Wirtschaft

Damit in Zukunft genügend Fachkräfte vorhanden sind, will die bayerische Wirtschaft verstärkt Männer fördern. (Foto: Bilderbox)

16.10.2014

Mehr Fachkräfte durch Männerförderung

Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft: Es geht um 200.000 zusätzliche Fachkräfte bis 2035

Nach der jahrelangen Diskussion über Frauenförderung sollen nun Männer die bayerische Wirtschaft vor dem Fachkräftemangel bewahren. Von großem Potenzial, das noch nicht gehoben sei, sprach Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., heute in München. Vor allem jüngere Männer seien heute im Durchschnitt schlechter ausgebildet als Frauen. "Sie haben seltener Abitur, brechen häufiger ein Studium ab und verlassen öfter die Schule ohne Abschluss", sagte Brossardt. Die Abbrecherquote in der Schulausbildung müsse halbiert und leistungsschwache Schüler besser unterstützt werden. Bis 2035 könnte die bayerische Wirtschaft so rund 200.000 zusätzliche Fachkräfte gewinnen.     
Große Bedeutung kommt nach Meinung von Heinrich Alt von der Bundesagentur für Arbeit der Weiterbildung zu. "Wir müssen uns um die jungen Männer kümmern, die Schweißperlen auf der Stirn haben, sobald sie in einem Klassenzimmer sitzen", sagte Alt. Die Klage über den "Bildungsverlierer Mann" liege aber auf hohem Niveau. "Noch immer dominieren Männer die Vorstandsetagen in der Wirtschaft", sagte ert. Auch Brossardt erklärte, die Frauenförderung dürfe nicht leiden: "Es gilt das eine zu tun, ohne das andere zu lassen."
Da Männer häufiger als Frauen in körperlich belastenden Berufen arbeiten, forderte Brossardt, einen Schwerpunkt auf die Gesundheitsvorsorge zu legen. "Wir müssen ältere Arbeitnehmer länger im Erwerbsleben halten." Die Rente mit 67 sei richtig, dafür müsse aber mehr für die Gesundheit der Arbeitnehmer getan werden.  
Den Mindestlohn bezeichnete Brossardt als "schweren Fehler" für die Fachkräftesicherung. Gerade für Menschen ohne Berufsausbildung werde der Einstieg in den Arbeitsmarkt durch die Lohnuntergrenze erschwert. "Das wird Arbeitsplätze vernichten - wie viele, werden wir sehen." (Simon Ribnitzky, dpa)

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