Wirtschaft

20.07.2012

Neuartiges Energiemanagement-Gerät

Nürnberger Unternehmen forciert Energiespeicher-Technik

Seit Juli 2012 steht in Nürnberg, nach eigenen Angaben, eines der ersten deutschen Energiemanagement-Geräte – bei der Firma Soluwa GmbH. Das Speichergerät verwaltet den Stromverbrauch auf neue Weise und hilft Energie sparen. Warum in Nürnberg? „Wir wollen Menschen und Gebäude in die Energieunabhängigkeit führen“, trotzt Ralf Kinauer, Geschäftsführer der Soluwa GmbH, „monopolistischer Stromversorgung“. Im neuen Showroom bei Soluwa (im Nürnberger Vorort Schwaig) wird das außergewöhnliche Gerät gezeigt.
Ralf Kinauer will entsprechende Power-Technik allen zugänglich machen; Technik, mit der vor allem Strom gespart und das Kundenverhalten zum Positiven hin „ökologisch gesteuert wird“. Und er meint: Photovoltaik und das neueste Geräte eines großen Bielefelder Herstellers, das die Energie speichert.
Wer bisher Strom selbst produzierte, speiste diesen über seinen Energieversorger i.d.R. komplett ins allgemeine Netz ein. Die Rendite stand in den letzten Jahren im Vordergrund, speichern des Stroms war nicht vorgesehen. 2012 soll sich das ändern, fordert Klaus Kexel, ebenfalls Soluwa-Geschäftsführer: „Wir können generell so nicht weitermachen, wir müssen in und für spätere Generationen denken! Früher gab es die ausreichende Technik fürs Stromspeichern nicht, und ans Stromsparen dachte auch noch keiner so recht – heute schon.“ Akkus etwa haben sich enorm verbessert, Tendenz steigend.
Das Bewusstsein in der Bevölkerung müsse sich wandeln: Die Investition in eine autarke, (sonnen)saubere Stromversorgung werde moralisch immer wichtiger. Zumal sie sich auch wirtschaftlich rechne und von steigenden Strompreisen abkoppele. Und das, sagt Kexel, „gilt für Hausbesitzer wie für Firmeninhaber. Denn der Speicher sorgt ja mittels Backup-System auch dafür, dass die Stromversorgung nie unterbrochen wird.“ Auch ein milliardenteurer Ausbau der allgemeinen Stromnetze werde weitestgehend überflüssig.
Ralf Kinauer ist sich sicher: „Es geht darum, ein bewusstes Überschuss-Management und eine zunehmende Energie-Unabhängigkeit zu betreiben. Dafür bieten wir den neuen, etwa kühlschrankgroßen Energiespeicher an. Dieser ist besonders für Hausbesitzer interessant, deren Heizung über zehn Jahre alt ist.“
Hintergrund: In Deutschland gibt es rund 11 Millionen Einfamilienhäuser, Photovoltaik setze sich immer stärker durch, 45 Prozent der Deutschen halten den Strompreis generell für zu hoch, 42 Prozent wünschen sich mehr Unabhängigkeit vom Monopol-Stromversorger. Diese Werte zusammengenommen, sprechen für eine allgemeine Energie-Dezentralisierung. Noch in den 1980er Jahren galten diese Ideen als „grüne Spinnerei“ – heute sind sie Konsens.


Energiespeicher rechnet sich schnell

Der intelligente Energiemanager, der also von der Firma Schüco – mittels Soluwa in Schwaig – etwa ab Juli 2012 serienreif angeboten werden wird, passt in jeden trockenen Keller (seine Größe: 600 mm breit, 600 mm tief und 1500 mm hoch). Das innovative Gerät arbeitet lautlos, ohne Emissionen und ohne Nebenkosten. In Reihe geschaltet ist seine Speicherkapazität auch für große PV-Anlagen (etwa auf Firmendächern) ausreichend. Das alles ist schnell erkennbar und dem Nutzer völlig transparent. „Dadurch“, freut sich Kinauer, „ändert er automatisch sein Nutzungsverhalten, er wird sensibilisiert.“
Mit dem, per Internet intelligent gesteuerten Gerät (bestehend aus Lithium Ionen Akkus), können zwischen 65 und 70 Prozent der benötigten Energie in einem Durchschnittshaushalt eigenständig abgedeckt werden. Nur der kleine Rest wird über den Stromlieferanten zugekauft. Damit wird auch dieser wichtige Kostenblock auf die nächsten 30 Jahre „eingefroren“.
Zukünftigen Strompreiserhöhungen kann der Besitzer eines Energiemanager-Systems „somit gelassen entgegensehen“, so Kinauer. Besonders interessant wird die Kombination Photovoltaikanlage und Stromspeicher für Einfamilienhausbesitzer, deren teure Öl- oder Gasheizung in den nächsten Jahren aus Altersgründen ersetzt werden muss, denn hier gilt: „Heizen ohne Öl und Gas – macht dem Photovoltaikanlagen-Besitzer Spaß.“ Klaus Kexel rechnet vor: „Wenn eine PV-Anlage ca. 40 Quadratmeter groß ist und 5 KW/Peak erzeugt, amortisiert sich die Speicherinvestition inklusive EEG-Vergütung in rund 20 Jahren. Zusätzlich erwirtschaftet man zirka 15 000 Euro.“
Nicht ohne Grund errichtet auch Soluwa selbst derzeit eine Speicher-Anlage auf dem Firmendach in Schwaig bei Nürnberg. Dass die neue Technik zusätzlich mit einer, binnen zwei Tagen errichtbaren Wärmepumpe ergänzt und in ihrer Wirkung noch einmal optimiert werden kann, fügt Ralf Kinauer hinzu. Das neue Energiemanager-Gerät werde eine Lebensdauer von rund 20 Jahren haben.  (Thomas Lappe)

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