedrigen Auslastung in den Fabriken aber nicht ausgeweitet werden, wie Nutzfahrzeug-Chef Anders Nielsen betonte. Bei der Kurzarbeit erhalten Beschäftigte vom Arbeitgeber zwar weiter Lohn und Gehalt, aber nur für die tatsächlich geleistete Arbeitszeit. Ihr Lohnausfall wird nur zum Teil von der Bundesagentur für Arbeit ausgeglichen.
Europas drittgrößter Lkw-Hersteller hat wie die Konzernschwester Scania kein US-Geschäft, mit dem er die Schwäche auf dem Heimatkontinent wie etwa die Weltmarktführer Daimler und Volvo ausgleichen kann. Die Abhängigkeit von Europa müsse man begrenzen, sagte Nielsen. Statt der USA hat der Manager aber eher Asien und Afrika im Auge. (Max-Morten Borgmann, dpa)

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