Wirtschaft

19.07.2013

Mittelstand braucht keine Besserwisser

Bayerns Metall- und Elektrobetriebe nehmen Nachhaltigkeit Ernst

Die kleinen und mittleren bayerischen Betriebe in der Metall- und Elektrobranche (bayme) sehen im nachhaltigem wirtschaften ein wichtiges Unternehmensziel. Der VBW- Verbandsgeschäftsführer Bertram Brossardt legte jetzt die Ergebnisse einer ersten Studie vor, die Vergleiche ermöglicht und aufzeigt, in welchen Sektoren ein Nachholbedarf besteht. Jedenfalls brauchen sich die kleineren Firmen hinter den großen börsennotierten Konzernen nicht zu verstecken. Kernstück der Initiative, die von Professor Christoph Kaserer von der TU München erstellt wurde ist ein Fragenkatalog, der den Unternehmen einen Selbsttest ermöglicht. So können Sie einen Vergleich mit den Wettbewerbern auf dem Markt ziehen und sich in vielen Einzelfragen mit deren Ergebnissen messen.
Zweifellos gerät der Begriff „Nachhaltigkeit“ schnell in die Gefahr, zu einem Gummiwort zu verkümmern. Der Begriff tauchte wahrscheinlich erstmals 1713 auf, als der adelige Forstexperte Hans Carl von Carlowitz sich mit der beständigen Nutzung der Wälder befasste und vor einem kurzsichtigen Raubbau warnte. Er fixierte damit nicht nur das damals unbekannte Ziel „Umweltschutz“ sondern auch einen dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg.
In dieser Richtung haben jetzt auch die Wissenschaftler der TU ihren Test aufgebaut. Zu den ökonomischen und ökologischen Prüfsteinen fügten sie noch das Aufgabenfeld „Soziales“ hinzu. Der vom Verband VBW in Eigeninitiative gestartete NachhaltigkeitsCheck lässt Defizite erkennen und zwar aus der Praxis heraus. Gibt es Schwächen im Arbeitsablauf, ist der Materialeinsatz zu groß, gewährleistet das Produkt den Kunden eine zuverlässige und möglichst lange Gebrauchsdauer?
Neben diesen umfangreichen Vergleichsdaten, die den Blick auf handfeste Verbesserungsmöglichkeiten richten bietet die VBW als weiteren Service themenorientierte Seminare an und einen berufsbegleitenden Kurs zum „Nachhaltigkeitsberater“, der mit einem akademischen Abschluss verbunden ist.
Mit dieser Initiative, die sich bestimmt mittelfristig positiv in den Bilanzen niederschlägt und für den rauen internationalen Wettbewerb rüstet, kommt der Verband den mit tödlicher Sicherheit drohenden Anweisungen zuvor, die von ahnungslosen Bürokraten in Brüssel oder anderswo zu diesem Thema ausgebrütet werden.
(Karl Jörg Wohlhüter)

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