Wirtschaft

Harald Strötgen, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse München. (Foto: SSKM)

23.03.2012

Rekord bei Baufinanzierungen

Die Stadtsparkasse München blickt zufrieden aufs Geschäftsjahr 2011

Die Stadtsparkasse München (SSKM) hat sich mit ihrem operativen Kerngeschäft in einem schwierigeren Zinsumfeld behauptet. An das Rekordergebnis des Vorjahres konnte die Bank jedoch nicht ganz anknüpfen. Sie erreichte ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 147 Millionen Euro (2010: 153 Millionen Euro). Insbesondere Abschreibungen auf Unternehmensbeteiligungen wie an der Landesbank Berlin und BayernLB schmälern das Betriebsergebnis der SSKM nach Bewertung und vor Veränderung der Vorsorgereserven jedoch stark, so dass sich das Betriebsergebnis auf gut 98 Millionen Euro belaufen wird.
Nach Abzug der Steuern rechnet Harald Strötgen, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse München, noch mit einem Überschuss von rund 53 Millionen Euro. Da jedoch noch keine Einigung bezüglich des Kaufpreises der Bayerischen Landesbausparkasse LBS und der Eigenkapitalerhöhung bei der BayernLB erreicht werden konnte, kann das endgültige Jahresergebnis der Stadtsparkasse München für 2011 laut Strötgen entsprechend einer Verbandsempfehlung erst Ende März 2012 festgestellt werden. Gleichzeitig hofft der Vorstandsvorsitzende, dass die Zahlen nicht nochmals korrigiert werden müssen.
Vorbehaltlich der endgültigen Zahlen, sinkt die Eigenkapitalrentabilität der SSKM bezogen auf das Ergebnis vor Bewertung leicht auf 10,7 Prozent (2010: 11,8 Prozent), bezogen auf das Betriebsergebnis nach Bewertung und vor Veränderung der Vorsorgereserven allerdings auf 7,2 Prozent (2010: 12,1 Prozent). Allerdings blieb die Cost-Income-Ratio (was muss man ausgeben, um einen Euro zu verdienen) nahezu unverändert bei 62,4 Prozent (2010: 62,3 Prozent). Damit liegt man an der Spitze der acht größten deutschen Sparkassen, freute sich Strötgen.
„Das Jahr 2011 ist in unserem Kerngeschäft gut gelaufen und wir schließen es mit einem zufriedenstellenden Ergebnis ab. Legt man die Zinsprognosen zu Beginn des letzten Geschäftsjahrs zugrunde, liegen wir sogar deutlich über unseren Erwartungen“, so Strötgen. „Trotz der Abschreibungen auf unsere Beteiligungen sind wir in der Lage, unser Eigenkapital weiter zu stärken.“ So stieg das Eigenkapital auf 1,33 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Bilanzsumme (DBS) erhöhte sich auf 15,3 Milliarden Euro (2010: 15,2 Milliarden Euro), damit ist Bayerns größte Sparkasse gemessen an der Bilanzsumme weiterhin die Nummer fünf in Deutschland.


Höchststand bei Immobiliendarlehen


Das Gesamtkreditvolumen der SSKM erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro (2010: 9,5 Milliarden Euro), erklärte Vorstandsmitglied Joachim Ebener. Die ausgereichten Kredite an Unternehmen und Selbstständige stiegen um 5,6 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Das ist laut Ebener der stärkste Anstieg der vergangenen drei Geschäftsjahre. Das Kreditvolumen bei Privatkundenerhöhte sich leicht um 0,2 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Kunden, so Ebener würden verstärkt Sondertilgungsrechte nutzen und bei Finanzierungen mehr Eigenkapital einbringen.
Mit knapp 1,3 Milliarden Euro zugesagten Immobiliendarlehen erreichte die Stadtsparkasse erneut einen Höchststand – der Zuwachs der Brutto-Neuzusagen stieg um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gefragt sind im Großkundenbereich vor allem Immobilien zur Kapitalanlage. Insbesondere Bauträger, Immobilienprojektentwickler und Münchner Immobilienbestandshalter haben im zweiten Halbjahr kräftig investiert. Sollten die Immobilienpreise weiter steigen, könnte es trotz des historisch günstigen Zinsniveaus für Privatkunden mit normalem Einkommen schwieriger werden, eine geeignete und bezahlbare Immobilie zu finden, so die Einschätzung der Stadtsparkasse. Die Kreditrisikopolitik der vergangenen Jahre hat sich weiterhin bewährt, so gab es einen ähnlich geringen Abschreibungsbedarf wie im vorausgegangenen Jahr.
Da der Wunsch nach einer eigenen Immobilie bei den Münchnern ungebrochen ist, hat auch das Bauspargeschäft enorm davon profitiert: Die Stadtsparkasse München hat so viele Bausparverträge der LBS Bayern vermittelt wie noch nie – über 12 100 Verträge mit einer Bausparsumme von 506 Millionen Euro –, berichtete Vorstandsmitglied Marlies Mirbeth. Die Stadtsparkasse ist damit erst die dritte Sparkasse in Deutschland, die in einem Jahr ein Abschlussvolumen von über 500 Millionen Euro erreicht hat. Dies sind gut elf Prozent mehr Bausparverträge als im Vorjahr. Knapp 20 Prozent davon sind Riester-Verträge für selbst genutztes Wohneigentum, die nach dem Eigenheimrentengesetz staatlich gefördert werden. Die durchschnittliche Bausparsumme liegt bei 42.000 Euro.
Die Stadtsparkasse selbst investiert ebenfalls in Immobilien und wird heuer und im nächsten Jahr ihren Bestand von 1500 Wohnungen um weitere 170 Einheiten aufstocken.

Fünf Millionen Euro für die Landeshauptstadt

Das Versicherungsgeschäft lief für die Stadtsparkasse München 2011 ebenfalls sehr erfreulich: So haben Kunden Vorsorgeverträge in Höhe von 226 Millionen Euro abgeschlossen. Zuwächse gab es bei Verträgen zur betrieblichen Altersversorgung. Die SSKM und die Sparkasse Fürstenfeldbruck haben das Versicherungsgeschäft zum Jahreswechsel gebündelt. Die Gesellschaft, die bislang für die Stadtsparkasse München tätig war, führt seitdem den Namen SVS Sparkassen VersicherungsService GmbH. Die Kunden profitieren laut Strötgen vom Beratungsservice der SVS mit für sie maßgeschneiderten Lösungen zur individuellen Vorsorge und Absicherung. Für die beiden Sparkassen ergeben sich Synergieeffekte durch das Bündeln von organisatorischen Aufgaben und das gemeinsame Verwalten der Kundenverträge.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die SSKM rund 4,8 Millionen Euro für gesellschaftliches Engagement – Spenden, Sponsoring und Ausschüttungen der von der Stadtsparkasse gegründeten Stiftungen – zur Verfüngung gestellt. das waren 400.000 Euro weniger als 2010. Aufgrund der hohen Belastungen durch die Wertkorrekturen wird die Stadtsparkasse München laut Strötgen an die Landeshauptstadt für 2011 fünf Millionen Euro (2010: 7,5 Millionen Euro) ausschütten. Diese Summe ist an gemeinnützige Zwecke gebunden.
Vor dem laufenden Geschäftsjahr ist Strötgen nicht bange. Er sieht für sein Haus keine Liquidationsprobleme und geht davon aus, „die Beteiligungen in den Griff zu bekommen“. Bei den Zinsen erwartet er keine gravierenden Änderungen, allerdings sieht er bei den Personal- und Sachkosten noch Eisparpotenzial. Das Betriebsergebnis vor Bewertung wird seiner Ansicht nach etwas zurückgehen. (Friedrich H. Hettler)

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