Wirtschaft

Weltbild: Der 2014 abgetrennte Logistikbereich ist erneut insolvent. (Foto: dpa)

28.07.2015

Logistiksparte von Weltbild erneut insolvent

Vor rund einem Jahr war der Düsseldorfer Investor Droege beim insolventen Medienhändler Weltbild eingestiegen. Nun bangen 450 Mitarbeiter um ihre Jobs

Knapp ein Jahr nach der Übernahme des insolventen Weltbild-Konzerns durch den Düsseldorfer Investor Droege muss der damals abgetrennte Logistikbereich erneut Insolvenz anmelden. Die Also Logistics Services GmbH in Augsburg habe am Dienstag den Betriebsrat informiert, dass die Geschäftsführung einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung stellen werde, teilte das Unternehmen mit. Also Logistics kümmert sich seit 2014 über den Versand der Artikel des Augsburger Medienhändlers. Die Weltbild GmbH & Co. KG ist hingegen für das Kerngeschäft zuständig. Beide Unternehmen gehören zur Droege Group.

Die Gewerkschaft Verdi bestätigte, dass die Also-Mitarbeiter über den geplanten Gang zum Insolvenzgericht informiert wurden. Insgesamt sind rund 450 Beschäftigte davon betroffen. Das ehemals der katholischen Kirche gehörende Unternehmen Weltbild hatte Anfang 2014 Insolvenz angemeldet. Nach der Mehrheitsübernahme des Augsburger Konzerns durch Droege war das Unternehmen aufgeteilt worden, die Weltbild-Logistik wurde in den Schweizer Also-Konzern eingegliedert.

Der Geschäftsführer betont, die Weltbild GmbH sei nicht von der Insolvenz betroffen

Weltbild-Geschäftsführer Patrick Hofmann betonte nach der Mitteilung von Also, dass die Weltbild GmbH nicht von der Insolvenz betroffen sei. "Wir sind getrennte Unternehmen." Also sei lediglich ein Dienstleister für Weltbild. Verdi betrachtet beide Unternehmen allerdings weiterhin als einen Gemeinschaftsbetrieb. Das Arbeitsgericht Augsburg hat zudem eine gemeinsame Einigungsstelle eingerichtet, bei der es um den Personalabbau bei beiden Unternehmen geht.

Die von Also angestrebte Insolvenz in Eigenverwaltung ermöglicht einem finanziell angeschlagenen Unternehmen die Nutzung des Insolvenzrechts, ohne dass die Geschäftsführung die gesamte Verantwortung abgeben muss. Dem Unternehmen wird allerdings ein sogenannter Sachwalter zur Seite gestellt.
Bei der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen begründete die Also-Mutter am Dienstag den Schritt zum Insolvenzgericht: "Die im letzten Jahr aus der Insolvenzmasse der Weltbild erworbene Logistikaktivität (...)hat im ersten Halbjahr Verluste von rund 4 Millionen Euro verursacht", hieß es. Zudem entwickelten sich die Umsätze rückläufig. "Das Unternehmen kann daher angesichts seiner Kostenstruktur ohne umfassende Restrukturierung nicht wettbewerbsfähig im Markt agieren."

Erst vor wenigen Tagen war für die Buchhandelskette Lesensart aus Ahaus in Nordrhein-Westfalen, die Anfang des Jahres 67 Weltbild-Filialen übernommen hatte, ebenfalls Insolvenz angemeldet worden. (dpa)

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