Wirtschaft

Mittlerweile wird über die Hälfte des Holzes im bayerischen Staatswald mit so genannten Harvestern geerntet. (Foto: Bayerische Staatsforsten)

26.10.2012

Ökologie und Ökonomie in Balance

Bayerische Staatsforsten schließen das Geschäftsjahr 2012 mit einem Rekordergebnis ab

Aufgrund der stabilen Konjunktur in Deutschland und steigenden Holzpreisen sowie historisch geringen Borkenkäfermengen konnten die Bayerischen Staatsforsten (BaySf) ihr Rekordergebnis des letzten Jahres sogar nochmals toppen. Insgesamt wurden ein Umsatz von 394,5 Millionen Euro (2011: 353,1 Millionen Euro) sowie ein Jahresüberschuss von 83,6 Millionen Euro (Vorjahr: 63 Millionen Euro) erwirtschaftet. Gleichzeitig betonte Forstminister Helmut Brunner bei der Vorstellung der Bilanz des Geschäftsjahrs 2012, dass auch wieder kräftig in den Wald investiert wurde.
Darüber hinaus wurden laut Brunner mit insgesamt 17,4 Millionen Euro die Investitionen (2011: 12,5 Millionen Euro) in das Unternehmen Bayerische Staatsforsten um knapp fünf Millionen Euro deutlich gesteigert. Ferner wurden „zum Wohl der Mitarbeiter“, so der Minister, weitere rund acht Millionen Euro über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus für Pensionen und Beihilfen zurückgelegt. „Mit insgesamt 22 Millionen Euro haben wir jetzt in den letzten beiden Jahren bereits mehr als die Hälfte der vom Gesetz her in 15 Jahren zu bildenden Rücklagen eingebracht“, betonte Brunner.
Gleichzeitig habe der Aufsichtsrat beschlossen mit rund 13 Millionen Euro heuer doppelt so viel in den Alterssicherungsfonds einzuzahlen, als die Jahre vorher. Von dem erzielten Jahresüberschuss werden 79,6 Millionen Euro als Gewinn an den Freistaat ab- und vier Millionen Euro den Gewinnrücklagen zugeführt. „Mit jetzt insgesamt 56 Millionen Euro haben wir ein gutes Polster für schlechte Zeiten“, sagte der Minister.
Aufgrund der guten Holzmarktlage wurde der nachhaltig mögliche Hiebsatz von 5,2 Millionen Festmeter voll ausgeschöpft – der jährliche Zuwachs in den Wäldern der Bayerischen Staatsforsten liegt bei 6,1 Millionen Festmeter. Die naturalen Vorgaben in Bezug auf Kulturen, Wege und Waldpflege wurden übererfüllt. Brunner äußerte sich daher auch mehr als zufrieden über das Geschäftsjahr: „Das letzte Jahr ist in jeder Hinsicht hervorragend gelaufen. Denn neben dem Spitzenergebnis im wirtschaftlichen Bereich steht das Unternehmen auch ökologisch gut da: Der Holzvorrat steigt, der für die Artenvielfalt wichtige Totholzanteil nimmt zu und es gibt immer mehr Laubholznaturverjüngung und Mischwälder. Damit zeigt sich einmal mehr, dass wir mit unserem Ansatz einer integrativen, naturnahen Forstwirtschaft auf ganzer Fläche auf dem richtigen Weg sind.“


Weiter weniger Schadholz


Aus forstlicher Sicht hätte das abgelaufene Geschäftsjahr nicht besser sein können: Der regenreiche Sommer erschwerte die Ausbreitung des Borkenkäfers – zudem gab es keine anderen extremen Witterungsereignisse, die sich negativ auf Geschäftsverlauf und Geschäftserfolg auswirken konnten, erklärte Rudolf Freidhager, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten.
Der rückläufige Trend beim Schadholz habe sich damit im letzten Geschäftsjahr fortgesetzt. Die 2011 angefallenen 440 000 Festmeter konnten mit 373 000 Festmeter im Berichtszeitraum nochmals deutlich unterschritten werden. Gründe hierfür sind laut Freidhager neben der guten Witterung vor allem das erfolgreiche Borkenkäfermanagement des Unternehmens. Zudem würden sich Erfolge beim Waldumbau zeigen, der 2012 mit 2132 Hektar Neukulturen erneut auf hohem Niveau fortgesetzt wurde. Die jungen Altersklassen weisen heute einen zunehmend hohen Laubholzanteil auf. Vor dem Hintergrund hoher Investitionen in den letzten Jahren in Kulturen und angesichts der positiven Verjüngungssituation in den Wäldern könne künftig vermehrt auf die ökologisch hochwertigere Naturverjüngung gesetzt werden.
Obwohl sich die Weltwirtschaft abkühlt, wird laut Freidhager auch das Geschäftsjahr 2013 eine weiter steigende Nachfrage den Rundholzmarkt kennzeichnen. Da der Holzpreis bereits auf hohem Niveau sei, sieht er hier nur noch wenig Steigerungspotenzial. Auch eine Steigerung auf der Erlösseite erscheint ihm zukünftig wenig realistisch. Gleichzeitig spricht sich Freidhager für einen nachhaltigen Holzeinschlag sowie die kontinuierliche Weiterführung des Waldumbaus aus. Die Investitionen in die Pflege der Wälder und Wege soll auch 2013 auf konstant hohem Niveau gehalten werden. Da das Geschäftsjahr 2012 vielversprechend begonnen habe, erwartet Freidhager einen Jahresüberschuss von über 70 Millionen Euro.
(Friedrich H. Hettler)

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