Wirtschaft

26.08.2011

Messegelände mit Geothermie-Beheizung

Stadtwerke München übernehmen die gesamte Wärmeversorgung der Messe München

Die Messe München und die Stadtwerke München (SWM) haben vertraglich vereinbart, dass die SWM die komplette Wärmeversorgung der Messe München übernehmen. Die Hallen und Gebäude der Messe München werden in Zukunft durch die Geothermie-Anlage der Messestadt Riem im Osten des Messegeländes beheizt. Damit ist die Messe München die erste Messegesellschaft weltweit, die zur Wärmeerzeugung überwiegend regenerative Energien verwendet. Die Bauarbeiten zur 500 Meter langen Verbindungsleitung zwischen Geothermie-Anlage und Messegelände haben bereits am 18. Juli 2011 begonnen. Voraussichtlich ab Herbst 2011 wird Erdwärme in das Messenetz eingespeist.


Neues Leitungsnetz


Erdwärme statt Erdgas – die Messe München geht mit der Beheizung ihrer Messehallen und Gebäude durch Geothermie einen nächsten Schritt, um ihre Vorreiterrolle bei Umwelt- und Klimaschutz im Messewesen weiter auszubauen. Die Erdwärme wird über das Fernwärmenetz in das System der Messe München in Form von 90 Grad heißem Wasser eingespeist. Die darüber hinaus gehende Spitzenlast wird mit dem messeeigenen Blockheizkraftwerk (BHKW) und den Heizanlagen der SWM abgedeckt. Durch die Umstellung von Erdgas auf Erdwärme kann bei der Messe München jährlich eine Emission von 1600 Tonnen CO2 vermieden werden. Der Vertrag mit den Stadtwerken München wurde über einen Zeitraum von 15 Jahren mit einer Option auf weitere zehn Jahre geschlossen.
Gerhard Gerritzen, Mitglied der Geschäftsführung der Messe München: „Nicht nur in ökologischer Hinsicht ist die Geothermie zukunftsweisend, sondern dieser Wärmeverbund mit den Stadtwerken München hat auch positive Auswirkungen auf unsere Wirtschaftlichkeit. Pro Jahr werden wir durch die Umstellung auf Erdwärme eine Kostenersparnis im mittleren sechsstelligen Bereich realisieren können.“
Möglich wurden die bedeutenden Einsparungen an CO2-Emissionen und Kosten durch den intelligenten Verbund der Einsatzmedien Fernwärme, Kraft-Wärme-Kopplung und Erdgas in Form eines Contractings durch die Stadtwerke München. Die Fernwärme, hier in Form der Geothermiewärme, übernimmt dabei die Grundlast der Wärmeversorgung. Die Wärme aus dem BHKW der Messe München sowie den Gaskesseln der SWM wird nur noch in Spitzenzeiten bedarfsgerecht zugeschaltet. Kernstück des Verbundes ist ein neues fünf Kilometer langes Leitungsnetz auf dem Messegelände, das alle Bereiche, die Wärme verbrauchen, mit den drei Wärmequellen verbindet. Die SWM bauen dieses Leitungsnetz auf und übernehmen darüber hinaus künftig die Verantwortung für die gesamte Wärmeversorgung der Messe München einschließlich aller Erzeugungsanlagen. Dadurch ist jederzeit die optimale Einsatzreihenfolge der verschiedenen Techniken gewährleistet.
Stephan Schwarz, SWM Geschäftsführer Versorgung und Technik: „Ich freue mich, dass sich die Messe München für diesen geothermischen Wärmeverbund mit den SWM entschieden hat. Die SWM sind einer der führenden deutschen Experten für Fernwärme und Tiefengeothermie. Bereits seit 2004 nutzen wir diese natürliche Ressource erfolgreich zur Wärmeversorgung der Messestadt. Mit der Messe München können wir das geothermische Potenzial unserer Anlage in Riem noch besser ausnutzen und ihren Umweltnutzen damit nochmals erhöhen.“
Die SWM setzen seit jeher auf eine möglichst umweltverträgliche und ressourcenschonende Energieerzeugung und -versorgung. Die Geothermieanlage in Riem ist Bestandteil ihres umfangreichen Engagements für den Klimaschutz im Rahmen der Fernwärmeerzeugung. Das Prinzip der Anlage ist einfach: Mithilfe einer Pumpe fördern die SWM aus rund 3000 Metern Tiefe Wasser mit einer Temperatur von 93° C an die Oberfläche. Hier gibt das Wasser seine Wärme über Wärmetauscher an das Fernwärmenetz der SWM ab und wird anschließend über eine zweite Bohrung wieder in die Tiefe zurückgeleitet. Mit dieser natürlichen Energiequelle decken die SWM die Grundlast der Wärmeversorgung für die Messestadt Riem und zukünftig auch für die Messe München, die über eine 500 Meter lange Leitung in das Fernwärmenetz Riem eingebunden wird.
Die Messe München hat den Umwelt- und Klimaschutz bei Planung, Bau und Betrieb ihres Messegeländes von Anfang an mit einbezogen. Ergebnis sind zum Beispiel der Betrieb eines Blockheizkraftwerks, umfangreiche Energiesparmaßnahmen – von Gebäudeautomatisation bis Energiespar-Beleuchtungsanlagen – sowie eine der weltgrößten Photovoltaik-Aufdachanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 2,6 Megawatt. Damit und mit der Nutzung der Erdwärme gelingt es der Messe München, in Zukunft noch mehr Kohledioxid einzusparen, nämlich insgesamt jährlich mehr als 8000 Tonnen CO2.
Darüber hinaus stehen im Programm der Messe München weltweit anerkannte Fachmessen, die sich ganz oder teilweise mit dem Bereich Umwelt- und Klimaschutz befassen. Die weltweit führende Umwelttechnologiemesse IFAT ENTSORGA, die von 7. bis 11. Mai 2012 in München stattfindet, hat das Thema Geothermie jetzt neu ins Programm aufgenommen. Die Agentur für Erneuerbare Energien, Enerchange, wird im Rahmen der IFAT zu den Themen Biomasse und Geothermie einen Kongress durchführen. Zielsetzung der Messe München ist, auch in Zukunft jeweils den neuesten Stand an Verfahren und Techniken einzusetzen, um in den Bereichen Energie, CO2-Ausstoß, Wasserbewirtschaftung sowie Abfall weiterhin eine führende Position einzunehmen. Um dies zum Beispiel im Energiebereich zu erreichen, führt die Messe München regelmäßig ein Audit zur Energieeffizienz mit dem TÜV Süd durch. Bei dem umfangreichen Energie-Audit wurde auch im Jahr 2011 nachgewiesen, dass ein sehr hohes Maß an Energieeffizienz besteht und sich die möglichen Einsparpotenziale auf weit unter 10 Prozent reduziert haben. (BSZ)

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