Wirtschaft

Leere Geschäfte sorgen für Tristesse. Die Bevölkerung findet das wenig ansprechend. Im Extremfall wandert sie ab. (Foto: Schweinfurth)

11.06.2010

Neue Kinder braucht das Land

Handwerk und Gewerbe müssen in den Dörfern bleiben, damit der demografische Wandel nicht zur Verödung der Zentren führt

Der demografische Wandel ist ein Megathema, findet Unterfrankens Regierungspräsident Paul Beinhofer. Er neigt nicht zu den in Mode gekommenen Übertreibungen in der Sprache, aber hier trifft er mit dem Begriff Megathema den Nagel auf den Kopf. Die Zusammensetzung der Bevölkerung ändert sich in einer Art und Weise, die gravierende Folgen nach sich zieht. Während Großstädte und Ballungszentren wie München oder Nürnberg auch zukünftig einen Bevölkerungszuwachs haben werden, schwindet die Anzahl der Menschen insbesondere in ländlichen Regionen rapide. In 18 bayerischen Landkreisen wird bis 2028 mit einem Bevölkerungsrückgang von mehr als 7,5 Prozent gerechnet. Unterfranken ist davon besonders stark betroffen, wenn auch mit regionalen Unterschieden. Die Kinder, die nach dem „Pillenknick“ nicht geboren wurden, können jetzt auch keine Kinder kriegen. Wo Kindergärten mangels Nachwuchs geschlossen werden müssen, ist vielleicht ein Mehr-Generationen-Haus mit Kinderbetreuung und Seniorenbegegnungsstätte die Lösung. Umdenken tut Not!
„Diese Entwicklung betrifft uns alle und beeinflusst nahezu alle gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bereiche“, betont Beinhofer. Mit einer Informationsveranstaltung in den Veitshöchheimer Mainfrankensälen wollte die Regierung von Unterfranken aufzeigen, wie Kommunen und Landkreise darauf angemessen reagieren können. „Es gibt kein Patentrezept, um demografie-fit zu werden, weil die Probleme regional zu unterschiedlich sind, aber in den Fachvorträgen gibt es sicher Bausteine für maßgeschneiderte Anpassungsstrategien“, sagt Beinhofer und bietet die Unterstützung seiner Würzburger Bezirksregierung als Bündelungsbehörde ausdrücklich an, sei es bei Städtebauförderung, Regional- oder Flächenmanagement, Straßenbau und öffentlichem Personennahverkehr oder bei der Entwicklung von Schullandschaft und ärztlicher Versorgung auf dem Land.

(Leo Mayerhöfer)

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